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IDM 2018: Erste Pläne, noch nichts Offizielles

Von - 11.09.2017 19:35

Unterschriftsreife Verträge liegen noch keine auf dem Tisch. Doch es gibt bereits eine IDM 2018 in groben Umrissen. Geredet wird derzeit nur hinter den Kulissen. Öffentlichkeitsarbeit wie immer zäh.

Nachdem der Industrieverband Motorrad und der Ausrichter erst im März diesen Jahres die Verträge unterschrieben hatten und die IDM erst auf den letzter Drücker Fahrt aufnahm, will der neue Promoter für die nächste Saison nicht wieder bis zum letzten Moment warten, um zu verkünden, wo die IDM-Reise in Zukunft hingeht.

Offiziell gibt es noch nichts. Für das IDM-Finale in Hockenheim hat sich der IVM vorgenommen, mit ersten Fakten rauszurücken. Auch im Vorjahr war für das Finale in Hockenheim so einiges angekündigt, was dann doch nicht stattfand. Also bleibt abzuwarten, was es in drei Wochen tatsächlich zu hören gibt.

Ein informelles Gespräch zwischen den IDM-Teamchefs und dem IVM hat indes schon stattgefunden.

Der IVM möchte wohl den Vertrag mit dem aktuellen Ausrichter verlängern, berichtet der eine oder andere Teamchef. Über Vermarktung und die aktuelle Lage, dass die IDM weder über eine eigene Internetseite noch eine klar erkennbare Eigenständigkeit in den sozialen Medien verfügt, wurde nicht gesprochen. Es ging eher ums Praktische.

IDM Superbike zweigeteilt

Wie schon in Oschersleben und auch demnächst beim Finale in Hockenheim sollen die Rennen der IDM Superbike zukünftig über das Wochenende verteilt werden. Ein Rennen am Samstag und ein Rennen am Sonntag. Angelehnt an die aktuelle Version der Superbike-WM. «Ob die Kalkulation aufgeht?», fragt sich ein Teamchef. «Wir haben schon Schwierigkeiten, unsere Kunden an einem Sonntag an die Rennstrecke zu bringen. Ich bezweifle, dass die alle ein komplettes Wochenende für ein IDM-Rennen investieren. Was man ja müsste, wenn man beide Rennen sehen will. Und die meisten interessieren sich eben für die Superbike-Klasse. Ob die dann durch halb Deutschland fahren, um am Sonntag nur ein Rennen zu sehen?»

Technisch wurde noch nichts angekündigt. Zurück zu einer reinrassigen Superbike-Klasse will keiner, die meisten kommen mit ihrer erlaubten hauseigenen Elektronik klar. Suzuki und Honda fahren zwar noch mit der Standard-Version herum, doch zumindest bei Honda soll die neue Elektronik in Hockenheim erstmals zum Einsatz kommen. Manch einer wünscht sich ein paar Freiheiten aus der Vergangenheit zurück. Zum Beispiel im Bereich der Nockenwellen.

Supersport 600 plus Superbike Light

Der Titelkampf in der IDM Supersport 600 war zwar spannend und es tauchten immer wieder neue Gesichter auf dem Podest auf, doch wegen Überfüllung geschlossen war die Klasse, die noch immer als Bindeglied zwischen den kleinen Klassen und den Cups zu den Superbikes fungiert, eindeutig nicht. Abgeschafft werden soll die Klasse aber wohl nicht. Denn sonst würde eben die Verbindung zur IDM Superbike wegfallen. Und keiner kann einen Teenager aus der IDM Supersport 300 ernsthaft und ohne Umschweife über die mittlere Kategorie auf eine 1000er setzen wollen. Und Moto2 ist kein Thema in der IDM.

Daher soll in die Supersport-Klasse eine IDM Superbike Light integriert werden. Jeder Hersteller bietet ein Motorrad an, allerdings entsprechend in der Leistung gedrosselt. Die Rennen werden gemeinsam ausgetragen und eventuell getrennt gewertet. Das Light-Superbike könnte dann in der darauffolgenden Saison von seiner Drosselung befreit werden, um so in der IDM Superbike fahren zu können.

