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Otmar Szafnauer (Alpine): «Zwei Päpste – geht nicht»

Zwölf Jahre lang hat Otmar Szafnauer für jenes Formel-1-Team aus Silverstone gearbeitet, als Force India, Racing Point und Aston Martin. Nun ist er Teamchef bei Alpine. Wieso hat er die Briten verlassen?

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Anfang November 2021 kündigte Alpine-Geschäftsleiter Laurent Rossi Veränderungen beim Formel-1-Werksrennstall des Renault-Konzerns an: "Wir haben in dieser Saison schöne Ergebnisse eingefahren. Ob die heutige Organisation aber reicht, um uns den künftigen Herausforderungen zu stellen, das ist eine andere Frage. Ich werde die Aufstellung des Top-Managements in aller Ruhe prüfen."

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Am 13. Januar 2022 war klar: Technik-Direktor Marcin Budkowski muss gehen. Der gebürtige Warschauer hatte Alpine 2021 in einer Art Doppelspitze zusammen mit dem Italiener Davide Brivio geleitet. Der Posten des klassischen Teamchefs blieb unbesetzt.

Die Trennung von Budkowski machte den Weg frei für Otmar Szafnauer, der seit drei Monaten mit einem Wechsel von Aston Martin zu Alpine in Verbindung gebracht worden war. Szafnauer hatte wochenlang dementiert, Aston Martin zu verlassen – bis das Team aus Silverstone Anfang Januar 2022 den Weggang bestätigte. Aston Martin-Chef Lawrence Stroll holte den langjährigen BMW-Techniker Mike Krack als neuen Teamchef.

Im Rahmen der Formel-1-Wintertests auf dem Bahrain International Circuit hat der 57-jährige Szafnauer erstmals darüber gesprochen, wieso er das Team aus Silverstone verlassen hat. Auf F1TV sagte der US-Amerikaner mit rumänischen Wurzeln: "Zwei Päpste, das geht nicht."

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Szafnauer musste den Namen von Aston Martin-Teambesitzer Lawrence Stroll gar nicht in den Mund nehmen, um klarzumachen – der kanadische Unternehmer mischte sich zu sehr ins Tagesgeschäft ein.

Szafnauer vergleicht: "Der frühere Rennstallbesitzer Vijay Mallya kam vielleicht an vier Tagen im Jahr in die Rennwagenfabrik, um sich auf dem Laufenden zu halten. Aber die Arbeit per se hat er komplett uns überlassen. Das war eine andere Arbeitsweise als unter Stroll, und das funktionierte so nicht."

Szafnauer betont: "Ich habe eine tolle Beziehung zu den Männern und Frauen in Silverstone behalten. In meinen zwölf Jahren dort habe ich die Grösse des Teams mehr als verdoppelt. Diese Leute werde ich vermissen."

Otmar Szafnauer wurde am 13. August 1964 in Rumänien geboren, als Sohn eines US-Amerikaners und einer Rumänin. Mit sieben Jahren zog die Familie nach Detroit um. Otmar studierte an der Wayne State Universität Elektrotechnik, anschliessend machte er einen Abschluss in Wirtschaft und Finanzen.

1986 wurde er von Ford engagiert, um an längerfristigen Projekten zu arbeiten. 1998 tauchte er erstmals in der Formel 1 auf, als Einsatzleiter von British American Racing (BAR). Als Honda dieses Team übernahm, rückte Szafnauer die Treppe hoch und wurde Vize-Präsident von Honda Racing Developments (HRD), der Rennabteilung der Japaner, zudem sass er nun auch in der Geschäftsleitung des GP-Rennstalls von Honda.

Als sich Honda zwischendurch wieder mal aus dem Grand-Prix-Sport verabschiedete (aus ihrem Team wurde BrawnGP, dann der Mercedes-Werksrennstall), gründete Szafnauer die Firma Soft Pauer, um für die Formel 1 am Zeitmess-System zu arbeiten.

2009 holte ihn Vijay Mallya zu Force India. Unter der besonnenen Arbeit von Otmar Szafnauer ging es stetig aufwärts – WM-Rang 9 in der Saison 2009, siebter Platz 2010, sechster Rang 2011, wieder Siebter 2012, dann 2013 und 2014 Sechster, 2015 Fünfter sowie 2016 und 2017 Gesamvierter. Dies nicht zuletzt dank Mercedes-Power, die Szafnauer für sein Team schon ab 2009 gesichert hatte. Nur die Top-Teams von Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing waren besser, und Szafnauer betonierte den Ruf des Teams als Effizienz-Weltmeister.

Es war auch Szafnauer, der das Team im Sommer 2018 durch die heikle Phase der Insolvenz mit anschliessendem Gläubigerschutz führte – bis mit Lawrence Stroll und dessen internationaler Geschäftsgruppe neue Besitzer gefunden waren, das Team bis Ende 2020 als Racing Point antrat und Anfang 2021 zu Aston Martin wurde.

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