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Letztes Update 21.02.18 01:53:39
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Steckbrief

Fernando Alonso

Rennfahrer

Vorname: Fernando
Nachname: Alonso Díaz
Spitzname: Samurai
Webseite: www.fernandoalonso.com
Twitter: alo_oficial
Nationalität: Spanien
Geburtsdatum: 29.07.1981 in Oviedo, Spanien (36 Jahre, 6 Monate und 23 Tage)
Familienstand: Geschieden
Wohnort: Dubai
Größe: 171 cm
Gewicht: 68 kg
Hobbys: Radfahren, Fußball
Lieblingssportart(en): Motorsport
Lieblingsstrecke: Suzuka
Lieblingsspeise(n): Asturischer Eintopf, Pasta, Hähnchen-Curry
Lieblingsmusik: spanische Musik und U2

Fernando Alonso saß bereits mit drei Jahren erstmals in einem Kart. Im Alter von acht Jahren gewann er zahlreiche regionale Meisterschaften, sehr zum Verdruss seiner erheblich älteren Pistenrivalen, und 1993/1994 gewann er die spanische Junioren-Kartmeisterschaft. Auf Grund des Meistertitels durfte er an der Kart-WM teilnehmen und wurde Dritter. 1996 wurde Alonso Junioren-Kart-Weltmeister.

1999 verließ Alonso den Kartsport und wechselte unter Anleitung des ehemaligen Formel-1-Piloten Adrian Campos in die Euro Open Movistar by Nissan-Meisterschaft (Vorgänger der späteren Renault World Series und Formel Renault 3.5). Bereits in seiner ersten Saison konnte der damals 18-Jährige die Meisterschaft gewinnen, was zu einer Einladung zu Formel-1-Testfahrten für das Minardi-Team führte.

Im Jahr 2000 wechselte er in die Formel 3000. Die Saison begann er nicht herausragend, mit einer starken Steigerung zum Saisonende konnte er aber die Talentsucher der Formel 1 überzeugen, allen voran den cleveren Flavio Briatore. Ein souveräner Sieg auf der äußerst anspruchsvollen Strecke von Spa-Francorchamps ließ die Formel-1-Welt aufhorchen. Am Ende war noch ein vierter Platz in der Gesamtwertung drin.

Für die Saison 2001 verpflichtete Flavio Briatore den Rohdiamanten und verschaffte ihm einen Vertrag mit dem italienischen Minardi-Team in der Formel 1. Die Minardi-Renner waren den meisten Konkurrenten krass unterlegen, Alonso konnte aber mit kleinen Erfolgen auf sich aufmerksam machen. Seine Stallgefährten Tarso Marques aus Brasilien und Alex Yoong aus Malaysia hatten nicht den Hauch einer Chance gegen ihn. Für 2002 brachte Briatore den talentierten Spanier als Testfahrer bei Renault unter, wo Briatore Teamchef war. Alonso sollte ein Jahr lang in einem Top-Team lernen.

2003 saß Alonso als Stammfahrer im Renault. Er überzeugte sofort. Beim Grossen Preis von Ungarn gewann er überlegen und konnte sogar Michael Schumacher überrunden. Die Saison brachte noch einige weitere hervorragende Platzierungen, so dass am Ende ein sechster Platz in der Fahrerwertung heraussprang.

2004 verlief ebenfalls vielversprechend. Ein Rennsieg war zwar nicht möglich, aber zölrf Punktefahrten (davon drei bis aufs Siegerpodest) bedeuteten WM-Rang 4.

2005 startete Alonso mit einem dritten Platz in die neue Saison, bevor er anschließend drei Rennen in Folge gewann und damit klar zum Favoritenkreis für den WM-Titel zählte. Schärfster Gegner war Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes. Der Finne wurde jedoch des Öfteren von seinem Auto im Stich gelassen, so dass Alonso am 25. September 2005 zum ersten Mal den WM-Titel gewann – als bis dahin jüngster Pilot.

Der Saisonstart 2006 in Bahrain verlief mit einem Sieg vielversprechend. Härtester Gegner in dieser Saison war Michael Schumacher mit Ferrari. Die beiden lieferten sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, das Fernando Alonso am Ende für sich entscheiden konnte. Das Unternehmen Titelverteidigung war geglückt.