Die Cup-Klassen

Schon jetzt sind die Rennsonntage durch eine gewisse Hektik geprägt. Die Siegerehrungen wurden ins Fahrerlager verlegt. Zuschauer, die auf der Tribüne sitzen haben auch zukünftig keine Chance, von einer Siegerehrung etwas mitzukriegen. Denn Zeit ist Geld und die Zeit in der IDM ist knapp. Die IDM Sidecar und die IDM Supersport 300 hatten in diesem Jahr nur eine Kurzvariante der Startaufstellung, ähnlich dem Quickstart nach einem Rennabbruch.

Während die Siegerehrungen im Fahrerlager abgefrühstückt werden, können auf der anderen Seite schon die nächsten Fahrer in die Startaufstellung rollen. IDM-Fotos und Sieger-Interviews gehen nur noch im Hauruck-Verfahren.

Doch damit wurde Platz geschaffen im Zeitplan. Denn auch die Cup-Klassen müssen untergebracht werden. In diesem Jahr der Dauerbrenner Yamaha-R6-Dunlop-Cup und zusätzlich zwei Suzuki Cups. Der Twin-Cup und der SV 650 Cup. Letzterer soll 2018 markenoffen sein. Noch dabei im nächsten Jahr der BMW-Cup. Also dürfte der Zeitplan 2018 noch strammer werden. Angestrebt wird ein durchgängiger Zeitplan, der auf allen Rennstrecken gilt.

Der Terminkalender

Für konkrete Termine ist es noch zu früh. Doch eine Vorstellung und erste Gespräche zwischen den Beteiligten sind am Laufen. Lausitzring ist nach dem Verkauf an die Dekra raus. Um eine eigene Veranstaltung dort durchzuziehen, fehlt es der IDM an einem Partner, der das finanzielle Risiko trägt.

Wieder mit dabei Publikums-Liebling Schleizer Dreieck und das Finale auf dem Hockenheimring. Auch wieder im Gespräch, auch wenn sie keine ausgemachten Lieblinge der Industrie mangels Zuschauer sind, die Rennen in Zolder/Belgien und Assen/Niederlande. In Zolder formiert sich langsam eine feste Fan-Gemeinde. In Assen hat es die IDM nach wie vor schwer in Sachen Zuschauer. Der diesjährige Termin, eine Woche nach dem Gamma Racing Day mit 100.000 Fans auf den Tribünen, war nicht wirklich günstig. Bei der Britischen Superbikemeisterschaft, die wenige Wochen nach der IDM in Assen unterwegs ist, treten die Macher in Assen selber als Ausrichter an und die Werbung ist entsprechend massiv. Seit Jahren nicht zu übersehen, das Banner an der Tribünen-Rückseite Ende der Start-Ziel-Geraden. Für jeden sichtbar, der auf das Gelände rund um den TT Circuit einfährt. Die IDM macht da keinen Stich und müsste sich selber um die Vermarktung kümmern.

In Oschersleben soll die IDM 2018 zwei Mal an den Start gehen. Für die IDM Superbike wird sogar noch ein dritter Auftritt diskutiert. Im Rahmen der German Speedweek. Schwierig für die Piloten, die neben der IDM auch in der WM starten. «Denn es hat sich rumgesprochen, dass die IDM-Piloten was taugen», meint ein Doppelstarter. «Es werden konkret Piloten aus der IDM von den WM-Teams angesprochen.» Nahezu die komplette Top-Ten-Riege der IDM Superbike ist in der Langstrecken-WM beschäftigt.
Ausgang offen.

Über einen Auftritt im Rahmen der Superbike-WM kann man noch nichts sagen, denn keiner weiß, wo der deutsche WM-Lauf stattfinden soll. Wer den Nürburgring in der Liste sucht, hat sich nicht verguckt. Der steht da nicht. Wohl zu teuer.

Noch diskutiert wird scheinbar die Menge der Rennen. Der IVM hätte gerne acht, dem Ausrichter würden auch sechs reichen. Keine Rede ist mehr von der Osterweiterung der IDM. Im Sommer kamen Gerüchte auf, man wolle IDM-Rennen in Most, am Slovakiaring und/oder Brünn veranstalten. Wie weit da was dran war oder ist, ist offen.

Soweit die unbestätigte Info-Sammlung. Einen Kommentar seitens des IVM oder des Ausrichters gab es trotz Nachfrage und reichlich Wartezeit nicht.

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Was passiert in der IDM 2018? © Regina Wiessmann Was passiert in der IDM 2018?
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