MotoGP

WM 2019: Unerwarteter Rummel auf dem Transfermarkt

Von - 09.09.2019 09:12

Für die Saison 2020 waren nur wenige MotoGP-Plätze offen. Trotzdem erleben wir turbulente Wochen mit handfesten Überraschungen – wegen Jorge Lorenzo und Johann Zarco.

Eigentlich wurde abseits der GP-Rennstrecken eine gemütliche MotoGP-Saison 2019 gerechnet. bei den Wettkämpfe würde es erbarmungslos zugehen, aber da die Stars von Yamaha, Honda, Suzuki, KTM und Aprilia alle Zwei-Jahres-Verträge bis Ende 2020 hatten, schien auf dem Transfermarkt weitgehend Ruhe eingekehrt zu sein. Von den namhaften Piloten und Teams mussten im Laufe der Saison nur Ducati-Werkspilot Danilo Petrucci und Pramac-Ducati-Fahrer Jack Miller ihre Verträge verlängern, Takaaki Nakagami bei LCR-Honda, dazu Miguel Oliveira und Hafizh Syahrin bei Red Bull Tech3 KTM. Dazu noch Privatfahrer wie Tito Rabat.

Aber es wurden bunte Monate mit vielen unerwarteten Gesprächen und Verhandlungen, Gerüchten und Spekulationen. Zuerst wurde einmal im Juni und Juli die Frage erörtert, ob Valentino Rossi seinen Vertrag für 2020 erfüllen werde, nachdem er dreimal gestürzt und in Sachsen nur auf Platz 8 gestolpert war. Der Frust über das für ihn nicht konkurrenzfähige Material war ihm anzusehen. Doch seit Brünn geht es aufwärts, auch bei den Startplätzen. Somit hat sich dieses Thema erledigt.

Die Frage, ob sich Red Bull KTM und Johann Zarco nach der Saison 2019 trennen würden, ging bereits beim Jerez-GP los. Seit dem Spielberg-GP gibt es eine Antwort. Zarco steigt aus, er hofft jetzt auf einen Testfahrer-Vertrag bei Yamaha, und wenn Jorge Lorenzo zurücktritt und Alex Márquez nicht dessen Platz übernimmt, wird Zarco auf der Honda-Kandidatenliste ganz oben stehen, weil es kaum andere Anwärter gibt, obwohl er HRC im März 2017 schon gründlich verärgert hat, als sein damaliger Manager Laurent Fellon noch von Honda verhandelte, als der KTM-Vertrag längst unterzeichnet war.

Jorge Lorenzo blieb bisher auf der Honda RC213V alles schuldig, es fehlt sogar ein Top-Ten-Ergebnis. Deshalb kam sein Manager Albert Valera im Sommer auf die Idee, für 2020 bei Ducati anzufragen. Dort wurde dann überlegt, ob man die in Sachsen an Jack Miller gemachte Zusage wieder zurückziehen und Lorenzo ein Jahr mit Werksmaterial bei Pramac parken und 2021 statt Dovizioso ins Ducati-Werksteam hieven sollte,

Doch Honda gab Lorenzo nicht an die Konkurrenz frei, seither reifen beim 32-jährigen Mallorquiner Rücktrittsgedanken. Oder er gönnt sich ein «Sabbatical» und kehrt 2021 bei Ducati zurück.

HRC lässt sich mit der Verpflichtung von Takaaki Nakagami verdächtig viel Zeit. «Er wird zu 99 Prozent bei Honda bleiben», sagt LCR-Teambesitzer Lucio Cecchinello.

Gut möglich, dass Nakagami als Notlösung für ein Jahr bei Repsol-Honda bereitgehalten wird und Alex Márquez als Rookie zu LCR transferiert wird.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt: Das Red Bull KTM Tech3-Team hat sich bereits im April mit Oliveira auf eine zweite Saison geeinigt, seit Assen steht Brad Binder als sein neuer Teamkollege fest. Und Syahrin muss dort nach dieser Saison den Hut nehmen.

Bei Pramac-Ducati ändert sich die Fahrerpaarung nicht, aber erstmals erhalten beide Piloten (Miller und Bagnaia) GP20-Modelle, also die neuesten Werks-Desmosedici.

Bei Ducati Corse hängt der Haussegen schief. Andrea Dovizioso und Gigi Dall’Igna haben sich seit der Lorenzo-Aktion vom August nicht mehr viel zu sagen.

Man wird sich aber noch bis zum Valencia-GP 2020 miteinander beschäftigen müssen.

WM-Stand nach 12 von 19 Grand Prix:

1. Marc Márquez 250. 2. Dovizioso 172. 3. Rins 149. 4. Petrucci 145. 5. Viñales 118. 6. Rossi 116. 7. Miller 94. 8. Quartararo 92. 9. Crutchlow 88. 10. Morbidelli 69. 11. Pol Espargaró 68. 12. Nakagami 62. 13. Mir 39. 14. Aleix Espargaró 33. 15. Bagnaia 29. 16. Iannone 27. 17. Oliveira 26. 18. Zarco 22. 19. Lorenzo 21. 20. Bradl 16. 21. Rabat 14. 22. Pirro 9. 23. Guintoli 7. 24. Syahrin 6. 25. Abraham 5.

So sehen die MotoGP-Verträge für 2020 aktuell aus:

Repsol Honda:
Marc Márquez
Jorge Lorenzo

Ducati Team:
Andrea Dovizioso
Danilo Petrucci

Suzuki Ecstar:
Alex Rins
Joan Mir

Yamaha Factory Racing:
Valentino Rossi
Maverick Viñales

Red Bull KTM:
Pol Espargaró
(Nachfolger für Johann Zarco gesucht)

Aprilia Team Gresini:
Aleix Espargaró
Andrea Iannone

Petronas Yamaha SRT:
Fabio Quartararo
Franco Morbidelli

Pramac Ducati:
Jack Miller
Francesco Bagnaia

LCR Honda:
Cal Crutchlow
Takaaki Nakagami (noch nicht bestätigt)

Red Bull Tech3 KTM:
Miguel Oliveira
Brad Binder

Reale Avintia Ducati:
Tito Rabat
Karel Abraham

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