Noch vor Beginn der Saison 2006 gab der Spanier seinen Wechsel zu McLaren-Mercedes 2007 und die Trennung von Manager Briatore bekannt. Das Timing schien zu stimmen. Die Wintertestfahrten deuteten darauf hin, dass Alonso gute Chancen auf eine erneute Titelverteidigung hatte. Sein neuer Teamkollege, Formel 1-Neuling und Supertalent Lewis Hamilton, machte dem Spanier jedoch das Leben schwer und gab sich nicht mit der Rolle der Nummer 2 zufrieden. Nach wenigen Rennen war klar, dass die beiden den WM-Titel vermutlich unter sich ausmachen werden und sich höchstens selbst im Weg stehen können. Einzig ernstzunehmende Gegner waren die Ferrari Piloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa.

Der WM-Kampf zwischen den beiden McLaren-Platzhirschen spitzte sich mehr und mehr zu und fand seinen Höhepunkt beim Qualifying zum Ungarn-GP, als Alonso nach seiner vorläufigen Pole-Position zum Ende des Qualifyings so lange an der Box stehenblieb, bis Lewis Hamilton (hinter ihm auf neue Reifen wartend) die Zeit für eine weitere schnelle Runde fehlte. Die FIA bestrafte Alonso für dieses grob unsportliche Verhalten und versetzte ihn um fünf Startplätze zurück. Das spielte den Verfolgern von Ferrari natürlich in die Karten. Am Ende konnte Kimi Räikkönen seinen Punktrückstand auf die McLaren-Piloten aufholen und diese in einem dramatischen WM-Finale von Brasilien noch überholen. Alonso wurde hinter seinem Teamkollegen und Weltmeister Räikkönen nur Dritter der Fahrerwertung.

Anfang November 2007 gab McLaren bekannt, dass Alonso das Team bereits nach einem von ursprünglich drei vertraglich vereinbarten Jahren verlässt. 2008 und 2009 fuhr Alonso wieder für das Renault-Team. Nach einer enttäuschenden Saison 2008 in einem nicht konkurrenzfähigen Auto gewann er noch den Großen Preis von Singapur und das darauffolgende Rennen in Japan und wurde so Gesamtfünfter. Am meisten Schlagzeilen machte jedoch der Skandal von Singapur: Teamchef Flavio Briatore musste seinen Hut nehmen, nachdem herausgekommen war – er hatte Nelson Piquet angewiesen, in eine Mauer zu fahren, Alonso nutzte die Safety-Car-Phase für einen perfekte getimten Boxenhalt und gewann die Nachtpremiere im Stadtstaat. Alonso hat bis heute jedes Wissen um den Betrug geleugnet.

Sein ehemaliger Teamkollege Lewis Hamilton wurde 2008 mit McLaren Weltmeister und nahm ihm den Titel des jüngsten Formel 1-Weltmeisters ab. Ein paar Top-Ten-Platzierungen und eine Pole-Position in Ungarn waren die Höhepunkte der Saison 2009, Alonso wurde lediglich WM-Neunter. Spekulationen um den Wechsel des Asturiers zu Ferrari erwiesen sich als richtig, als die Scuderia bekanntgab, dass Alonso – wie bereits 2007 bei McLaren – Kimi Räikkönen ersetzen und 2010 mit Felipe Massa für Ferrari starten würde.

Gleich bei seinem ersten Rennen für Ferrari gelang Alonso in Bahrain gleich sein erster Sieg, der Spanier war somit nach Juan Manuel Fangio, Mario Andretti, Nigel Mansell und Kimi Räikkönen der fünfte Pilot, der sein erstes Rennen für Ferrari gewann.

Bei seinem Heimrennen in Spanien stand er als Zweiter zum zweiten Mal in der Saison auf dem Podium, in Kanada wurde er Dritter und in Deutschland folgte der nächste Sieg. Allerdings profitierte er dabei davon, dass Teamkollege Felipe Massa ihn auf Anordnung des Teams vorbeigelassen hatte. Die Rennleitung sah das Überholmanöver als verbotene Stallorder an und bestrafte Ferrari mit einer Geldbuße von 100.000 US-Dollar.

