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Platz für den Pro Mono Cup in der IDM 2018?

Von - 18.09.2017 08:04

Die IDM platzt durch die zahlreichen Hersteller-Cups schon jetzt aus allen Nähten. Im kommenden Jahr wird der Zeitplan noch voller. Klassen für junge Talente fehlen. Der Pro Mono Cup macht Angebote.

In der Saison 2016 war im Rahmen der IDM auch die eine oder Klasse zu Gast, die man vorher und auch nachher so nicht mehr zu sehen bekam. Im Jahr 1998 war Katja Poensgen Europameisterin in der Supermono-Kategorie geworden. Im Jahr 2015 holte der Österreicher Lukas Wimmer den Titel. 2016 dann der Einstieg bei der IDM.

«Zum ersten Mal hatten sich die drei Einzylinder Klassen Pro Mono, FIM Europe Supermono Cup und KTM Duke Battle zusammengetan», erklärte damals Markus Krämer, Geschäftsführer von Krämer Motorcycles und im Vorjahr Initiator der Pro Mono Klasse. «Es war die einzige Möglichkeit, um auf der Plattform der IDM mitzufahren. Bei allen drei Klassen handelt es sich um 4Takt Einzylinder Motorräder und der Speed zwischen den Klassen war sehr ausgeglichen. Wir hatten sehr spannende und schnelle Rennen, bei denen die Spitzenfahrer die gleichen Zeiten wie die schnellsten Fahrer im ADAC Northern Europe gefahren sind.»

Es gab für 2017 nur eine Wertungsklasse und dies unter dem Schirm des FIM Europe Supermono Cup. Vier Veranstaltungen kamen zusammen. Bei der IDM war kein Platz mehr.

«Wir haben im März die Absage von der IDM bekommen», erklärt Krämer, «dass wir in diesem Jahr nicht dort mitfahren können. Mit dem späten Terminkalender und allem, hätte es für uns sowieso nicht in der IDM funktioniert. Wir fahren jetzt bei verschiedenen Veranstaltern der Alpe Adria, DCR (Ducati Club Race) und in Frohburg mit.»

«Das Motorrad und das Rennen fahren ist doch unser gemeinsamer Nenner und sollte uns alle zusammenschweißen», glaubt Krämer. «Die Realität, die ich erlebe, ist aber oft eine andere. Der gemeinsame Nenner ist sehr häufig lediglich die eigene Klasse, in der man sich befindet. Die kleineren Klassen werden belächelt und die größeren, wenn es welche gibt, die sind „arrogant“. Es kann doch nicht sein, dass man sich zurücklehnt und sich freut oder bestätigt fühlt, wenn eine Klasse wenig Starterzahlen hat oder nicht funktioniert. Dies ist nicht nur das Problem der einen Klasse, sondern ein Problem, das uns alle betrifft.»

«Mich würde es sehr freuen, wenn wir speziell im deutschsprachigen Raum etwas offener werden und mehr zusammenhalten als uns gegenseitig aufzureiben», lautet Krämers Wunsch. «Ich habe leider auch nicht die finale Lösung, um die IDM-Probleme aus dem Weg zu räumen, aber ich hätte einen Ansatz. Es sollte immer zunächst die Frage gestellt werden: Was ist das Beste für den Sport und damit meine ich für die Rennfahrer und Teams. Das sollte bei jeder Fragestellung an erster Stelle stehen und nicht, wer hat das meiste Geld, um seine persönlichen Interessen durchzusetzten.»

«Ohne professionelle Rennfahrer und Teams kann man machen was mal will, es wird nichts bringen», ist er sich sicher. «Erst wenn die Rennklassen voll sind und das mit guten schnellen Fahrern, kann alles andere folgen. Wenn dies nicht der Ansatz ist, wird die IDM früher oder später ein teurer Track Day Anbieter und keine Entwicklungsplattform für professionelle Rennfahrer.»

«Wie jeder andere verfolgen wir natürlich auch unsere Interessen», ist sich Krämer bewusst, «und wir würden es lieben, 35 von unseren Bikes in der IDM am Start zu sehen, mit jungen motivierten Fahrern. Wo wir uns von vielen unterscheiden ist, dass wir unser Motorrad ausschließlich für den Renneinsatz entwickelt haben. Mit 80 PS und 125 kg ist es perfekt für den Übergang von den Einstiegsklassen zu den großen Klassen geeignet. Und wenn man mal genauer hinschaut, werden viele überrascht sein, was die Kosten angeht und wie schnell man mit diesem kleinen Bike fahren kann.»

Die Frage steht im Raum, ob ein solche Klasse zur IDM passen würde. Auch der Platz ist ein Thema. Denn durch die Finanzierung der Serie mit Hilfe der Industrie wollen auch die Hersteller ausschließlich ihre eigenen Motorräder auf der Strecke sehen. 2018 gibt es den Yamaha-Cup, einen markenoffenen Twin-Cup, in dem dieses Jahr fast ausschließlich Suzuki unterwegs waren, der Suzuki GSX R 1000 Cup und neu dazu kommt der BMW-Cup. Lediglich aus dem Yamaha Cup kamen in der Vergangenheit regelmäßig junge Talente hervor, die den Weg in die Motorsportszene schafften. In den anderen Cups sind auch gerne mal gesetztere Herrschaften unterwegs. ADAC Junior Cup und der ADAC Northern Europe Cup findet bei der IDM nicht statt.

«Egal, ob wir irgendwann Teil der IDM werden oder nicht», so Krämer. «ich wünsche mir etwas mehr Zusammenhalt und dies klassenübergreifend.»

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