Fermin Aldeguer zeigt starkes MotoGP-Comeback, doch bei Gresini rumort es
Nach schwerer Verletzung gelingt Fermin Aldeguer in Goiania ein starkes Comeback – doch der Gresini-Pilot hadert trotz starkem Top-10-Ergebnis mit seinem Rennen.
Fermin Aldeguer hat beim MotoGP-Rennen in Goiania ein bemerkenswertes Comeback hingelegt – und dennoch blieb beim Spanier ein zwiespältiges Gefühl zurück. Nach seiner schweren Verletzung Anfang Januar zeigte der Gresini-Ducati-Pilot eine starke Leistung, sah aber noch Luft nach oben.
Der Spanier hatte sich am 8. Januar bei einem privaten Test auf dem Aspar Circuit in Valencia schwer verletzt. Während einer von Marc Marquez organisierten Testsession kam Aldeguer zu Sturz und zog sich einen Bruch des linken Oberschenkelknochens zu. Die Folgen waren gravierend: Er verpasste die kompletten Testfahrten in Sepang und Buriram und musste sich gedulden, ehe er wieder auf ein MotoGP-Bike steigen konnte.
Erst im ersten freien Training in Goiânia kehrte Aldeguer auf seine Ducati zurück – zum ersten Mal seit dem finalen Test nach dem Saisonfinale 2025. Umso bemerkenswerter ist die Leistung, die er am Rennwochenende ablieferte.
Aldeguer von Beginn an konkurrenzfähig
Bereits am Freitag setzte er mit Platz 8 im Zeittraining ein Ausrufezeichen und sicherte sich damit direkt den Einzug ins Q2. Im Qualifying bestätigte er seine Form mit Rang 7 – noch vor Teamkollege Alex Marquez, WM-Leader Pedro Acosta (KTM) und Ex-Weltmeister Francesco Bagnaia (Ducati).
Im Sprint blieb Aldeguer zwar ohne Punkte, doch im Grand Prix zeigte er eine solide Leistung und belegte Rang 8. Der Rückstand auf Sieger Marco Bezzecchi (Aprilia) betrug 11,4 Sekunden – ein respektables Ergebnis angesichts seiner langen Zwangspause.
Dennoch fiel sein Fazit nach dem Rennen kritisch aus: «Wir müssen mit unserem Wochenende zufrieden sein. Ich selbst bin mit meinem Rennen, meinem Wochenende und den Ergebnissen aber nicht komplett happy. Vielleicht ändert sich das, wenn ich das Wochenende rückblickend analysiere.»
Gleichzeitig ordnete Aldeguer seine Leistung im Kontext der vergangenen Wochen ein: «Vor drei Wochen sah die Welt noch anders aus und jetzt fuhr ich in die Top-10 und sammelte meine ersten Punkte für die Meisterschaft. Das ist sicher eine gute Nachricht.»
Der 20-Jährige machte jedoch deutlich, dass er mehr erwartet hatte: «Ich denke, wir haben gut gearbeitet. Das Potenzial für das Rennen war aber höher als das Ergebnis. In den ersten Runden war ich nicht schnell genug. Zu Rennbeginn habe ich viel Zeit liegen lassen. Das müssen wir verbessern.»
Ducati-interner Wechsel und Spannungen bei Gresini
Abseits der Strecke sorgte Aldeguer ebenfalls für Gesprächsstoff: Im Fahrerlager verdichteten sich die Gerüchte um einen möglichen Wechsel zu VR46-Ducati zur kommenden Saison. Parallel dazu wird spekuliert, dass Gresini die Partnerschaft mit Ducati beendet und künftig auf Honda setzt.
Hintergrund ist das neue 850er-Reglement, das Gresini dazu verpflichtet, aktuelle – und deutlich kostspieligere – Desmosedicis einzusetzen statt der bislang genutzten Vorjahresmaschinen. Da Aldeguer vertraglich an Ducati gebunden ist, erscheint ein markeninterner Wechsel als logische Konsequenz.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach