Unser neues Rätsel Racing-Raritäten: Eine Schnapsidee scheitert krachend
Das neue Rätsel zeigt einen Formel-1-Rennwagen mit eher ungewöhnlicher Kühler-Anordnung. Wer ist hier an der Box zu sehen? Wo und wann ist das Foto entstanden? Machen auch Sie mit!
Meist aus dem Archiv unserer Foto-Partner XPB und Grand Prix Photo stellen wir jede Woche ab Dienstag ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und rätseln Sie um die Ehre mit – zu gewinnen gibt es nichts. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist Sonntag der laufenden Woche, um 24.00 Uhr.
Die Teilnahme ist kostenlos. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab 18 Jahren. Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen sind ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die im Rahmen des Rätsels übermittelten Daten werden ausschliesslich zur Durchführung verwendet und nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Für das neue Rätsel gilt der Tipp: Eine Schnapsidee scheitert, denn diese Anordnung der Kühler hat sich in der Formel 1 nicht durchsetzen können.
Unser Hinweis für die letzte Aufgabe lautete: Ein Beispiel von schlechtem Timing. Zu sehen ist der Scarab von Lance Reventlow, im Training zum Grossen Preis der Niederlande in Zandvoort 1960. Der Hinweis bezog sich darauf, dass die US-Amerikaner einen Frontmotor-Rennwagen bauten, in einer Phase, als längst klar war, dass der Trend zum Mittel- und Heckmotor geht.
Lawrence «Lance» Graf von Haugwitz-Hardenberg Reventlow war der Urenkel von Winfield Woolworth, dem Gründer der berühmten US-amerikanischen Kaufhauskette, und das einzige Kind von Barbara Hutton, der Woolworth-Alleinerbin, und von Kurt von Haugwitz-Hardenberg. Lance besass zwei Pässe (Dänemark und USA), fuhr aber immer mit US-amerikanischer Rennlizenz.
Da Geld in dieser Familie eine eher untergeordnete Rolle spielte, kaufte sich Reventlow in den 50er Jahren zunächst einen Mercedes, dann einen Maserati 200S (den er in Snetterton/England schrottete), anschliessend einen Cooper, mit dem fuhr er in der Formel 2. Erfolg: überschaubar.
Dann befand Lance die Zeit für gekommen, einen eigenen Rennstall zu gründen: Scarab, nach dem mythischen Käfer Skarabäus, mit Sitz in Venice/Kalifornien. Die Scarab-Sportwagen hatten beachtliche Erfolge, dies auch dank des talentierten Chuck Daigh, der 1958 sogar SCCA-Champion wurde.
Für das Formel-1-Abenteuer gründete Reventlow eine Aussenstelle in England, dieser Schritt war richtig, und liess einen Frontmotor-Roadster bauen, dies war falsch. Nachdem er seinen Fehler erkannt hatte, wurde ein Heckmotor-Renner entworfen, aber noch bevor die Testfahrten mit dem neuen Wagen abgeschlossen waren, hatte er das Interesse am Rennsport verloren. Er schloss seine Rennfabriken, das Werk von Venice ging an Carroll Shelby.
Insgesamt entstanden acht Scarab: Drei Frontmotor-Sportwagen (mit Chevrolet-Motoren), drei Frontmotor-F1-Renner, ein Heckmotor-GP-Wagen und ein Heckmotor-Sportwagen.
Die Motorisierung der Frontmotor-F1: Zwei mit Motoren, entworfen vom berühmten Motordesigner Leo Goossen, einer mit einem von Goossen abgeänderten Offenhauser. Bei den Heckmotor-GP-Autos, die es nie zu einem F1-Wochenende schafften, steckten abgeänderte Buick-Triebwerke im Fahrzeug.
Nachdem das Rennfeuer in Reventlow erloschen war, widmete er sich seinem Leben als Playboy und Jetsetter. 1972 kam er bei einem Flugzeugabsturz bei Aspen/Coloroado ums Leben.
Scarab-Rennwagen traten im Rahmen der Formel-1-WM sechs Mal zu einem GP-Wochenende von, von Buenos Aires bis Reims, sechs Mal mit Daigh am Lenkrad, drei Mal mit Reventlow, einmal mit Richie Ginther.
Nur zwei Mal schafften es die Autos in die Startaufstellung zu einem WM-Lauf: In Belgien mit Reventlow und Daigh (Startplätze 15 und 17), aber beide fielen wegen Motorschadens aus; dazu in den USA mit Daigh, wo Startplatz 18 und die einzige Zielankunft heraussprangen, er wurde Zehnter.
Die heutige Firma Scarab Motorsports aus Kansas baut strassentaugliche Replicas, die so genannte ’58 Heritage Edition.
Einige der Original-Rennwagen befinden sich in Besitz privater Sammler und sind regelmässig bei Veranstaltungen mit klassischen Rennwagen zu bestaunen.
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