Formel E

Das neue Formel-E-Auto: Das sagen die Champions

Von - 15.05.2018 11:25

Die Formel E startet in eine neue Ära: Ab der Saison 5 gibt es ein neues Auto, der Gen2-Bolide. Die ersten Testfahrten mit dem spektakulären Auto sind absolviert. Wie fährt er sich denn nun?

Ohne Frage: Mit dem neuen Boliden hat die Elektroserie einen Volltreffer gelandet, was das Aussehen betrifft. Futuristisch und aggressiv kommt der Bolide daher, der mit seinem Vorgänger nicht mehr viel gemeinsam hat.

Die Vorderräder sind in der Art eines LMP1-Renners verkleidet, die Flügel sind aggressiv angestellt, das ganze Styling wirkt mutiger und zeitgemäßer. Nicht umsonst spielt die Formel E mit dem Batmobil-Begriff als Anspielung auf das Gefährt des Superhelden Batman. Auch der neue Cockpitschutz Halo wurde verbaut, ist in der Formel E allerdings mit LED-Licht versehen. Was ebenfalls auffällt: Der fehlende Heckflügel, stattdessen hat der Bolide einen riesigen Diffusor.

Die Autos werden von Spark Racing Technologies gebaut (einer Tochterfirma von Sauber-Teamchef Fred Vasseur), an Bord untergebracht ist eine Batterie neu von McLaren Applied Technologies, nicht mehr bis bisher von Williams Advances Engineering. Sie leistet 54 und nicht mehr wie bislang 28 kWh. Heißt: Die Batterien schaffen eine komplette Renndistanz, ein Fahrzeugwechsel wie bisher ist nicht mehr nötig. Dazu steigt auch die Leistung, umgerechnet sollen die Autos künftig 340 PS leisten.

Die Kosten für die Teams gehen ab Saison 5 trotz der neuen Autos runter. Denn: Ein Bolide inklusive Einheits-Chassis (299.600 Euro), Batterie (200.000), Antriebsstrang (250.000) und Halo (12.700) plus Verwaltungsgebühren für Privatteams kostet dann maximal 817.300 Euro.

Gespart wird durch den nicht mehr notwendigen Autowechsel. Heißt: Ein Team benötigt nur noch zwei statt vier Autos, die aktuell rund 480.000 Euro kosten. Unter dem Strich werden also Kosten eingespart.

Doch wie fährt er sich denn nun? Die Formel E hat dazu die drei Champions befragt.

Lucas di Grassi, Audi (Champion 3. Saison)

Mein erster Eindruck ist, dass das Auto einfach genial ist. Es ist ein eindeutiger Fortschritt in Sachen Leistung, Power und Fahrverhalten, denn die Bremsen sind viel besser und das Auto verhält sich insgesamt viel besser. Ich bin glücklich über alles, was Audi gemacht hat. Wir haben einige Kilometer hinter uns gebracht, wenn nicht sogar den größten Test überhaupt. Das Auto verhielt sich sehr gut, wir sind zufrieden mit der Entwicklung und unserer Arbeit.

Wir konnten einige Daten erfassen, die zukünftig analysiert werden. Der erste Eindruck war jedoch super und ich freue mich schon, das Auto auf den Straßen zu fahren. Auf technischer Ebene ist es ein großer Schritt für die Meisterschaft.

Sebastien Buemi, Renault e.dams (Champion 2. Saison)

Es hat viel Power! Ich bin nicht so viel gefahren wie ich es wollte, aber das war schon gut. Was die Power angeht ist es ein großer Schritt aber die größte Entwicklung finden wir in der Batterietechnologie. Wir werden das erste Mal in der Geschichte der Formel ein ganzes Rennen mit einem einzigen Auto fahren können, das auch noch ein ähnliches Gewicht aufweist. Das ist also die größte Veränderung, mehr als die Haftung oder die Anpresskraft, denn die sollten wohl recht ähnlich sein. Nächstes Jahr dürfte also nicht so viel anders sein.

Mit nur einem Auto ist es eher ein Problem im freien Training, wenn man crasht, dann verpasst man nämlich das Qualifying. Es ist dann wichtiger, sein Wochenende ordentlich zu verwalten. Die Formel E ist dabei, die Rennstrecken für das nächste Jahr zu optimieren, es wird also fantastisch!

Nelson Piquet Jr, Panasonic Jaguar Racing (Champion 1. Saison):

Allgemein sieht das Auto besser aus, es ist schneller und hat bessere Reifen, sie haften besser. Und wir werden keinen Boxenstopp mehr haben, das hilft. Wenn man morgens das Fahrzeug der 1. Saison und nachmittags das Fahrzeug der 5. Saison fahren würde, dann ist das ein riesiger Unterschied. Das eine hatte Gänge und es war das gleich für alle und nun, entwickelt jeder sein Triebwerk, das ist also ein wenig anders.

Wenn man die Veränderungen jedoch über fünf Jahre durchgehend durchführt, dann merkt man das nicht so. So wie jemanden aufwachsen zu sehen! Ich denke, der Kampf wird mit der Zeit härter, besonders in Saison sechs und sieben. In der ersten Saison mit diesem Auto werden gewisse Teams Vorteile haben und es wird große Unterschiede geben, bevor die anderen aufholen.

Ich denke das Energiemanagement wird einfacher sein, denn es gibt nur noch eine und man kann mehr darüber nachdenken und es gibt weniger Variablen. Meiner Ansicht nach wird es einfacher mit einem Fahrzeug, keinem Boxenstopp und keinen Überraschungen.

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