Formel 1

Valtteri Bottas (Mercedes): Vor jedem Rennen ein Bier

Von - 13.11.2018 17:25

Finnen sind trinkfest, heißt es. Warum sie diesen Ruf genießen, erklärt Mercedes-Star Valtteri Bottas. Und auch, wie er selbst mit dem Alkohol umgeht.

Ja klar: Kimi Räikkönen hat an dem Ruf fleißig mitgearbeitet. Der Ferrari-Star verriet vor ein paar Monaten in seiner Biografie «Der unbekannte Kimi Räikkönen» ein paar Details zu seinem Alkoholkonsum: «2012 war ich einmal 16 Tage in Folge betrunken. Das war kurz vor dem GP Spanien – und ich wurde im Lotus Dritter».

Der Weltmeister von 2007 gab zudem zu, dass er dem Alkohol über Jahre verfallen war: «Es hat meiner Karriere nicht geschadet. Ich habe eben immer auch noch für alle anderen getrunken…»
Valtteri Bottas musste im Interview mit der Bild am Sonntag ein bisschen gegenlenken. Denn: «Nicht alle Finnen trinken. Warum die Leute denken, dass wir viel trinken, liegt in den unterschiedlichen Kulturen und Trink-Gewohnheiten.»

Heißt: «In Deutschland oder England ist es eher normal, mal etwas zu trinken. Ein Glas Bier oder Wein zum Essen, kein Problem. In Finnland ist Alkohol ein Tabu. Viele Leute trinken deshalb unter der Woche gar nicht – und zerstören sich dann komplett am Wochenende.»

Bottas selbst ist «eher Europäer und hoffe, wir nähern uns diesem Weg mal an. Ich trinke gerne mal ein Glas guten Rotwein zum Essen oder ein Bier nach einer Rad-Tour».

Und: «Natürlich ein Bier, bevor ich ins Auto steige vor dem Rennen, um richtig fokussiert zu sein.» Ein Spaß natürlich. Denn für ihren trockenen Humor sind die Finnen auch bekannt. Was auch an einem gewissen Kimi Räikkönen liegt.

Aus sportlicher Sicht dürfte Bottas froh sein, wenn die Saison bald vorbei ist. In Brasilien musste er seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton gegen die Konkurrenz abschirmen. Eine Rolle, die er 2018 oft einnahm. Aus seiner Sicht zu oft.

«Es hat manchmal genervt, den ich musste es so oft machen», sagte er. Was natürlich auch an ihm selbst lag, weil er das teaminterne Duell mit Hamilton sehr deutlich verlor. In Brasilien reichte es nur zu einem fünften Platz. «Ich habe versucht mich zu verteidigen. Man muss dann einen Kompromiss eingehen: Wie viel verteidigt man, wie viel opfert man in der Kurve oder der Geraden. Am Ende war es nur eine Frage der Zeit, wann die Konkurrenz vorbeigeht.»


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