Arnaud Friedrich: Auf Reitis Spuren im Superstock-Cup

Von Esther Babel
Rundstrecke
Arnaud Friedrich

Arnaud Friedrich

Die ehemalige FIM Superstock Europameisterschaft wurde zum Europe Superstock Cup und ist an die Alpe Adria Meisterschaft angegliedert. Friedrich führt die Tabelle nach erfolgreichem Auftakt an.

Als Meisterschaftsführender kehrt Arnaud Friedrich nach dem Auftaktwochenende des FIM Europe Superstock 1000 Cup an den heimischen Sachsenring zurück. 
Er hat dabei mit den Plätzen 1 und 2 seine ersten Podestränge der Saison 2019 eingefahren. Gerade einmal eine Woche nach seiner Premiere bei den 24h von Le Mans, die er gemeinsam mit seinen Teamkollegen Dominik Vincon und Bartlomiej Lewandowski auf dem 12. Rang der FIM EWC Klasse beendete, konnte Arnaud Friedrich aus Limbach-Oberfrohna vom 26. bis 28. April auf dem 5,922 Kilometer langen Slovakiaring seine fahrerischen Qualitäten erneut unter Beweis stellen.

Am Freitag galt es für das 19-jährige Nachwuchstalent, sich auf seine BMW S1000RR in Stock-Konfiguration und die in diesem Jahr neu vorgeschriebenen Supersport Reifen - etwas schmaler als die gewohnten Rennslicks und mit Profil versehen - einzustellen. Dies gelang ihm - obwohl die Vorsaison-Tests durch einen frühen und unverschuldeten Crash komplett ausgefallen sind - recht gut, und so konnte er im stark besetzten Feld der Superstock-Piloten den vierten Startplatz für das erste Rennen am Samstag herausfahren. 
Mit seiner Zeit von 2:06.272 blieb er drei Zehntelsekunden unter seiner eigenen Quali-Bestzeit aus 2018, hätte sich damit aber sogar in der SBK-Klasse - die auf Slicks fahren und ca. 15 PS mehr an Leistung haben - auf dem viertem Startplatz qualifiziert.

«Die Rennen liefen wirklich sehr gut für mich», resümierte Arnaud am Sonntag. «Natürlich musste ich mich erst einmal an den doch deutlich anderen Fahrstil, den das Superstock-Motorrad im Vergleich zur EWC-Maschine verlangt, und vor allem an die für mich komplett neuen Reifen gewöhnen. Mit einem guten Start habe ich mir im ersten Rennen dann aber direkt den dritten Platz gesichert. Leider habe ich in den ersten beiden Runden auf Filla und Prášek gut zwei Sekunden verloren - die zwei scheinen den Anfangsgrip der Reifen noch etwas besser nutzen zu können als ich. Aber danach konnte ich das Tempo der beiden gut mitgehen, war zur Rennmitte sogar der schnellste Fahrer im Feld und konnte den Abstand wieder auf unter zwei Sekunden verringern. Auch Szkopek, der mir bis dahin dicht im Nacken hing, konnte ich etwas distanzieren und ich lag bis zwei Runden vor Schluss auf einem sicher geglaubten dritten Rang. Dann haben es Filla und Prášek Eingangs der letzten Rennrunde mit ihren Kampf um den Sieg etwas übertrieben und sind in der ersten Kurve böse gecrasht. Ich hatte die Ziellinie zur letzten Runde gerade überfahren, da knallte es vor mir und das Rennen wurde sofort wegen dem Crash der beiden abgebrochen. Ich bin dann gemäß Reglement als Sieger gewertet worden.»

Natürlich viel die Feier auf dem Podest erst einmal aus. Denn der heftige Unfall, den Friedrich live beobachten konnte, hatte natürlich auch bei ihm Spuren hinterlassen und die Sorge um die Kollegen überwog. Beide Fahrer haben sich zwischenzeitlich über die Sozialen Medien bei ihren Freunden und Fans gemeldet. Während Filla schon wieder lachen konnte - trotz einiger Blutergüsse auch im Gesicht - wird Prášek im heimatlichen Krankenhaus nochmals komplett durchgecheckt, nachdem er bei dem Crash von Fillas Maschine überrollt wurde.

So stand der Sachse beim zweiten Rennen des Wochenendes am Sonntag auf Startplatz 2 im Grid. Vor ihm nur der Schwede Bergman, der als Ex WM-Pilot bereits im Qualifying sein Tempo aufgezeigt hatte und im ersten Rennen früh mit Sturz ausgefallen war. Auch hier kam Friedrich blendend vom Start weg, konnte sich sogar als Erster in die erste Kurve hinein bremsen. Nach vier Kurven zog Bergman dann aber an ihm vorbei, fuhr danach in seiner eigenen Liga und einem ungefährdeten Sieg entgegen.
«Im zweiten Rennen bin ich die ersten Runden minimal schneller angegangen. Dann hatte ich aber ab der dritten Rennrunde mit stark abbauenden Reifen zu kämpfen. Ich weiß gar nicht warum, denn im ersten Rennen haben die Reifen sehr gut gehalten. Aber so war ich ab der vierten Runde im Schnitt fast acht Zehntelsekunden langsamer als noch im ersten Rennen. An einen weiteren Sieg war da nicht zu denken, und ich habe mich darauf konzentriert, den Abstand von gut drei Sekunden auf den hinter mir platzierten Szkopek bis ins Ziel zu verwalten», analysierte er das Ergebnis vom Sonntagsrennen.

«Alles in Allem sind das Team und ich mehr als zufrieden mit dem Wochenende», erklärte er nach getaner Arbeit. «Mit meinem Renntempo und meinen Rundenzeiten hätte ich selbst in der SBK-Klasse um den Sieg kämpfen können - das ist schon irre, wenn man die Mehrleistung und die Slicks bedenkt. Natürlich ist es immer blöd, wenn man aufgrund eines Sturzes von befreundeten Kollegen ein Rennen gewinnt - aber so ist unser Sport nun einmal. ‚To finish first, first you have to finish‘ lautet eine alte Racer-Weißheit - sprich um zu gewinnen, musst du erst einmal ins Ziel kommen. 
Ich hoffe, dass die zwei keine allzu schweren Verletzungen davon getragen haben und sie bei den nächsten Rennen wieder mit mir auf der Strecke um den Sieg kämpfen können. An dieser Stelle an beide nochmals die besten Genesungswünsche von mir.»

Das nächste Rennen des FIM Europe STK1000 Cup im Rahmen der Alpe Adria International Motorcycle Championship findet vom 31. Mai bis 2. Juni im niederländischen Assen statt.

FIM Europe STK1000 Cup vom Slovakiaring

Qualifying / Startaufstellung

1. 2:04.245 Michal Filla (CZE, BMW)
2. 2:04.789 Christofer Bergman (SWE, Yamaha)
3. 2:05.193 Michal Prášek (CZE, BMW)

4. 2:06.272 Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 1

1. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

2. Mate Laczko (HUN, Suzuki)
3. Dominik Juda (CZE, BMW)

Rennen 2

1. Christofer Bergman (SWE, Yamaha)
2. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. Marek Szkopek (POL, Yamaha)

Meisterschaftstand nach 2 von 12 Rennen

1. 45 Punkte Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
2. 29 Punkte Dominik Juda (CZE, BMW)

3. 25 Punkte Christofer Bergman (SWE, Yamaha)

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