Alex Márquez: Mit Repsol-Hilfe Teamkollege von Marc?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Emilio Alzamora mit Alex Márquez (rechts)

Emilio Alzamora mit Alex Márquez (rechts)

Nach fünf Moto2-Jahren drängt WM-Leader Alex Márquez in die MotoGP-Klasse. Manager Alzamora möchte ihn mit Repsol-Unterstützung für 2020 an die Position von Jorge Lorenzo transferieren.

Im Repsol-Honda-Team und bei der Honda Racing Corporation macht sich – wie berichtet – seit dem Silverstone-GP endgültig die Überzeugung breit, dass sich Jorge Lorenzo nach dieser Saison vom Rennsport zurückziehen wird. Für diesen Fall wurde von HRC der Franzose Johann Zarco auf die Kandidatenliste gesetzt.

Das hat natürlich auch der umtriebige Emilio Alzamora mitbekommen, der persönliche Manager von Marc und Alex Márquez, der selbst 1999 auf Honda die 125-ccm-Weltmeisterschaft vor Marco Melandri gewonnen hat, ohne in diesem Jahr einen WM-Lauf für sich entschieden zu haben.

Deshalb sucht Alzamora jetzt krampfhaft nach einer Möglichkeit, den 23-jährigen spanischen Moto2-WM-Leader Alex Márquez (er liegt 35 Punkte vor Fernandez und Lüthi) auf den zweiten Platz bei Repsol-Honda zu transferieren.

Das ist zwar ein schwieriges Unterfangen, da Alex im August bei Marc VDS einen neuen Vertrag für die Moto2-WM unterschrieben hat und danach auch Hauptsponsor Estrella Galicia 0,0 den Sponsorvertrag mit dem VDS-Team von Bier-Milliardär Marc van der Straten verlängert hat. Außerdem will die Dorna keinen weiteren Spanier in der Königsklasse. Momentan sind es acht von 22.

Aber Alzamora rechnet mit der tatkräftigen Unterstützung des Mineralölkonzerns Repsol. Auch Weltmeister Marc Márquez käme Bruder Alex als Teamkollege sehr gelegen. Alex hat 2014 auf der neuen Honda NSF250RW gegen Alex Rins die Moto3-WM gewonnen. Jetzt bestreitet er die fünfte Moto2-Saison, der Aufstieg in die MotoGP ist überfällig.

Alzamora hat wegen Alex Márquez im Frühjahr schon bei Pramac-Ducati LCR-Honda angeklopft. Und als im Juli erstmals Gerüchte über einen Lorenzo-Rücktritt aufkamen, wurde bei Honda überlegt, Takaaki Nakagami von LCR zu Repsol zu transferieren und Alex Márquez als Rookie auf dessen Platz bei LCR-Honda.

Als diese Pläne scheiterten, wurde Alex Márquez im August bei Petronas Sprinta-Moto2-Team angeboten, aber nur unter der Bedingung, dass er 2021 im Team der Malaysier in der MotoGP eine M1-Yamaha fahren kann. Yamaha lehnte ab. Man will keinen MotoGP-Werksfahrer, dessen Manager ein jahrelanges Naheverhältnis zu Honda hat und der mit seinem Bruder Marc unter einem Dach wohnt.

Jetzt wittert Alzamora eine letzte MotoGP-Chance für 2020 für Alex Márquez bei Repsol-Honda.

Aber dieser Plan ist mit Hindernissen gepflastert. Denn Sponsor Estrella Galicia 0,0 rechnet mit Alex Márquez bei Marc VDS, diese Biermarke finanziert gleichzeitig Alzamoras Moto3-Honda-Team mit Lopez und Garcia.

Gleichzeitig müssten Repsol oder Honda Alex Márquez beim Marc VDS-Team vermutlich mit einer saftigen Ablösesumme freikaufen.

Dort ist jetzt Ex-GP-Pilot Joan Olivé als Teammanager tätig, der den Rennstall nach der Bartholemy-Affäre wieder in ruhige Fahrwasser geführt hat und in der Moto2- und MotoE-Meisterschaft um den Titel kämpft.

Moto2-WM-Stand nach 12 von 19 Grand Prix:

1. Alex Márquez 181. 2. Fernandez 146. 3. Lüthi 146. 4. Navarro 146. 5. Binder 125. 6. Baldassarri 124. 7. Schrötter 116. 8. Marini 108. 9. Bastianini 74. 10. Di Giannantonio 69. – Ferner: 20. Aegerter 12. 28. Tulovic 3. 30. Raffin 3.

WM-Stand nach 12 von 19 Grand Prix:

1. Marc Márquez 250. 2. Dovizioso 172. 3. Rins 149. 4. Petrucci 145. 5. Viñales 118. 6. Rossi 116. 7. Miller 94. 8. Quartararo 92. 9. Crutchlow 88. 10. Morbidelli 69. 11. Pol Espargaró 68. 12. Nakagami 62. 13. Mir 39. 14. Aleix Espargaró 33. 15. Bagnaia 29. 16. Iannone 27. 17. Oliveira 26. 18. Zarco 22. 19. Lorenzo 21. 20. Bradl 16. 21. Rabat 14. 22. Pirro 9. 23. Guintoli 7. 24. Syahrin 6. 25. Abraham 5.

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