Euro Moto Supersport
Geiger startet in die Saison 2027: R9-Titel am Sonntag, R1-Test am Montag
Nach der Pole Position folgte beim Euro Moto-Finale auf dem Hockenheimring der Sieg im ersten Rennen. Im zweiten Rennen wurde es kein Sieg, aber eine spektakuläre Aufholjagd.
Markus Reiterberger kam mit reichlich Rückenwind und noch mehr Selbstvertrauen zum letzten Rennen der Saison angereist. Eine Woche zuvor hatte der Bayer vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW gemeinsam mit seinen Kollegen den Titel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft EWC geholt. Trotz Schlafentzug und Meisterfeier kam Reiterberger gut erholt in Hockenheim an und steigerte sich mit jeder Trainings-Session. In der Superpole passte dann alles perfekt zusammen und mit einer 1.24,198 min lag der BMW-Pilot am Ende uneinholbar an der Spitze. Die letzte Pole-Position ging an Reiterberger und seine Crew.
«Ehrlich gesagt, war diese Rundenzeit für mich im Vorfeld nicht vorstellbar», verriet er. «Ich hatte eher mit einer 1.24 Mitte gerechnet. Aber wir haben viel an der Geometrie des Motorrads gearbeitet und das in die richtige Richtung. Wir haben von Freitag auf Samstag wirklich große Fortschritte gemacht und dann hat es in der einen Runden alles gepasst. Ich denke, auch eine 1.23 min wäre möglich, aber da muss dann wirklich alles perfekt sein. Natürlich bin ich auch gut drauf. Der WM-Titel und jetzt die ganzen Leute hier vor Ort. Auch mein Fan-Club ist da, da ist schon alles toll.»
Im ersten Rennen zeigte sich Reiterberger dann von seiner besten Seiten. Er plante seinen Angriff akribisch, setzte sich mit einem gepflegten Überholmanöver an die Spitze und fuhr nach Brünn seinen zweiten Sieg der zu Ende gehenden Saison ein. «Die Pole und der Sieg, das war schon fast perfekt.»
Das zweite Rennen war dann eher eine Show für die Galerie. Reiterberger bot einen perfekten Start auf, führte das Feld an…und rauschte in der Parabolica ins Kiesbett. Er wühlte sich durch den Kies wieder zurück auf die Strecke und hetzte dem Feld mit 18 Sekunden Rückstand hinterher. Mit Top-Zeiten, die auch locker für einen Spitzenplatz gereicht hätten, kämpfte sich der BMW-Pilot Runde um Runde wieder zurück ins Geschehen. Platz 10 seine Ausbeute.
«Ich wollte direkt am Anfang wegfahren», so Reiterbergers Plan. «Dann habe ich einfach zu hart und zu spät gebremst und hatte dann die Wahl zwischen Kiesbett und Reifenstapel. Ich habe mich fürs Kiesbett entschieden. Ja stimmt, das ist Scheiße gelaufen. Aber ich bin in der letzten Woche und hier über 1000 Runden gefahren, da kann einem auch mal ein Fehler passieren. Es tut mir für mein Team leid. Es hätte noch ein Sieg werden können.»
Und jetzt wird erst einmal ordentlich angestoßen.Markus Reiterberger
«Abgesehen davon war es wirklich ein tolles, aber auch sehr anstrengendes Wochenende hier auf dem Hockenheimring», verriet er im Anschluss. «Es ist echt ein Wahnsinn, wie viele Leute da waren und mich unterstützt haben. Die Emotionen waren diese Woche sehr intensiv. Erst der WM-Titel in der Langstrecken-WM, dann der geile Empfang in meiner Gemeinde in Obing, dann so viele Leute, die mir auch hier am Hockenheimring gratuliert haben und mit mir reden wollten, oder mir ihre Anerkennung kundgetan haben. Da war schon echt viel los. Ich freu mich sehr, dass wir es letztendlich auch in der Euro Moto mit Platz 3 noch aufs Gesamt-Podium geschafft haben. Mein Team ist echt das Beste und ich danke ihnen, dass sie nie aufgegeben haben und wir immer irgendwas finden konnten, was mir geholfen hat. Das weiß ich sehr zu schätzen. Und jetzt wird erst einmal ordentlich angestoßen.»
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