MotoGP

Wieso Crutchlow, Petrucci & Bautista Aprilia absagten

Von - 24.02.2018 07:07

2015 kehrte Aprilia mit einem Werksteam in die MotoGP-WM zurück, auch für 2018 konnte der Hersteller aus Noale keinen der Stars verpflichten. Rennchef Romano Albesiano verrät, woran es scheiterte.

2014 eroberte Aprilia den letzten WM-Titel, mit Sylvain Guintoli bei den Superbikes. Dieser folgte auf zwei Titel von Max Biaggi (2010 und 2012) in der seriennahen Weltmeisterschaft. Anschließend beschloss Piaggio-Group-Chef Roberto Colaninno, es noch einmal in der Königsklasse MotoGP zu versuchen, für 2015 wurde ein Werksteam auf die Beine gestellt.

Gegen seinen Willen wurde Marco Melandri aus der Superbike-WM ins MotoGP-Team transferiert, er wurde mangels Leistung während der Saison durch Stefan Bradl ersetzt. An seiner Seite fuhr Alvaro Bautista.

2016 setzte der Hersteller aus Noale auf das gleiche Duo, für 2017 gab es einen Radikalschnitt und es wurden Aleix Espargaró und Sam Lowes unter Vertrag genommen. 2018 absolviert der ältere der Espargaró-Brüder seine zweite Saison mit Aprilia, Lowes wurde durch Scott Redding ersetzt.

SPEEDWEEK.com setzte sich mit Rennchef Romano Albesiano zusammen, um über die Fahrerwahl zu sprechen.

Romano, Marco Melandri und Sam Lowes haben sich als Flop erwiesen. War Álvaro Bautista besser als Aleix Espargaró?

Bautista war sehr gut, auch Bradl war okay. Er lieferte einen guten Job ab. 2016 hatten wir ein starkes Fahrerduo.

Mit Bautista hatten wir viel Glück, er kam zu uns, als das Projekt am Anfang stand. Er hat das Motorrad von einem mehr oder weniger Superbike zu einem ordentlichen GP-Bike entwickelt. Ende 2016 fuhren wir konstant in die Top-10, Bautista hat uns sehr geholfen.

Um den nächsten Schritt zu machen, brauchten wir jemanden, der sich mit anderen Fabrikaten auskennt. Außerdem passt der Speed von Aleix.

Zu Beginn eines Projekts brauchst du den Vergleich mit anderen Herstellern, sonst weißt du nicht, wo du stehst. Aleix hat uns dabei geholfen. Das Bike wurde besser, er trieb uns immer weiter an.

Der pure Speed von Aleix ist höher als der von Bautista?

Aleix ist ein Spitzenfahrer, sein Speed ist sehr hoch.

War es rückblickend ein Fehler, dass ihr nach der Saison 2016 beide Fahrer Bautista und Bradl ausgetauscht habt?

Wir hatten schon ein Jahr zuvor Sam Lowes verpflichtet, wir wollten einen jungen Fahrer. Damit stand ein Pilot fest. Dann hatten wir die Chance, Aleix zu bekommen. Wir kannten die Risiken dieses Wechsels, gingen sie aber ein. Die Entscheidung war richtig, Aleix zeigt den Level unseres Bikes exzellent.

Abgesehen von 2013, als Sam Lowes Supersport-Weltmeister wurde, war er immer ein Sturzpilot. Warum habt ihr ihm trotzdem einen MotoGP-Platz gegeben?

Wir waren damals nicht bereit für einen Rookie, sondern angewiesen auf erfahrene Piloten, die unser Motorrad entwickeln können. Wir dachten, dass wir in unserer Entwicklung schon weiter sind.

Mit einem jungen Fahrer kannst du Glück haben oder auch nicht.

Scott Redding ist auch noch jung, er hat aber schon sehr viel Erfahrung auf Toplevel mit anderen Herstellern.

Wir wissen, dass unser Motorrad mit Aleix sehr schnell sein kann. Wir wollen aber ein Bike, mit dem viele schnell fahren können.

Ihr habt für 2018 mit Cal Crutchlow, Danilo Petrucci, Jack Miller und Bautista verhandelt, sie alle haben euch abgesagt. Warum?

Mit Miller haben wir nie verhandelt. Jeder der anderen hat uns aus anderen Gründen abgesagt. Einzelne bekamen von anderen Teams viel Geld bezahlt – wir glauben nicht, dass sie das wert sind.

Es ging nur ums Geld?

Zum Teil.

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Aprilia-Rennchef Romano Albesiano © Gold & Goose Aprilia-Rennchef Romano Albesiano Wollten nicht zu Aprilia: Cal Crutchlow (li.) und Danilo Petrucci © Gold & Goose Wollten nicht zu Aprilia: Cal Crutchlow (li.) und Danilo Petrucci
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