Exklusive YART-Einblicke: So erlebte Max Neukirchner die 8h von Suzuka
So fuhren Marvin Fritz, Karel Hanika und Leandro Mercado zu Platz 4 in Suzuka: YART-Crewchief Max Neukirchner ermöglicht den EWC-Fans bei SPEEDWEEK.com einen exklusiven Blick hinter die Kulissen.
Am Sonntag stand endlich das Highlight der Woche auf dem Programm – die Suzuka 8 Hours.
Wir sind von Startplatz 4 ins Rennen gegangen. Bereits am Morgen hatten wir noch das Warm-up von 8:30 bis 9:15 Uhr. Da die Strecke schon nass war, haben wir die Gelegenheit genutzt und noch drei Sätze Regenreifen einzufahren. Das war mit Blick auf die Wettervorhersage eine wichtige Vorbereitung, weil wir diese Reifensätze später im Rennen einsetzen konnten.
Vor dem Start mussten wir noch eine kleine Entscheidung treffen. Marvin hatte sich in den vergangenen Tagen eine Erkältung eingefangen und war etwas angeschlagen. Deshalb haben wir bis nach dem Warm-up offengelassen, wer den Start fährt. Danach war aber schnell klar, dass Marvin sich fit genug fühlt und unbedingt starten möchte.
Das Rennen begann pünktlich auf nasser Strecke. Marvin erwischte einen richtig guten Start und absolvierte einen starken ersten Stint. Bereits früh im Rennen kam das erste Safety-Car zum Einsatz, nachdem durch einen Zwischenfall Öl auf der Strecke verteilt worden war. Dadurch kam es leider auch zu mehreren Stürzen. Marvin absolvierte durch die Neutralisation insgesamt 29 Runden, bevor Karel das Motorrad übernahm.
Auch während Karels Stint musste das Safety Car erneut ausrücken. Wieder war Öl auf der Strecke die Ursache und erneut gab es mehrere Stürze. Insgesamt war das Rennen von vielen Zwischenfällen und ständig wechselnden Bedingungen geprägt.
Wechselhafte Bedingungen: Große Anspannung an der Box
Für uns an der Boxenmauer war es dadurch ein permanentes Abwägen zwischen Risiko und Sicherheit. Immer wieder wechselten die Bedingungen zwischen starkem Regen und Phasen, in denen es zwar nicht mehr regnete, die Strecke aufgrund der extrem hohen Luftfeuchtigkeit aber trotzdem nicht richtig abtrocknete. Teilweise sah es sogar danach aus, als müsste das Rennen unterbrochen werden.
Kurz bevor Marvin um 18:19 Uhr zu seinem letzten Stint auf die Strecke ging, setzte wieder leichter Regen ein. Zu diesem Zeitpunkt war die Ideallinie bereits fast trocken. Slicks wären allerdings ein enormes Risiko gewesen, weil nur eine schmale Spur trocken war. Deshalb haben wir uns ganz bewusst für die sichere Variante entschieden und Marvin erneut auf Regenreifen ins Rennen geschickt.
Zum Ende des Rennens mussten wir den Kraftstoffverbrauch genau im Blick behalten. Durch den erneut stärker einsetzenden Regen verschlechterten sich die Streckenbedingungen zunehmend und es kam wieder vermehrt zu Stürzen. Deshalb wurde das Safety-Car noch einmal auf die Strecke geschickt. Das kam unserer Strategie entgegen, weil sich der Kraftstoffverbrauch deutlich reduzierte.
Das Safety-Car blieb anschließend bis zum Ablauf der acht Stunden draußen. Die Honda mit der Startnummer 30 überquerte nach Ablauf der Renndistanz als Führende hinter dem Safety-Car die Ziellinie. Direkt danach wurde das Rennen mit der roten Flagge offiziell beendet, sodass die übrigen Fahrer keine zusätzliche Runde mehr absolvieren mussten.
