MotoGP

Pol Espargaro: «KTM bezahlt mich für dieses Risiko»

Von - 29.12.2018 09:02

«Es war schwierig, wieder so zu fahren wir vor diesem Crash», meint KTM-Werksfahrer Pol Espargaro rückblickend zu seinem schlimmen Abflug im Warm-up des MotoGP-Rennens in Brünn.

Stürze sind nicht nur schmerzhaft, sie kosten auch oft Vertrauen zur Maschine oder Rennfahrer bekommen Selbstzweifel. KTM-Werksass Pol Espargaro erlebte eine sturzreiche Saison 2018 mit drei schweren Verletzungen.

SPEEDWEEK.com erzählte der 27-jährige Spanier, wie er sich von den Rückschlägel erholte und sich aus dem Tief fuhr.

Pol, du hast im Warm-up von Brünn den schlimmsten Sturz deiner Laufbahn erlebt. Du hast 30 Sekunden lang deine Beine nicht gespürt, 45 Sekunden lange auch Arme und Hände nicht. War es nachher schwierig, wieder ans Limit zu gehen?

Ich glaube, das Fahren am Limit war nicht das Problem. Aber es war schwierig, wieder so zu fahren wir vor diesem Crash, also über das Limit zu gehen. Ich war vorher immer am Limit, manchmal darüber. Das hat ja zu den Stürzen geführt.

Um nach so einem Sturz zurückzukommen und wieder ganz der Alte zu sein, musst du dich wirklich gesund fühlen. Und gesund war ich bei der Rückkehr in Misano vier Wochen später auf keinen Fall.

Außerdem besteht die Gefahr, dass du wieder stürzt, weil du noch nicht wirklich einsatzbereit bist. Das sind schwierige Phasen.

KTM-Manager Pit Beirer meinte im Juni beim Mugello-GP: «Jetzt haben wir das Motorrad deutlich verbessert. Jetzt müssen die Fahrer mal übers Limit gehen und mehr als 100 Prozent herausholen.» Ein paar Wochen später hatte KTM zwei stark ramponierte Fahrer – Kallio und dich.

Bah… Ich kann nicht für Bradley Smith sprechen, aber ich bin überzeugt, bei ihm war es nicht anders. Ich gehe immer ans Limit. Das ist der einzige Weg, um die wahren Probleme des Rennmotorrads herauszufinden.

Wenn du eine halbe Sekunde unter deinem Limit fährst, wirst du die Probleme kaum finden. Das klappt nur, wenn du alles aus dem Bike herausquetscht. Dann findest du die Schwachstellen früher oder später.

Das Problem war: 2018 waren wir im Schnitt eine Sekunde langsamer als die Topfahrer. Wenn wir uns noch eine halbe Sekunde zur Entspannung gegönnt hätten, wäre der Abstand auf 1,5 Sekunden gewachsen.

Vielleicht kann Marc Márquez manchmal eine halbe Sekunde einsparen und sich entspannen, weil er sowieso immer WM-Leader war und auch dann in den Top-Ten landet, wenn er an einem Freitag mal nicht alles riskiert.

Wir können uns das nicht leisten. Mit der KTM müssen wir immer am Limit sein. Das entspricht auch meiner Philosophie vom Rennfahren. Und wenn du am Limit bist, kommt es zu Stürzen.

Aber ich kenne diesen Sport und seine Risiken. Ich spiele nicht Golf, sondern fahre MotoGP. Ich bin mir des Risikos bewusst. Aber KTM bezahlt mich für dieses Risiko. Deshalb bemühe ich mich, 200 Prozent zu geben, sobald ich auf das Motorrad steige.

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