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Pit Beirer (KTM): Neueste Teile für die besten Fahrer

Von Günther Wiesinger
Miguel Oliveira: Ab Spielberg auf dem besten Material

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KTM wird das Red Bull Tech3-Kundenteam gleichberechtigt behandeln. «Bei der Verteilung neuer Teile wird es klar nach dem Ranking der vier Fahrer gehen», versichert Rennchef Pit Beirer.

Red Bull KTM setzte bereits im dritten MotoGP-Jahr ein Kundenteam ein, nachdem sich die Tech3-Mannschaft von Hervé Poncharal zur Trennung von Yamaha entschlossen hatte. Suzuki hat seit 2002 noch nie ein MotoGP-Kundenteam ausgerüstet, Aprilia Racing ebenfalls nicht. «Eigentlich wollte KTM noch bis 2020 warten. Aber bei Yamaha hatte ich immer Zwei-Jahres-Verträge. Wenn ich nach 2018 einen neuen unterschrieben hätte, wäre ich erst 2021 für KTM frei gewesen», erläuterte Teambesitzer Hervé Poncharal im Gespräch mit SPEEDWEEK.com

KTM-Motorsport-Direktor Pit Beirer weiß, dass die KTM RC16 noch nicht ausgereift ist und 2019 deshalb viele Entwicklungsschritte nötig wurden. Das Tech3-Team konnte nicht immer mit dem neues Material beliefert werden, was bei den Fahrern wie Miguel Oliveira manchmal für Unmut und Frust sorgte. Viele selbst ernannte Experten meinten, KTM habe sich zu früh ein Kundenteam aufgehalst.

«Es ist natürlich wie im Fußball. Du hast daheim vor den TV-Geräten immer sehr viele erstklassige Trainer sitzen. Aber als Rennmanager musst du intern hinten deinen Entscheidungen und Leuten stehen und eine gewisse Linie beibehalten. Diese konsequente Haltung hat uns bisher schon ganz schön weit gebracht. Von außen hin sind wir für die Verpflichtung von Testfahrer Dani Pedrosa kritisiert worden. Aber inzwischen wissen wir, dass er sich voll reinhaut, sich für jedes Detail interessiert und sich für keine Aufgabe im Team zu schade ist. Er ist bereit, auch das sinnloseste Teil zu testen und seine Diagnose dazu abzugeben. Das ist eine große Befriedigung für uns.»

KTM-Firmenchef Stefan Pierer hat Hervé Poncharal für 2020 zugesichert, dass bereits in Sepang beim ersten IRTA-Test im Februar alle vier KTM-MotoGP-Fahrer mit identischem Material beginnen werden.

«Ja, das ist sicher so», bestätigt Pit Beirer. «Der Auftakt mit Tech3 war holprig, weil wir es schaffen mussten, die Schlagzahl von zwei auf vier Fahrer zu erhöhen. Aufmerksame SPEEDWEEK.com-Leser haben den Werdegang genau mitverfolgt. Aber ich kann versichern, dass Miguel Oliveira in Spielberg im August auf dem bestmöglichen Motorrad gesessen ist, und das im Satelliten-Team. Also haben wir früh bewiesen, dass wir das Kundenteam nicht mit irgendwelchen überzähligen Teilen verhungern lassen wollen. Wir haben das Team von Hervé in die Entwicklung mit einbezogen. Aber es wird auch künftig so sein, dass du einmal ein einzelnes neues Entwicklungsteil hast, das du am Anfang nur einem Fahrer geben kannst. Aber bald haben wir es zweimal und dreimal, und dann gibt es bei uns definitiv keine Trennung zwischen dem Werksteam und dem Tech3-Team. Sondern bei der Auslieferung der neuen Teile wird es in der Reihenfolge ganz klar nach dem Ranking der vier Fahrer gehen.»

«Natürlich bin ich viel relaxter, wenn ich weiß, wir werden in Sepang mit identischen Maschinen losstarten», ergänzt Beirer. «Wenn wir nachher Update-Komponenten bringen, passen sie dann überall hin. Wenn du wie 2019 mit leicht unterschiedlichen Motorrädern unterwegs bist, hast du schon mal eine doppelte Haushaltsführung. Irgendwann wird es aufwändiger, mit alten Teilen weiterzufahren als gleich alle vier Fahrer mit demselben Material auszustatten…»

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