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Singapur-GP: Grid mit Girls, Sexismus-Debatte bleibt

​Auf Druck der Formel-1-Führung waren Nummerntafel-haltende Grid-Girls ausrangiert worden. In Monte Carlo tauchten trotzdem GP-Repräsentantinnen auf, und in Singapur wird das genauso sein.

Formel 1

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Die neue, familientaugliche Formel 1 sieht so aus: Anstelle adrett bekleideter Grid-Girls, 2018 aus der Startaufstellung verbannt, haben wir Grid-Kids, also Knirpse. In Zeiten politischer Korrektheit befand die neue Formel-1-Führung in all ihrer US-amerikanischen Weisheit: Die Ära der Grid-Girls ist passé. Die Nummerntafeln oder Landesflaggen haltenden Mädchen wurden ausrangiert. Viele GP-Fans reagierten irritiert bis verärgert.

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Erklärung von Formel-1-Geschäftsleiter Sean Bratches: "Während uns bewusst ist, dass Grid-Girls seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Formel 1 gewesen sind, so harmoniert diese Gewohnheit nicht mit unseren Markenwerten. Und sie steht auch in direktem Widerspruch zu modernen, sozialen Normen. Wir finden, Grid-Girls sind der neuen Formel 1 und ihren Fans nicht angemessen und auch nicht bedeutungsvoll."

Michel Boeri, langjähriger Chef des monegassischen Automobilklubs ACM und damit "Mr. Grand Prix" im Fürstentum, war das schnuppe. Er stellte vor dem Traditions-GP klar: Monaco ohne weiblichen Charme, das kommt überhaupt nicht in die Tüte! Boeri: "Unsere amerikanischen Freunde haben entschieden – eine Frau, die eine Nummerntafel hält, das ist dem weiblichen Image abträglich. Nun, unsere Hostessen kommen aus Schulen für Mannequins und Kommunikation. Ihr Auftritt am GP-Wochenende ist Teil der Ausbildung, sie werden gleichzeitig dafür bezahlt. Wir verlangen makelloses Auftreten. Sie sind elegant und dem Ansehen von Monaco förderlich. Die Mädchen bleiben, ohne Nummerntafel, aber als Repräsentantin des Rennens. Sie sind bildschön und gehören zur Formel-1-Landschaft. Was würden wir uns anmassen, dreissig junge Frauen daran zu hindern, ihre Ausbildung zu komplettieren und Geld zu verdienen?"

Auch die Veranstalter des Singapur-GP werden nicht auf Repräsentantinnen verzichten. Hauptsponsor des Rennens ist seit 2014 die Fluggesellschaft "Singapore Airlines", und die berühmten, zeitlos eleganten Sarong der Flugbegleiterinnen werden auch 2018 zum GP-Bild gehören. Die Airline hat sich so zu Wort gemeldet: "Wir sehen unser Personal als Markenbotschafterinnen, sie spielen eine unverzichtbare Rolle beim Singapur-GP."

Professorin Sharon Ng unterrichtet Marketing an der Uni Nanyang. Die Spezialistin sagt gegenüber der Straits Times: "Diese Damen symbolisieren makellosen Kundendienst und Gastfreundschaft von Singapur. Damen in diesen Gewändern auf der Startaufstellung zu haben, das vertieft die Marke international, das passt ideal zur Fluggesellschaft. Ob der Auftritt sexistisch ist oder nicht, das bleibt eine schwierige Frage. Einige würden das generell bejahen. Aber wenn die Airline auf den Einsatz der Flugbegleiterinnen verzichten müsste, würde sich die Frage aufdrängen: Was sollen sie sonst tun?"

Einen Schritt weiter ging Dmitry Kozak, stellvertretender Premierminister Russlands, der beim diesjährigen GP-Wochenende in Sotschi (28. bis 30. September) nicht auf die Grazien verzichten wird. Der Chef des russischen GP-Organisationskomitees wurde von der russischen Nachrichtenagentur "Interfax" so zitiert: "In jeder Art von Motorsport werben Mädchen für Autos, und das auf angenehme Art und Weise. Wenn wir es schaffen, eine Übereinkunft in dieser Hinsicht zu finden, dann würden wir diese Tradition gerne wiedereinführen. Schliesslich sind unsere Mädchen die Schönsten der Welt."

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