Moto2

Stefan Kiefer (51) tot: Die Tragödie des Jahres

Von - 04.01.2018 06:55

Das GP-Fahrerlager wurde im Oktober 2017 vor dem Freitag-Training in Malaysia tief erschüttert: Teambesitzer Stefan Kiefer starb nach einem Herzinfarkt.

Für das Kiefer Racing Team brach am Freitagmorgen beim Malaysia-GP am 27. Oktober die Welt zusammen.

Schon in den 15 vorangegangenen Monaten hat der deutsche Traditionsrennstall einen Tiefschlag und Rückschlag nach dem anderen hinnehmen müssen.

Zuerst zog sich Leopard nach der Saison 2016 als Hauptsponsor zurück, Kiefer blieb aber in der Moto2-Klasse und wechselte von Kalex zu Suter.

Auch Danny Kent wurde behalten, der auf der Leopard-Honda 2015 den Moto3-WM-Titel im Kiefer-Team gewonnen, aber 2016 in der Morto2 enttäuscht hatte.

Als Teamkollege wurde Dominique Aegerter engagiert, der das Schweizer CGBM-Team und seinen langjährigen Mäzen Olivier Métraux verließ, weil er statt der Kalex nach zwei Jahren wieder eine Suter MMX2 fahren wollte.

Aber das Teambudget stand auf wackligen Beinen, Suter Industries brachte Sponsor AirGrinder mit und subventionierte das Team mit rund 1 Million Euro.

Danny Kent nahm bereits beim Texas-GP Reißaus, weil er mit der Sutzer5 nicht zurechtkam. Ersatzfahrer Tarren Mackenzie, britischer 600-ccm-Supersport-Champion, erfüllte die Erwartungen nicht, er kam in Le Mans ins Team und blieb mit Ausnahme von Motegi (Platz 15) bis zum Saisonfinale punktelos.

Domi Aegerter dachte im Herbst über einen Wechsel zurück zum CGBM-Team nach, fuhr aber dann in Misano im September nach dem dritten Startplatz seinen vermeintlich zweiten GP-Sieg heraus, daraufhin entschied er sich zu einer Vertragsverlängerung bei Kiefer.

Doch beim Japan-GP der nächste Rückschlag: Der Sieger wurde wegen unerlaubter Ölzusätze aberkannt, Aegerter wollte es tagelang nicht wahrhaben und hoffte auf ein Wunder, doch Tom Lüthi wurde offiziell zum Misano-Sieger 2017 erklärt.

In der Zwischenzeit war der Brite David Pickworth als vermeintlicher Retter des Kiefer Teams auf den Plan getreten. Er wollte das Team mit dem Geld russischer Investoren übernehmen und fortführen, auf KTM umsteigen und die Fahrerpaarung Aegerter/Cortese in die WM führen.

Aber dann passierte beim Malaysia-GP in der Nacht von 26. Auf 27. Oktober das Unfassbare: Teambesitzer Stefan Kiefer (51) erlag in der Nacht auf Freitag einem Herzinfarkt, sein Bruder und Zimmerkollege fand ihn in der Früh im Hotel Nilai Springs tot auf.

Vier Stunden vor seinem Tod hatte der leidenschaftliche Motorradsportfan Stefan Kiefer, der seine Lebensgefährtin Nadine und Sohn Jayden (7) hinterließ, den Vorvertrag mit Pickworth unterzeichnet.

Doch dieser Deal entpuppte sich am 20. Dezember endgültig als Seifenblase. Pickworth konnte die von KTM geforderte Bankgarantie nicht abliefern.

Aegerter und Cortese und Jochen Kiefer und alle Teammitglieder fielen aus allen Wolken.

Aegerter versucht jetzt gemeinsam mit Gönnern und Sponsoren und Freunden sowie mit Jochen Kiefer und Dorna, wenigstens noch ein Ein-Fahrer-Team finanzieren zu können.

Bleibt zu hoffen, dass Cortese noch irgendwo eine Beschäftigung findet, Aegerters Saison finanziert werden kann und für Kiefer Racing (zwei WM-Titel durch Bradl und Kent) wieder rosigere Zeiten anbrechen.

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Stefan Kiefer (51) starb beim Malaysia-GP © Weisse Stefan Kiefer (51) starb beim Malaysia-GP Schweigeminute am Samstag beim Sepang-GP zu Ehren von Stefan Kiefer © Weisse Schweigeminute am Samstag beim Sepang-GP zu Ehren von Stefan Kiefer
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