Nach Platz 2 in Ungarn und einem Ausfall in Belgien folgte beim Ferrari-Heimrennen in Monza Saisonsieg Nummer 3. Mit seinem Start-Ziel-Sieg, der Pole-Position und der schnellsten Rennrunde gelang Alonso beim nächsten Rennen in Singapur das perfekte Rennen. Vor dem letzten Grand Prix des Jahres in Abu Dhabi stand Fernando Alonso in Japan als Dritter auf dem Podium, gewann in Südkorea und ging nach Platz 3 in Brasilien als WM-Führender ins letzte Saisonrennen – der Titel mit Ferrari war zum Greifen nah. Aufgrund einer strategischen Fehlentscheidung des leitenden Ingenieurs Chris Dyer (er legte Alonsos Rennen auf Webber aus statt auf Vettel) kam Fernando aber nur als Siebter ins Ziel und da Sebastian Vettel gewann, wurde der Red-Bull-Racing-Pilot sensationell erstmals Weltmeister, Alonso wurde mit vier Punkten Rückstand nur Zweiter.

2011 schaffte es Fernando Alonso nur ein Mal, beim Grand Prix von Großbritannien, ganz oben auf dem Podium zu stehen. Mit insgesamt zehn Podestplatzierungen und 257 WM-Punkten landete er auf Platz 4 der Fahrerwertung. Im Mai verlängerte er seinen Vertrag bei Ferrari bis zum Ende der Saison 2016.

2012 lahmte der Ferrari zu Saisonbeginn etwas, in Malaysia nutze Alonso aber die wechselnden Wetterbedingungen und holte seinen ersten Saisonsieg. Nach Platz 2 in Spanien und Rang 3 in Monaco fuhr er als WM-Führender nach Kanada. In Montreal kam er aber nur als Fünfter ins Ziel und Sebastian Vettel zog in der Wertung wieder an ihm vorbei. In Valencia startete Alonso nur als Elfter. Dank einer makellosen Strategie, einer Safety-Car-Phase, des Ausfalls von Sebastian Vettel und einer perfekten Fahrt feierte der Spanier beim Grand Prix von Europa jedoch seinen zweiten Saisonsieg und übernahm wieder die Führung in der WM. Nach Platz 2 in Großbritannien folgte in Deutschland sein 30. GP-Sieg. Bis zum letzten Rennen in Brasilien stand Alonso noch vier Mal als Dritter und zwei Mal als Zweiter auf dem Podium und hatte 13 Punkte Rückstand auf Sebastian Vettel. Aber das reichte alles nicht: In Interlagos wurde Alonso zwar Zweiter, er wurde mit drei Punkten Rückstand auf Vettel WM-Zweiter.

2013 gewann Fernando Alonso in China bei seinem 200. Formel-1-Start seinen 31. Grand Prix. In Barcelona feierte er nach 2006 seinen zweiten Triumph bei seinem Heimrennen. In den restlichen Saisonrennen gelang dem Spanier kein weiterer Sieg, holte aber noch fünf zweite Ränge sowie einmal Platz 3. Hinter dem dominierenden Sebatian Vettel wurde Alonso mit 155 Punkten Rückstand erneut WM-Zweiter.

Als früh in der Saison 2014 klar wurde, dass es mit dem WM-Titel in Ferrari-Diensten wieder nichts wird, als Teamchef Stefano Domenicali gehen musste und Ferrari-Präsident Luca Montezemolo obendrein, als sein Freund und Santander-Chef Emilio Botín starb, da war Alonso klar, dass seine Zeit bei Ferrari vorbei ist. Er kündigte und heuerte bei McLaren-Honda an. Damit stieg er vorzeitig aus seinem Vertrag mit dem Rennstall aus Maranello aus.

Bei McLaren-Honda kam Alonso vom Regen in die Traufe. Statt den so lange ersehnten dritten Titel zu holen (gleich viele also wie sein Idol Ayrton Senna), begann das Jahr schon vermurkst: Bei einem bis heute ungeklärten Testunfall in Barcelona zog sich Alonso eine Gehirnerschütterung zu und musste den Saisonstart in Australien sausen lassen. Bald wünschte er sich, seine Auszeit wäre länger gewesen. McLaren-Honda wurde zur Enttäuschung der Saison und schloss die WM als Zweitletzter ab.

Fernando Alonso schimpfte in der Öffentlichkeit wiederholt über den schwachen Honda-Motor, vor versammeltem Vorstand der Japaner bezeichnete er den V6-Turbo im SuzukaGP als «GP2-Motor». Saisonhöhepunkt: Rang 5 in Ungarn. Aber nur in England konnte Alonso als Zehnter ebenfalls punkten, so dass nur WM-Rang 17 herauskam – so weit hinten war Alonso seit den Minardi-Tagen nicht mehr.

