Formel 1

Toto Wolff (Mercedes): Keine Gespräche mit Verstappen

Von - 22.10.2017 03:49

​Mercedes-Teamchef Toto Wolff über die tolle Pole-Position von Hamilton, die Probleme von Bottas, den Vorteil von Vettel, den neuen Vertrag von Verstappen und die Zukunft von Wehrlein.

Toto, Valtteri Bottas hatte im Qualifying von Austin grössere Schwierigkeiten als Lewis Hamilton. Worauf führt ihr das zurück?

Er war Lewis recht nahe, aber als der Wind zunahm, geriet er vor allem in den Bremszonen in Probleme. In langsamen Kurven fühlte sich der Wagen für Valtteri schlechter an als für Hamilton. Wir reden hier nicht von einer bestimmten Kurve, sondern von leichten Rückständen in allen Kurven.

Seit der Sommerpause scheint Lewis in einer eigenen Kategorie zu fahren. Wieso?

Ungarn war für das ganze Team ein schwieriges Rennen. Wir haben ein kapriziöses Auto, und seit der Sommerpause scheint es Hamilton leichter zu fallen, den Wagen und besonders die Reifen ins optimale Betriebsfenster zu bringen. Wir reden hier auch vom Fahrstil und von der Fähigkeit, sich an Verhältnisse anpassen zu können.

Das 2017er Auto ist ein Siegerfahrzeug, aber du hast es als Diva bezeichnet. Was ändert ihr für nächstes Jahr?

Wir würden die guten Seiten der Diva gerne behalten und ihre Launen loswerden. Aber viele Teams haben Mühe damit zu verstehen, warum ein Auto an bestimmten Tagen funktioniert und an anderen Tagen nicht. Wir selber arbeiten hart daran, das besser zu verstehen. Wir haben Fortschritte gemacht.

Gehen diese Änderungen für 2018 auf den Radstand zurück?

Nein, wir sind davon überzeugt, dass die Schwierigkeiten, die wir ab und an haben, nichts mit unserem längeren Radstand zu tun haben. Auch Ferrari und Red Bull Racing haben bessere und weniger gute Tage.

Was sagst du zum Formel-1-Debüt von Brendon Hartley?

Ich kenne den Neuseeländer seit seinen Tagen in der Formel 3, und bei Porsche hat er sich zum schnellsten Langstreckenfahrer gemacht. Wenn er nun in die Formel 1 kommt und auf Anhieb eine ansprechende Leistung zeigt, dann beweist mir das, dass es eben auch in anderen Kategorien sehr gute Fahrer gibt. Paul Di Resta hat als Massa-Ersatz in Ungarn ja auch einen guten Job gemacht. Er war in den Nachwuchsserien ein Spitzenfahrer, vielleicht kam der Schritt damals Richtung Formel 1 für ihn zu früh. Es war nicht einfach für ihn – vom Sportwagen direkt in den GP-Renner. Ich bin glücklich für ihn, dass es gut gelaufen ist.

Max Verstappen hat einen neuen Vertrag bei Red Bull unterzeichnet. Es ist kein Geheimnis, dass du mit der Familie Verstappen gut auskommst. Bedauerst du es, dass Max für drei Jahre vom Markt ist?

Red Bull war überaus interessiert daran, ihn weiter zu verpflichten. Und wenn ich für Red Bull arbeiten würde, hätte ich das genau so getan. Ich glaube an seine Fähigkeiten, und Stabilität ist wichtig für ein Team. Es war eine naheliegende Entscheidung. Ich bin nicht traurig, dass er vom Markt ist. Es gibt in allen Teams starke Fahrer. Und um das nochmals klarzustellen – es gab keine Gespräche zwischen Mercedes und Verstappen.

Wie siehst du das Renntempo von Mercedes?

Es war für uns einer der besseren Freitage, was die Dauerläufe angeht. Aber oft passiert Unvorhergesehenes. Es gab Situationen, in welchen wir auf Reifen, die an sich die Langsameren sind, sehr gut zurechtgekommen sind. Und es gab Situationen, in welchen wir etwas weniger gut als erwartet waren. Mal abwarten, was im Rennen passiert.

Wurde in den letzten drei Monaten Valtteri Bottas gesagt, er müsse eine unterstützende Rolle spielen?

Wir haben in Ungarn gesehen, dass Vettel bei Ferrari in einer sehr guten Position ist. Weil er in der WM gemessen an seinem Stallgefährten weiter vorne liegt. Das ist für uns ein Nachteil. Also hatten wir mit unseren Fahrern eine Diskussion, dass es möglicherweise zu einer Situation kommen könnte, in welcher wir eine Stallorder anwenden könnten. Aber das ist bislang nicht passiert.

Was kannst du über die Zukunft von Pascal Wehrlein sagen?

Ich glaube, die letzte Möglichkeit ist noch bei Williams. Ihr wisst alle, dass dort verschiedene Piloten in Erwägung gezogen werden. Aber wir können nicht mehr tun. Es kommt der Punkt, an welchem ein Fahrer auf eigenen Beinen stehen muss.

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