Supersport-WM 300

Notnagel-Lösung? Kein Interesse an Luca Grünwald

Von - 30.10.2018 08:39

KTM-Pilot Luca Grünwald kämpfte bis zum Schluss um eine Medaille in der Supersport-300-WM, letztlich fehlten dem Bayer zwei Punkte zu Bronze. Damit bieten sich ihm kaum Aufstiegschancen.

«Wäre ich in Portimao nicht abgeschossen worden, wären wir mit einer reellen Titelchance nach Frankreich gefahren», sagt Luca Grünwald wehmütig. Da der 23-Jährige beim WM-Finale in Magny-Cours Sechster wurde, reichte es in der Gesamtwertung nur zum undankbaren vierten Platz – zwei Punkte hinter Rang 3.

Reicht das als Empfehlung für einen Platz in der Supersport-WM? «Ich hoffe es, das liegt an den Teammanagern», hielt Grünwald gegenüber SPEEDWEEK.com fest. «Geschadet hat mir die Klasse auf keinen Fall, das war ein cooles Jahr. Ich habe einen WM-Lauf gewonnen, nerven tut mich nur, dass ich es kein zweites Mal aufs Podium schaffte. Ich habe alles versucht, was ich konnte. Ich hoffe, dass mich die Leute gesehen haben und sich einer erbarmt.»

Der Waldkraiburger weiter: «Wir hatten über die gesamte Saison gesehen immer ein paar kleinere Probleme mit unserem Bike. Diese lassen sich nicht im Handumdrehen beheben, und schon gar nicht im ersten Jahr. Dazu braucht es Erfahrungen und noch mehr Entwicklungszeit. Das Schlimmste war, dass wir keine Daten hatten. In Portimao waren wir testen, da waren wir voll dabei. Dem Bike geht ein bisschen was ab am Fahrwerk und im Handling. Das sind Sachen die wissen wir, an denen muss man arbeiten. Dafür haben wir uns lange super gehalten. Die Ergebnisse zwischen 1 und 8 in dieser Klasse, da kann alles rauskommen. Es ist nicht immer der vorne, der der Schnellste in dem Rennen war. Und es ist nicht immer der Langsamste hinten.»

Auch wenn in der Supersport-WM erst wenige Plätze für 2019 belegt sind, bieten sich Grünwald kaum Chancen: «Wir haben mit Honda-Teamchef Simon Buckmaster geredet, aber da kam nicht viel raus. So ging es uns auch mit GMT94. Sonst haben wir uns überlegt ein eigenes Team zu machen, aber das ist finanziell nicht machbar. Stand jetzt. Vielleicht kommt die nächsten zwei Monate etwas und wir sagen, dass wir es machen können. Im Moment stehe ich ohne Job da.»

«Ich habe mich immer gefragt, was er will», hielt der einzige deutsche Superbike-WM-Laufsieger Max Neukirchner fest, der gegen Grünwald in der IDM Superbike fuhr. «Die Rechnung wäre aufgegangen, wenn er Weltmeister geworden wäre. Aber was kommt, wenn du Zweiter, Dritter, Vierter wirst? Wenn er es schafft, in die Supersport-WM aufzusteigen, dann ist es okay.»

Kommt er in der Supersport-WM nicht unter, könnte Grünwald eine zweite Saison bei Freudenberg KTM 300er-WM fahren; auch wenn er den Verbleib in dieser Klasse immer nur als Notnagel sah. Die Sachsen haben die Verträge mit Jan-Ole Jähnig und Max Kappler frühzeitig verlängert und halten den dritten Platz für Grünwald frei.

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