Lukas Höllbacher: Nervosität kostete WM-Platz 3

Von Markus Niegtsch
Supermoto-S1-WM
Lukas Höllbacher vor Lazzarini (30), Bidart (64) und Hermunen (131)

Lukas Höllbacher vor Lazzarini (30), Bidart (64) und Hermunen (131)

2013 wagte Lukas Höllbacher in Latina einen Start in der Supermoto-WM – mit zurückhaltenden Ergebnissen. Am Osterwochenende kämpfte er beim WM-Auftakt in Rivesaltes mit der Weltelite.

Der junge Österreicher Lukas Höllbacher konnte dieses Mal mit seinen Leistungen zufrieden sein und strahlte übers ganze Gesicht: «Ich bin super zufrieden und habe mehr erreicht, als ich erwartet habe. Es hat super funktioniert. Ich hatte zwar zwei Stürze, konnte aber viele andere überholen und das hat dann gepasst. Der zweite Lauf war richtig gut. Ich hatte einen guten Start und bin noch weiter vorgefahren. Ende Start-Ziel habe ich Lazzarini auf der Bremse überholt».

Mit diesem Manöver schob sich der Husqvarna-Pilot auf den dritten Platz und war Best of the Rest hinter den beiden Chareyre-Brüdern. Zu diesem Zeitpunkt fing es leicht zu regnen an. «Lukas war zu dem Zeitpunkt sehr stark und ist Schräglagen gefahren, die ich mich nicht getraut hätte. Ich bin hinter ihm gefahren und mir sind im Helm die Haare zu Berge gestanden», zollte der überholte Lazzarini Respekt.

«Plötzlich war ich auf Platz 3 in der WM. Das war mir schon zu viel. Das konnte ich dann nervlich nicht so ganz verarbeiten und ich war unkonzentriert», räumte Höllbacher seine Nervosität ein. «Genau in der Runde dann hat es zu regnen begonnen und dann ist es ausgangs Offroad passiert. Das Motorrad ist mir ganz leicht weggerutscht, aber es hat gereicht, dass fünf oder sechs Fahrer vorbei konnten. Ich bin dann nochmal gestützt, aber da war das Thema eh schon durch. Aber für mich war es sehr cool, weil ich gesehen habe, dass ich flott unterwegs war, mithalten konnte und sogar auf Platz 3 vorfahren konnte. Ich hatte richtig viel Spaß dabei und es war eine absolut positive Erfahrung. Wenn ich jetzt wieder mal da vorne mitfahre, wird es schon besser gehen. Als ich in der DM das erste Mal vor Markus Volz war, war ich plötzlich auch total nervös wegen dem großen Namen, aber ich konnte damals meinen Platz nach Hause bringen. Heute ist es für mich normal, dass ich mit solchen Größen kämpfe. Ich rechne auch in der WM mit so einem Gewöhnungsprozess», freut sich Hölli auf den nächsten Kampf mit den großen Namen in der WM. «Ich hätte mir nie vorstellen können auf Platz 3 zu fahren. Eigentlich wollte ich nur ein gutes Training haben und sehen, wo ich mich verbessern kann beziehungsweise muss. Wir wissen jetzt wo wir weiter entwickeln müssen, um besser zu werden.»

WM-Läufe gehen ins Geld

Für Höllbacher ist geplant, die DM und ÖM zu fahren. WM-Einsätze da, wo sie nicht mit den nationalen Meisterschaften kollidiert und wenn es finanziell machbar ist. Der Einsatz am WM-Wochenende hat das Budget mit rund 3000 € belastet. 600 € Einschreibegebühr, zirka 1000 € Reisekosten wie Treibstoff, Autobahnmaut etc. Dazu kommen noch zirka 1200 € für Reifen. Verschleiß- und Sturzteile sind nicht eingerechnet. «Wenn das alles passt, und nachdem es jetzt so gut gelaufen ist, können wir uns vorstellen, eventuell einen zweiten WM-Lauf zu fahren. Wenn man es durchziehen möchte, darf man nicht jammern, aber 2, 3 Rennen gehen dann schon richtig ins Geld», sieht der Husqvarna-Pilot eine kleinen Chance für einen weiteren WM-Einsatz.

Der Einsatz von Höllbacher bescheinigt der DM und WM ein gutes Niveau. Weitere Einsätze von Höllbacher in der WM, oder auch Philipp Prestel in der EM, erhöhen das Niveau in der DM und sind gut für den Sport. Auch in Deutschland und Österreich.

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