Steckbrief

Daniel Ricciardo

Rennfahrer

Vorname: Daniel
Nachname: Ricciardo
Spitzname: Dan
Webseite: www.danielricciardo.com
Twitter: danielricciardo
Nationalität: Australien
Geburtsdatum: 01.07.1989 in Perth, Australien (30 Jahre, 3 Monate und 16 Tage)
Familienstand: Ledig
Wohnort: Monaco
Größe: 180 cm
Gewicht: 68 kg
Hobbys: Radfahren, Tennis, Motocross, Breakdance
Lieblingssportart(en): Motorsport
Lieblingsstrecke: Macau
Lieblingsspeise(n): Meeresfrüchte
Lieblingsmusik: Punk und Hardrock

Daniel Ricciardos Rennkarriere begann im Alter von neun Jahren, als er sein erstes Kartrennen fuhr. 2005 wechselte er in die westaustralische Formel Ford und wurde in einem 15 Jahre alten Van Diemen Achter. Ein Jahr später gewann er ein Stipendium mit Eurasia Motorsport in der asiatischen Formel BMW, wo er in seiner Debütsaison zwei Siege feierte, ein Mal auf der Pole-Position stand und am Ende der Saison Gesamtdritter wurde. Im August des selben Jahres nahm er auch an zwei Rennen der britischen Formel BMW teil, wo er im ersten Rennen zwar ausschied, im zweiten als Achter jedoch drei Meisterschaftspunkte holte. Ende des Jahres trat er mit Fortec Motorsport im Weltfinale der Formel BMW an, wo er als Fünfter ins Ziel kam.

2007 ging der Australier nach Europa, wo er in der italienischen und europäischen Formel-Renault-Meisterschaft antrat, stand dabei aber nur ein einziges Mal auf dem Podium – als Dritter in Valencia. In seinem zweiten Jahr, 2008, holte Ricciardo als Meister der westeuropäischen Formel-Renault-Meisterschaft seinen ersten Titel in Europa und wurde im Eurocup Zweiter hinter dem späteren Williams-Piloten Valtteri Bottas. 2008 gab Daniel Ricciardo Mitte der Saison am Nürburgring sein Debüt in der Formel 3 und qualifizierte sich gleich als Achter.

2009 folgte der nächste Schritt auf der Karriereleiter in die britische Formel-3-Meisterschaft, wo er mit Carlin Motorsport einen furiosen Einstand gab. Drei Siege in den ersten vier Rennen, vier weitere im Laufe der Saison und insgesamt 13 Podiumsplatzierungen führten dazu, dass sich der Australier schon ein Wochenende vor Saisonende die Meisterschaft sicherte. Ricciardo war nach David Brabham der erste Australier, der den prestigeträchtigen Meistertitel holte. Ebenso wie Jaime Alguersuari, der ein Jahr vor ihm britischer Formel-3-Meister geworden war, wurde Ricciardo von Red Bull gefördert.

Im Dezember 2009 saß Ricciardo bei Testfahrten zum ersten Mal in einem Formel-1-Auto und wurde anschließend gemeinsam von Red Bull Racing und Toro Rosso als Ersatz- und Testfahrer unter Vertrag genommen.

Ende 2009 unterschrieb Daniel Ricciardo bei Tech 1 für die Saison 2010 in der Formel Renault 3.5. Obwohl er nach einem Mountainbike-Unfall den zweiten Test der Saison 2010 auslassen musste, stellte der junge Mann aus Perth sein Auto bei den ersten beiden Saisonrennen im spanischen Alcañiz auf die Pole-Position und stand als Dritter und Zweiter beide Male auf dem Podium. Den ersten Sieg feierte er im siebten Saisonrennen in Monaco und stand auch in Ungarn, Hockenheim und Barcelona ganz oben auf dem Podium. Noch eindrucksvoller als die Siege und Platz 2 in der Meisterschaft war aber Ricciardos Ausbeute an Pole-Positions. Alleine in den ersten zwölf Rennen startete er sechs Mal vom ersten Startplatz.

