Gaststarter Dirk Geiger (Yamaha) war am Anfang «zu sehr Pussy»
Nächster WM-Auftritt für Dirk Geiger, erstmals in der Supersport-WM. Die abgegebene Visitenkarte war gut, allerdings kein Paukenschlag. Zumindest nicht gemessen an den nackten Rennergebnissen.
Zwei Jahre nach seinem letzten Rennen in der mittlerweile abgeschafften Supersport-WM 300 kehrte Dirk Geiger ins Paddock der seriennahen Weltmeisterschaft zurück, dieses als Gaststarter in der Supersport-Kategorie in Assen.
Sein Wochenende begann verheißungsvoll, denn im Freien Training am Freitag legte der Mannheimer los wie die Feuerwehr und mischte in der Zeitenliste weit oben mit. Nach einer halben Stunde stürzte er allerdings und verpasste so die Schlussphase der Session, jener Phase, in der die Zeiten weiter purzelten. Mit nur acht gezeiteten Runden (die meisten fuhren 17 und mehr) stand für den 23-Jährigen am Ende Platz 12 zu Buche.
Bei der Superpole am Nachmittag klassierte er sich genau in der Mitte des 34-köpfigen Starterfeldes, auf Platz 17. Ohne den Sturz und die fehlende Abstimmungszeit im FP sowie mit seiner fast von Grund auf neu aufgebauten Yamaha YZF-R9 des niederländischen Teams Apreco wäre vielleicht wieder noch mehr möglich gewesen.
Aufgrund eines beim Team liegenden Fehlers bei der Kennzeichnung der Reifen wurde Geiger jedoch aus dem Grid entfernt und musste das Rennen aus der letzten Startreihe heraus aufnehmen. Von dort ging es allerdings zügig nach vorn, denn am Ende der Startrunde kam er als 21. vorüber. Am Rennende wurde es Platz 20.
Im Warm-up am Sonntag drehte Geiger wie schon am Vortag die sechstschnellste Runde, was jedoch wieder nicht mehr als eine Randnotiz ist. Denn obwohl ohne Turbulenzen vor dem Start zum zweiten Rennen, dafür aber anfangs von aufkommenden Regentropfen etwas irritiert, waren die nackten Zahlen zu Lauf 2 ähnlich des ersten. 24. nach der Renn-Eröffnungsrunde, 19. am Ende des Abbruchrennens nach 12 statt 18 Runden.
Auch ohne WM-Punkte zieht Dirk Geiger ein positives Fazit
Auch ohne durchaus mögliche WM-Punkte fiel das Fazit des Yamaha-Piloten zu seinem Wild-Card-Einsatz überwiegend positiv aus. «Es lief an sich ganz gut. Klar, ich habe das Wochenende etwas überstürzt begonnen und mir mit dem Sturz ein bisschen die größeren Möglichkeiten genommen», gab Geiger im Gespräch mit SPEEDWEEK.com zu. «Nach dem Sturz war das Bike ziemlich stark demoliert. Das Team hat aber einen super Job gemacht, das Motorrad wieder aufzubauen. Leider hatten wir danach mit den Innereien der Gabel noch ein paar Probleme, was mir das Maximum von der Superpole weggenommen hat.»
Unabhängig vom tatsächlichen Ertrag, war Geiger der Ansicht, dass er sich gut präsentiert hatte. «Ich denke schon, dass ich zeigen konnte, dass ich den Speed habe und da bin. Leider nur bei den unwichtigen Momenten.»
Das erste Rennen aus seiner Sicht: «Ich hatte von ganz hinten einen guten Start und bin sehr gut durchgekommen. Dann bin ich aber in der Gruppe hängengeblieben. Überholen war dann auch schwierig für mich, aber wenn man sich die Rundenzeiten anschaut, wäre etwas mehr möglich gewesen.»
Zum zweiten Rennen erklärte er selbstkritisch: «Da war ich am Anfang durch die Regentropfen ein bisschen zu sehr Pussy und habe zu wenig riskiert, obwohl es doch trockener war, als ich dachte. Dann war ich wieder in einer Gruppe, mit der ich den Anschluss zu den um Punkte fahrenden Piloten verloren habe.»
Weitere Gaststarts von Dirk Geiger in der Supersport-WM 2026 in Planung
Am Ende wusste er natürlich, wer ihm seinen neuerlichen WM-Auftritt ermöglicht hatte. «Danke noch mal an das ganze Team und Yamaha bzw. Yamaha Deutschland, dass sie das Vertrauen zu mir haben und mir die Möglichkeit gaben, das Wochenende in Assen zu fahren und ich weiter lernen konnte. Ich hoffe, dass ich es bei weiteren Wild-Card-Einsätzen besser machen kann.»
Damit hat Geiger die Katze aus dem Sack gelassen, dass weitere Gaststarts zumindest angedacht sind. Wann und wo ist aber noch nicht beschlossen bzw. bei der Dorna angefragt.
Mit seinen weiteren Worten «… wir haben sehr viel gelernt und werden das zum Saisonauftakt der Euro Moto mitnehmen …» schlug er selbst den Bogen zu seinem Hauptbetätigungsfeld 2026. Die IDM-Nachfolgeserie beginnt vom 8. bis 10. Mai auf dem Sachsenring.
Diesbezüglich bestätigte der Baden-Württemberger, dass er in Assen sowohl eine gute Visitenkarte im WM-Paddock abgeben wollte, andererseits die Kilometer aber gern auch als Test unter Rennbedingungen mitgenommen hat.
«Eine bessere Vorbereitung, als Rennen fahren, gibt es nicht. Wir sind nun noch besser vorbereitet. Das war mein erstes richtiges Rennen mit der R9. Wir haben über den Winter einen richtig guten Job gemacht und müssen uns in der Euro Moto nicht verstecken.» Natürlich nicht, zumal es für einen Vize-Meister in der nachfolgenden Saison zur Zielstellung keiner zwei Meinungen bedarf.
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