Budget-Obergrenze: Kleine Teams profitieren doppelt

Von Rob La Salle
Formel 1
Renault-Sport-Chef Cyril Abiteboul

Renault-Sport-Chef Cyril Abiteboul

Renault-Sport-Chef Cyril Abiteboul begrüsst die Pläne der Formel-1-Oberen, eine Budget-Obergrenze einzuführen und betont, dass die kleineren Teams gleich in mehrerer Hinsicht davon profitieren werden

Die Hochrechnungen sind alarmierend: Bis zu 4000 Formel-1-Fachkräfte könnten durch die Einführung einer Budget-Obergrenze in der Königsklasse ihren Job verlieren – das hängt ganz davon ab, wie die Einschränkungen ausfallen werden. Denn die grossen Teams beschäftigen deutlich mehr Mitarbeiter als die Mittelfeld-Mannschaften und die Hinterbänkler – und sind sie auch stärker von einem Ausgaben-Limit betroffen.

Das könnte den kleineren Rennställen gleich in mehrfacher Hinsicht in die Hände spielen. Denn eine Kostenbremse würde nicht nur die eklatanten Budget-Unterschiede aus der Welt schaffen, sie würde die Teamführungen der grossen Teams auch vom Alltagsgeschäft ablenken. Davon ist zumindest Renault-Sport-Chef Cyril Abiteboul überzeugt.

Der Franzose erklärt im Interview mit «Motorsport.com»: «Wir wissen, dass wir bei den Ressourcen ein grosses Defizit haben, wenn wir uns mit jenen Mannschaften vergleichen, die wir schlagen wollen. Aber wir wissen auch, dass einige Massnahmen wie die Budget-Obergrenze irgendwann kommen wird. Es macht also keinen Sinn, die Truppe zu verstärken, wenn wir wissen, dass wir sie danach wieder verkleinern müssen.»

«Das wäre auch sehr unprofessionell, wenn wir einfach Leute anstellen, von denen wir wissen, dass wir sie in Zukunft vielleicht wieder entlassen müssen. Wir sind bei der Teamgrösse ziemlich genau am Limit, das den Formel-1-Verantwortlichen vorschwebt. Deshalb müssen wir die Füsse still halten», weiss Abiteboul.

«Ich würde sagen, wir werden deshalb die nächsten zwei Jahre im Nachteil sein. Aber unser Vorteil ist, dass wir nicht von Umstrukturierungen abgelenkt sein werden, die viel grössere Teams als unseres werden vornehmen müssen, wenn es dann soweit ist», tröstet sich der Ingenieur aus Paris. «Es gibt also Vor und Nachteile, und ich will mich nicht beschweren. Wir haben diesbezüglich einen Plan und den werden wir auch umsetzen.»

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