2016 zeigte McLaren-Honda bei den Wintertests einen Aufwärtstrend. Aber Alonso konnte erst mit Verspätung davon profitieren: Nach einem fürchterlichen Unfall in Australien musste der Spanier das Rennen in Bahrain auslassen. Später, wieder komplett erholt, erlebten die Fans einen Alonso, der so stark fährt wie immer. Der Asturier hat 32 Formel-1-WM-Läufe gewonnen, den letzten davon 2013 in Barclona, seither ist er sieglos. Der letzte Podestplatz geht auf Ungarn 2014 zurück. Wenn Alonso seine besten Jahre einschätzen soll, kommt er zu diesem Schluss: «Ich finde, am besten bin ich 2012 mit Ferrari gefahren, auch 2014 fuhr ich sehr gut. Die drittbeste Saison ist diese, also 2016. Ich fühle mich sehr wohl im Rennwagen, bei allen Bedingungen. Und wenn du dich im Auto wohl fühlst, dann bist du auch schnell.»

«Ich bin glücklich darüber, wie sich die Dinge bei McLaren-Honda entwickeln. Abu Dhabi 2016 hat ein ganz anderes Flair als Abu Dhabi 2015. Vor einem Jahr waren wir von der Saison ernüchtert, die Stimmung war belastet. Nun sind alle aufgekratzt, weil sie spüren – es geht vorwärts. Wir wissen, dass es bis zu Podestplätzen und Siegen noch ein harter Weg ist, aber es geht aufwärts.»

Alonso wurde WM-Zehnter, mit zwei fünften Rängen in Monaco und Texas als Höhepunkte. Aber leider war es nichts mit Aufwärts.

McLaren baute für 2017 ein hervorragendes Chassis, aber wegen der brustschwachen und unzuverlässigen Honda-Motoren kam Alonso nicht über den 15. WM-Rang hinaus. Der Spanier konnte nur fünf Mal in die Punkte fahren, Platz 6 in Ungarn war der Höhepunkt.

McLaren-Direktor Zak Brown hatte genug: Trennung von Honda, neuer Vertrag für 2018 mit Renault. Es war die Grundlage dazu, ein neues Abkommen mit Fernando zu unterzeichnen, «das über 2018 hinausgeht», wie der Kalifornier betont.

Mit Freude blickte Alonso dem Ende der erfolglosen Honda-Partnerschaft entgegen. Als Alonso nach seinem Highlight in den drei Honda-Jahren gefragt wurde, erklärte er spitz: «Es ist schwierig, ein Rennen zu wählen, denn die Performance war eigentlich nie da.»

Und der 32-fache GP-Sieger fügte gewohnt offen an: «Ich denke, das ist nun der richtige Zeitpunkt, um zu Renault zu wechseln, denn wir haben mit Honda nicht die Leistung erzielt, die wir erwartet hatten. Wir sind mit grossen Erwartungen in die neueste McLaren-Honda-Ära gestartet, nicht zuletzt auch, weil die letzten Kooperationen so viele Erfolge hervorgebracht hatten.»

«Das war mit ein Grund, warum ich Ferrari letztlich in Richtung McLaren verlassen habe», gesteht Alonso weiter. «Aber leider stimmte die Performance nicht. Deshalb ist der Wechsel angebracht. Und es wird sicherlich interessant werden, man braucht sich nur anzuschauen, was Red Bull Racing mit den Antriebseinheiten aus Viry-Châtillon in diesem Jahr erreicht hat.»

Unfassbar: Seit Alonso Ferrari Ende 2014 verlassen hat und zu McLaren zurückkehrte, stand er nie mehr auf dem Siegerpodest! Sein letzter Podestplatz: Ungarn 2014, als Zweiter hinter Sieger Daniel Ricciardo. Sein letzter Sieg: Barcelona 2013. Die letzte Pole-Position: Hockenheim 2012!

Dennoch: Wann immer Fachleute aufgefordert werden, die beste Handvoll Formel-1-Fahrer zu nennen, ist Fernando Alonso dabei.
Auch Pedro de la Rosa ist davon überzeugt, dass sein Landsmann nichts von seinen Fähigkeiten eingebüsst hat, wie der Barcelonese gegenüber der As sagt: «Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass Fernando einer der Besten ist. Und zwar einer der Besten aller Zeiten. Ich muss zugeben, ich bin vielleicht nicht die richtige Person, die das gefragt werden sollte, weil ich nicht objektiv bin. Aber für mich steht dennoch fest – Fernando und auch Lewis Hamilton gehören zu den ganz Grossen.»