Gute Ausgangslage für das Saisonfinale im September
Mit Blick auf die Weltmeisterschaft war das Rennen für uns sehr wichtig. Wir reisen jetzt mit 19 Punkten Vorsprung auf BMW (#37) und 28 Punkten Vorsprung auf Yoshimura SERT Motul Suzuki (#12) zum Saisonfinale, den 24 Stunden von Le Castellet (Bol d’Or). Damit haben wir uns eine sehr gute Ausgangsposition für das letzte Rennen der Saison erarbeitet.
Die Woche in Suzuka war für uns alle extrem intensiv. Seit den offiziellen Tests am 30. Juni und 1. Juli waren wir praktisch jeden Tag von früh morgens bis spät abends an der Strecke. Genau dafür kommt man nach Suzuka – um jedes Detail herauszuarbeiten und das bestmögliche Paket für ein 8-Stunden-Rennen zu finden.
Dazwischen mussten wir auch einen echten Rückschlag wegstecken. Karel ist unverschuldet gestürzt und wir hatten einen Totalschaden am Motorrad. Innerhalb kürzester Zeit musste die Mannschaft ein komplett neues Motorrad aufbauen. Dass die Jungs das so professionell hinbekommen haben und wir trotzdem optimal vorbereitet ins Rennen gehen konnten, verdient allergrößten Respekt.
Ein riesiges Dankeschön geht deshalb an die komplette Mannschaft. Mechaniker, Ingenieure und alle Teammitglieder haben in dieser Woche einen unglaublichen Job gemacht. Die Tage waren lang, die Nächte kurz und die Anspannung war bei jedem Einzelnen spürbar. Suzuka ist einfach ein ganz besonderes Rennen – vor allem wenn die großen Werksteams wie Honda und Yamaha zusätzlich am Start sind. Jeder weiß, welche Bedeutung dieses Rennen hat.
Ein ganz besonderes Lob geht aber auch an unsere drei Fahrer. Darauf bin ich als Crew Chief besonders stolz. Alle drei bewegen sich auf einem nahezu identischen Niveau, bringen unglaublich viel Erfahrung mit und treffen auch unter schwierigsten Bedingungen die richtigen Entscheidungen. Genau das macht bei einem Acht-Stunden-Rennen den Unterschied.
Jetzt richten wir den kompletten Fokus auf das Saisonfinale beim Bol d’Or. Mit 19 Punkten Vorsprung haben wir uns eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Entscheidend ist jetzt, in Frankreich genauso konzentriert und geschlossen als Team zu arbeiten wie hier in Suzuka. Wenn uns das gelingt, haben wir eine sehr gute Chance, unser großes Ziel zu erreichen.
Viele Grüße aus Suzuka,
Max Neukirchner (YART-Crewchief)
Der Endstand der 8 Stunden von Suzuka 2026:
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Honda HRC (Rea, Takahashi, Chantra), Honda CBR1000RR-R, 188 Runden
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Yamaha Factory Racing (Nakasuga, Miller, Locatelli), Yamaha R1, +1:34,280 Minuten
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BMW Endurance (Reiterberger, Odendaal, van der Mark), BMW M1000RR, +1:44,087
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YART (Hanika, Fritz, Mercado), Yamaha R1, +3:44,444
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AutoRace Ube Racing (Uramoto, Guintoli, Ponsson), BMW M1000RR, +3:46,113
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SERT (Black, Linfoot, Atsumi) , Suzuki GSX-R1000R, +2 Runden
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Suzuki CN Challenge (Tsuda, Mizuno, Masson), Suzuki GSX-R1000R, +2 Runden
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SDG Team HARC-PRO Honda (Kunii, Nagoe, Abe), Honda CBR1000RR-R, +3 Runden
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Honda Asia-Dream Racing (Atiratphuvapat, Pawi, Putra), Honda CBR1000RR-R, +4 Runden
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Team ATJ (Iwata, Suzuki, Kunimine), Suzuki GSX-R1000R, +4 Runden
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