In Silverstone sorgte der Tech-1-Racing Pilot nach einem Unfall mit Pole-Sitter Jon Lancaster mit einem spektakulären mehrfachen Überschlag für Aufsehen, dem er aber unverletzt entkam. Sieger wurde später übrigens Jean-Éric Vergne, sein späterer Formel-1-Teamkollege bei Toro Rosso. Vor dem letzten Rennwochenende lag der Australier nur drei Punkte hinter dem Meisterschaftsführenden Mikhail Aleshin und holte sich im ersten Rennen nach der achten Pole-Position des Jahres einen Start-Ziel-Sieg. Auch im letzten Rennen lag er auf Sieg- und Meisterschaftskurs, wurde in der vorletzten Runde aber von Aleshin überholt und musste sich so auch in der Meisterschaft um zwei Punkte geschlagen geben.

Beim Young-Driver-Test der Formel-1-Teams am Saisonende in Abu Dhabi fuhr Ricciardo im Red Bull Racing an beiden Tagen die Bestzeit und unterbot sogar Sebastian Vettels Pole-Position-Zeit vom vorangegangenen Wochenende. Wenige Tage später wurde der Younster als Test- und Ersatzfahrer bei Toro Rosso verkündet und sollte 2011 an jedem Rennwochenende im ersten freien Training und auch bei den Wintertests vor Saisonbeginn im Auto sitzen.

2011 absolvierte Daniel Ricciardo ebenfalls seine zweite Saison in der Formel Renault 3.5 für ISR, holte sich seinen zweiten Monaco-Sieg und stand im Laufe der Saison insgesamt sechs Mal auf dem Podium. Am Ende des Jahres war er Meisterschaftsfünfter – und Formel-1-Pilot. Am 30. Juni unterschrieb er nämlich bei HRT und ersetzte dort für den Rest der Saison den Inder Narain Karthikeyan, der nur noch bei seinem Heimrennen in Greater Noida in Cockpit sitzen durfte. Am Saisonende war Ricciardo 27. der Fahrerwertung und hatte das teaminterne Duell gegen Vitantonio Liuzzi mit 6:3 gewonnen.

2012 startete Daniel Ricciardo mit Jean-Éric Vergne als Stammfahrer bei Toro Rosso und holte gleich beim Saisonauftakt in Australien mit Platz 9 seine ersten WM-Punkte. Insgesamt beendete er sechs Rennen in Punkten und schloss seine erste volle Formel-1-Saison auf Platz 18 ab.

2013 blieb er bei Toro Rosso, wieder mit Jean-Éric Vergne als Teamkollegen. In China feierte er mit Platz 7 sein bis dahin bestes Ergebnis in der Königsklasse und schaffte in Silverstone mit Platz 5 sein bestes Qualifying-Ergebnis. Mit 20 zu 13 WM-Punkten setzte er sich am Ende des Jahres gegen seinen Teamkollegen Vergne durch und wurde für 2014 als Ersatz für seinen Landsmann Mark Webber bei Red Bull Racing verkündet, der seine Formel-1-Karriere Ende 2013 beendete und zu Porsche in die Langstrecken-WM wechselte.

2014 bewies Daniel Ricciardo, dass die Entscheidung richtig war, ihn von Toro Rosso zu Red Bull Racing zu befördern – der Australier war immer dann zur Stelle, wenn die übermächtigen Mercedes schwächelten. Ricciardo holte seine ersten drei GP-Siege (in Kanada, Ungarn und Belgien) und stellte Sebastian Vettel in den Schatten: dritter WM-Rang.