Der langjährige Ferrari-Technikchef Ross Brawn, heute in Diensten von Formel-1-Grossaktionär Liberty Media, spricht vielen Fans und Fachleuten aus dem Herzen: «Schau dir an, was derzeit mit Fernando Alonso passiert. Ich finde es frustrierend, ein so gewaltiges Talent in durchschnittlichen Autos zu erleben. Er hat nur zwei WM-Titel erobern können, und für einen Piloten seines Talents ist das ein Hohn.»

Wenn wir auf die McLaren-Honda-Jahre von Fernando Alonso zurückblicken, dann muss das Fazit lauten: Grosse Erwartung, riesige Enttäuschung. Über die Jahre 2015, 2016 und 2017 meint der Spanier: «Die jüngste Saison ist die wertvollste – wegen Indianapolis. Seit der Ankündigung im April, dass wir beim Indy 500 antreten, war das eine Riesenkiste. Unglaublich, was dann im Mai in Amerika passiert ist. Diese zwei Wochen in Indianapolis waren für mich das Highlight des Jahres. Wir waren bald konkurrenzfähig, schnell genug, um in der Qualifikation vorne mitzumischen, wir haben das Rennen angeführt. Die ganze Atmosphäre war neu und aufregend. Daher werde ich die Saison 2017 immer in guter Erinnerung behalten. Ich spürte auch auf und abseits der Rennstrecken einen ganz neuen Respekt. Ich hatte den Eindruck, dass die Fans mich 2017 eher wahrgenommen haben als in den beiden Jahren davor. Und das lag vor allem an Indianapolis.»

Der Auftritt von Alonso beim Indy 500 war rundweg der Hammer.

Als Fernando Alonso 21 Runden vor dem Ende des Indy 500 aus seinem rauchenden Boliden stieg, erhoben sich die 300.000 Zuschauer im Oval und spendeten dem Spanier Applaus. Der 35-Jährige hatte sich den Zuspruch, die Zuneigung des Publikums hart erkämpft. Und mit einem ebenso beherzten wie beeindruckenden Auftritt auch redlich verdient.

Klar, es entbehrte nicht einer gewissen Tragik, was da mit Alonso bei seinem Debüt bei der 101. Auflage des Indy 500 passierte. Wäre es nicht so traurig, könnte man fast darüber lachen. Schließlich unternahm Alonso den Abstecher zu dem Klassiker in den USA, weil er in der Formel 1 vom schwachen Honda-Motor seit nunmehr fast drei Jahren genervt ist.

Der zweimalige Weltmeister wollte endlich mal wieder richtiges Racing erleben. Spüren, wie es sich anfühlt, in einem konkurrenzfähigen Auto zu sitzen. Dafür ließ er sogar den Königsklasse-Klassiker in Monaco sausen. Und dann gibt in Indianapolis ausgerechnet der Honda-Motor in seinem Andretti-McLaren den Geist auf!

Doch was Alonso bis zu diesem Zeitpunkt abgeliefert hatte, war aller Ehren wert. 26 Führungsrunden hatte er am Ende auf seinem Konto, lag die meiste Zeit auch in der vorderen Spitzengruppe, fand schnell seinen Rhythmus und zeigte viele Überholmanöver und einen starken Speed.
Gereicht hat es am Ende nicht, zum Zeitpunkt seines Ausfalls lag er auf dem siebten Platz und war auf dem Weg nach vorne. Schwächen? Zeigte Alonso kaum, unübersehbar war jedoch seine mangelnde Erfahrung mit den Restarts nach den zahlreichen Gelbphasen während des turbulenten Rennens.

Groß angekündigt hatte sich sein Aus nicht, er merkte es erst in dem Moment, als es passierte. Er spürte den Widerstand im Motor, der anschließend den Geist aufgab. «Schade. Wir hätten uns eine Zielankunft verdient, um die Auslaufrunde genießen zu können und die ganze Stimmung nach dem Rennen. Wer weiß, wo wir gelandet wären?», fragte sich nicht nur Alonso.

