Euro Moto Superbike
Markus Reiterberger (BMW): «Ich hatte die Wahl, Reifenstapel oder Kiesbett»
Marcel Schrötter schaffte es mit seiner BMW vom Team GERT56 by RS Speedbikes, die Euro Moto Superbike trotz Knie-Verletzung bis zum vorletzten Lauf offen zu halten. Am Ende wurde er Vize.
Es hätte für Marcel Schrötter schon sehr viel extrem gut und für seinen Konkurrenten im Kampf um den Titel, Ducati-Pilot Lukas Tulovic, schon sehr viel sehr schlecht laufen müssen, wenn es für den BMW-Piloten mit dem Titel noch was hätte werden sollen. Für Schrötter lief es sehr gut, für Tulovic auch nicht ganz schlecht. Somit blieb es bei der Endabrechnung für Marcel Schrötter beim Vizetitel. Und nebenbei darf er sich auch über die Auszeichnung Rookie des Jahres freuen. Immerhin war es seine erste Saison auf einem Superbike, die er beim Finale in Hockenheim mit einem zweiten Platz und einem Sieg erfolgreiche abschließen konnte.
Der 33-jährige Rennfahrer aus Bayern ging sehr entschlossen in das Wochenende. Ab dem ersten Training am Freitagmorgen zeigte er sich in Topform, die der BMW-Pilot am Samstag mit dem zweiten Startplatz untermauerte. Der Tabellenführer und Titelverteidiger Lukas Tulovic belegte in der Superpole den sechsten Platz, wurde jedoch aufgrund einer Strafe auf den neunten Platz zurückgestuft.
Im ersten Rennen am Sonntagnachmittag bestimmten der spätere Sieger Markus Reiterberger und Schrötter das Tempo an der Spitze. Schrötter überquerte die Ziellinie als Zweiter, knapp zwei Zehntelsekunden hinter seinem bayerischen Landsmann. Tulovic belegte den fünften Platz, wodurch die Meisterschaft frühzeitig zu dessen Gunsten entschieden war.
«Ich bin total begeistert, dass ich ein so großartiges Wochenende auf dem Hockenheimring erleben durfte», versicherte Schrötter trotz verpasstem Titel. «Es war unglaublich viel los. Es waren sehr viele Zuschauer da, darunter viele Freunde, Bekannte und fast mein gesamter Fanclub, die gekommen waren, um mich zu unterstützen und anzufeuern. Es war einfach wunderbar, all das direkt zu erleben mit all diese Unterstützung zu spüren und ihre Anfeuerungen zu hören. Insgesamt war Hockenheim ein wirklich toller Abschluss der Saison. Aus sportlicher Sicht kann ich mit meiner Leistung zufrieden sein. Ich hatte starke Trainings und bin auch in den Rennen gut gefahren. Der einzige Wermutstropfen war das erste Rennen. Es ärgert mich wirklich, dass ich es nicht gewonnen habe. Ich hatte die Pace dafür, aber während des Rennens hatte ich etwas mehr Mühe als erwartet. Ich war daher ein wenig verunsichert und wollte auf keinen Fall stürzen. Das hätte mich aus eigener Schuld den Meistertitel gekostet. Deshalb war ich ein bisschen enttäuscht, denn als Sieger hätte ich die Entscheidung um den Titel zumindest bis zum zweiten Rennen hinauszögern können.»
Der letzte Saisonlauf, der am späten Nachmittag bei herrlichem Spätsommerwetter in Hockenheim stattfand, war zwar von geringerer Bedeutung, doch das hielt Schrötter nicht davon ab, erneut alles zu geben. Zusammen mit seinem GERT56-Teamkollegen Jan-Ole Jähnig dominierte er das Rennen. Am Ende feierte Schrötter seinen zweiten Saisonsieg, während Jähnig Zweiter wurde.
«Aber auch das zweite Rennen hat mir viel Spaß gemacht», meinte er. «Im letzten Rennen der Saison gemeinsam mit meinem Teamkollegen JO (Jan-Ole Jähnig) auf dem Podium zu stehen, war ein toller Abschluss der Saison für das Team. Wir widmeten diesen Erfolg KW (Karsten Wolf). Der Sieg war ein kleiner Trost, vor allem aber eine Bestätigung meiner Konkurrenzfähigkeit an diesem Wochenende. Vielen Dank an alle, insbesondere an die Sponsoren und Partner, die eine solche Saison möglich gemacht haben. Ich möchte mich auch bei meinem Team für den großen Einsatz bedanken. Herzlichen Glückwunsch an Lukas und sein Triple-M-Team zum Gewinn der Meisterschaft. Ich bin hochmotiviert, nächstes Jahr von Beginn an, um Siege zu kämpfen. Danke, es war für mich eine wundervolle Rückkehr in die nationale Meisterschaft.»
Nach einem strapaziösen Abschluss seiner Rennsaison, zu dem unter anderem das Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft im französischen Le Castellet am vorletzten Wochenende gehörte, unmittelbar gefolgt vom Rennwochenende in Hockenheim, gönnt sich der ehrgeizige Sportler eine kurze Pause, bevor er sich weiteren Untersuchungen an seinem verletzten linken Knie unterziehen wird. Diese Untersuchungen werden zeigen, ob eine Operation notwendig ist.
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