Weniger gut lief es 2015: Wegen des enttäuschenden Renault-Motors konnte sich Ricciardo selten ins Szene setzen, nur in Singapur (als Zweiter hinter Sebastian Vettel im Ferrari) konnte er an einem weiteren Sieg schnuppern, als WM-Achter musste er sich sogar seinem neuen Stallgefährten Daniil Kvyat aus Russland geschlagen geben. Ein Jahr zum Vergessen.

Aber Ricciardo fing sich: Keiner punktete wie er in jedem Rennen 2016, regelmässige Spitzenergebnisse brachten ihm zum zweiten Mal nach 2014 den dritten WM-Schlussrang ein. Höhepunkt aus seiner Sicht: «Meine Pole-Runde in Monaco, das kam der Perfektion ziemlich nahe. Und natürlich mein Sieg in Malaysia.»

Ricciardo reagierte gut auf die neue Herausforderung, als vor dem Spanien-GP der junge Max Verstappen von Toro Rosso zu Red Bull Racing geholt wurde – und sensationell seinen ersten WM-Lauf gewann. Der Australier und der Niederländer trieben sich fortan gegenseitig zu Höchstleistungen. Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko: «Eine Idealsituation. Wir haben die stärkste Fahrerpaarung im ganzen Feld.»

Den Ausgleich zum stressigen Rennfahrer-Dasein findet Ricciardo im heimischen Perth mit Freunden. «Ich liebe es, mit meinen Freunden zusammen zu sein. Im australischen Sommer haben wir zu Hause in einige lustige Aktionen unternommen, wir lachen ständig», sagt Ricciardo, der seine gute Laune als seine beste Eigenschaft bezeichnet. «Das kann ich am besten, fröhlich sein und es mir gutgehen lassen. Mich bringt fast alles zum Lachen, zum Beispiel Schauspieler wie Jim Carrey, Adam Sandler oder Will Ferrell», verrät er und fasst seine Lebensphilosophie in einem Satz zusammen: «Ich konzentriere mich auf die positiven Aspekte im Leben.»

Neben Musik – hauptsächlich  Punkrock – liebt Daniel Ricciardo auch den Sound von schnellen Zweirädern. «Ich bin ein grosser MotoGP-Fan; ich bewundere alle Fahrer, vor allem Valentino Rossi. Sie sind ganz anders, und ich finde, dass sie uns Autorennfahrer in Sachen Mut in den Schatten stellen.»

2017 begann für Red Bull Racing mit einem Waagrechtstart: Das Auto war nicht siegfähig. Ricciardo bewies aber Biss und zeigte eine fabelhafte Serie – ab Spanien fuhr der Australier fünf Podestränge in Serie heraus. Von Barcelona bis Suzuka stand er in einer Spanne aus zwölf Rennen neun Mal auf dem Podest. Highlight war natürlich der Sieg im Chaos-GP von Baku.

Aber bei Red Bull Racing war ein seltsames Phänomen zu beobachten: Im ersten Saisonteil schien Max Verstappen alles Pech anzuziehen, dann begann bei Ricciardo eine Defektserie. In den letzten vier Rennen sah er nur noch einmal die Zielflagge. So konnte ihn beim Finale von Abu Dhabi Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen in der WM noch überholen, Ricciardo wurde letztlich Gesamtfünfter.

2018 erwies sich als Achterbahnfahrt: Ricciardo konnte in China und Monaco gewinnen, kollidierte in Baku aber ausgerechnet mit seinem RBR-Stallgefährten Max Verstappen. Im zweiten Saisonteil war komplett der Wurm drin. Immer wieder blieb der Wagen des Australiers stehen. Nach dem Sieg in Monaco Ende Mai konnte Daniel kein einziges Mal mehr aufs Siegerpodest gelangen. Im Sommer 2018 platzte die Bombe: Daniel Ricciardo hatte sich dazu entschlossen, den Schoss von Red Bull zu verlassen und 2019 einen Neuanfang bei Renault zu wagen.

Daniel Ricciardo © LAT Daniel Ricciardo

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