«Es tut mir sehr, sehr leid. Du hast in diesem Monat eine unglaubliche Show gezeigt, sowohl im Auto als auch außerhalb. Sehr beeindruckend. Komm bitte wieder», schrieb US-Motorsportlegende Mario Andretti auf Twitter.

«Es hat Spaß gemacht. Mein Dank gilt IndyCar, Indianapolis, den Fans. Das war eine der schönsten Erfahrungen in meiner Karriere», sagte Alonso, der nun wieder in die Formel 1 zurückkehrt.

Natürlich kam dann auch die Frage nach der Rückkehr. Die komme zu früh, blockte er zunächst ein wenig ab. Aber: «Ich bin ehrgeizig. Ich bin gegen die Besten im Oval gefahren, ich konnte mit ihnen mithalten. Wenn ich wiederkomme, dann bin ich schlauer, als ich es jetzt war.»

Fernando Alonso ist unersättlich: Im Januar 2018 nimmt er am Langstreckenklassiker von Daytona teil. Der Asturier lacht: «Es ändert sich nicht viel, ich wäre ohnehin am Fahren gewesen – nun halt im Langstreckenauto statt im Kart. Der einzige Unterschied: Ich fahre in den USA in aller Öffentlichkeit.»

«Ich habe 2017 ganz verschiedene Renngefährte ausprobiert. Jedes einzelne davon erfordert einen ganz bestimmten Fahrstil. Alle haben Spass gemacht. Ich fand es erfrischend, von den jeweiligen Spezialisten dieser Serien mehr über die Fahrtechnik zu lernen. Das ist alles eine gewaltige Herausforderung, und dafür lebe ich als Racer.»

«Ein Aspekt zum Beispiel: In der Formel 1 gibt es keine Traktionskontrolle mehr, in den Langstreckenautos aber sehr wohl. Das ist für den Fahrer eine grosse Veränderung. Dafür musst du mit anderen Einschränkungen leben, etwa mit dem Spritverbrauch, die bei uns nicht ganz so gravierend sind. Ich bin dankbar, dass ich die ganzen verschiedenen Autos testen darf. Das macht mich als Fahrer kompletter.»

«Ich glaube, ich bin ein besserer Fahrer als zu meiner Zeit als Weltmeister 2005 und 2006. Du hast ein tieferes Fachwissen, du weisst genau, wie du dich vorbereiten musst, du kennst dich selber besser. Wir haben heute ganz andere analytische Mittel als damals. Auch das trägt dazu bei, dass du mit einem reicheren Wissen antrittst.»

Alonso ist mit dem guten McLaren-Chassis und schwachem Honda-Motor 2017 einige Male über sich hinausgewachsen. Welches Rennen war für den Weltmeister von 2005 und 2006 das Beste? «Ich glaube, das letzte Rennen in Brasilien. Weil ich für diese Punkte sehr hart kämpfen musste. Aber eigentlich möchte ich mein bestes Rennen hier in Abu Dhabi fahren – zum Abschied von Honda.»

«Natürlich bedaure ich, dass die Ehe zwischen McLaren und Honda nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht hat. Ayrton Senna und Alain Prost in ihren McLaren-Honda – das war für mich mit eine Inspiration, überhaupt im Motorsport anzutreten. Ich sass wie gebannt vor dem Fernseher, ich war ein Knirps. Ich bin traurig, dass wir dieses Niveau nie erreicht haben. Aber ich fühle auch Erleichterung, dass wir zusammen mit Renault hoffentlich zu erfolgreicheren Zeiten aufbrechen.»

«Eine Erfolgsgarantie gibt es in der Formel 1 nicht. Auch Mercedes-Benz kann sich nicht sicher sein, 2018 das beste Auto im Feld zu haben. Vorhersagen sind im GP-Sport immer schwierig. Red Bull Racing hat es mit dem Renault-Motor geschafft, viele Podestplätze einzufahren und Rennen zu gewinnen. Red Bull ist für 2018 unser Massstab.»

Im Januar 2018 wird bestätigt: Fernando Alonso fährt für Toyota nicht nur die 24 Stunden von Le Mans, sondern auch weitere WM-Läufe, an der Seite von Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima.

Fernando Alonso © McLaren Fernando Alonso Fernando Alonso 2009 © LAT Fernando Alonso 2009 Fernando Alonso 2008 © LAT Fernando Alonso 2008 Fernando Alonso 2010 © LAT Fernando Alonso 2010

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