Euro Moto Superbike
Patrick Hobelsberger wird auch bei der Euro Moto in Brünn vom Pech verfolgt
Lange hat es nicht gedauert, bis Marcel Schrötter vom Team GERT56 in der Euro Moto Superbike ganz oben angekommen ist. Mit den Plätzen 1 und 3 von Brünn mischt er im Kampf um den Titel mit.
Bereits beim Saisonauftakt vor drei Wochen am Sachsenring ließ Marcel Schrötter mit starken Leistungen anklingen, dass mit ihm auf dem BMW-Superbike des Teams GERT56 by RS Speedbikes zu rechnen ist. Beim zweiten Meeting der ehemaligen IDM am vergangenen Wochenende auf der MotoGP-Strecke von Brünn kamen die Teams und Fahrer in den Genuss, sich mit einem am Donnerstag zusätzlich eingeschobenen Trainingstag optimal auf die bevorstehenden Aufgaben vorzubereiten.
Für Schrötter war es nach Jahren in der Weltmeisterschaft ein Wiedersehen mit einer ihm bekannten Strecke. Allerdings hatte der Streckenbetreiber in eine neue Asphaltierung investiert, Bedingung für die Rückkehr der MotoGP. Doch Ende Mai durften erst einmal die Euro Moto Piloten ran. Marcel Schrötter überzeugte schon in der Superpole 2 am Samstag. Während sich alle mit 1.57er-Rundezeiten abrackerten, gelang ihm als einzigem Fahrer eine Zeit mit 1.56 min und damit die verdiente Pole Position.
Am Sonntag packte er im ersten Rennen, nach einem sehenswerten Duell mit seinem bayerischen Landsmann und Markenkollegen Markus Reiterberger, den ersten Sieg seiner noch jungen Superbike-Laufbahn obendrauf. «Brünn war ein super Wochenende im Allgemeinen», lautete dann auch die Meinung Schrötters. «Die Pole-Position und der Sieg im ersten Rennen überstrahlen natürlich alles. Ich bin sehr happy. Wir haben von Anfang an gute Arbeit geleistet. Der Testtag am Donnerstag kam uns dabei sehr gelegen, da wir weitere Sachen probieren konnten, um das Motorrad besser zu verstehen.»
«Das gilt nicht nur für mich», erläutert er, «was ich brauche, sondern auch für das Team, das im Winter mit den Federelementen zu Öhlins wechselte. Alles in allem war dieser Tag eine große Hilfe, da wir mehr Zeit auf der Strecke hatten und das Motorrad besser meinen Bedürfnissen abstimmen konnten. Im Großen und Ganzen haben wir unsere Aufgaben gut gemacht und sind in jeder Session nähergekommen, vor allem im Vergleich zu Markus Reiterberger, der am vergangenen Wochenende mit dem EWC-Team und seinem Motorrad, wie er es in dieser Meisterschaft verwendet, beim Testen in Brünn war. Das heißt, er war schon richtig eingeschossen und hat auch entsprechend losgelegt. Aber wir haben ständig aufgeholt und am Samstag war die Superpole mit der Pole-Position als Ergebnis optimal. Das war mein erster großer Glücksmoment an diesem Wochenende.»
«Die Vorbereitung für das erste Rennen ist sozusagen mit Auszeichnung erledigt worden», beschreibt er den Weg zum ersten Sieg. «Trotzdem gab es vor dem Start viele Fragezeichen, da der Reifenverschleiß sehr hoch war. Daher war meine Taktik, ein bisschen abzuwarten, was passiert. Als Markus die Führung übernommen hatte, ließ ich ihn etwas ziehen, aber eben nur so viel, dass ich mir sicher war, ihn auch wieder einholen zu können. Das ist mir gut gelungen, ich bin ihm wieder nähergekommen. Als ich dran war, bekam er seine Probleme, und so konnte ich mir den Rest des Rennens wieder gut einteilen, auch wenn plötzlich Florian Alt von hinten bedrohlich aufholte. In dieser Phase war Markus meine Referenz, aber ich ging dann schnell an ihm vorbei und fuhr mein Ding zu Ende. Ich habe mich riesig über meinen ersten Sieg an meinem erst zweiten Rennwochenende in dieser für mich neuen Meisterschaft gefreut.»
Lauf 2 lief dann nicht ganz so glatt, aber mit einem dritten Rang sicherlich auch für Marcel Schrötter verkraftbar. Er musste er sich dem Serien-Routiniers Markus Reiterberger und dem Vorjahresmeister Lukas Tulovic beugen. «In Race 2 habe ich mich bis ca. Mitte der Distanz wieder sehr stark gefühlt», meint er. «In diesem Lauf war es aber Lukas Tulovic und sein Team, die nach einem bis dahin für sie schwierigen Wochenende etwas gefunden haben und definitiv wieder konkurrenzfähig waren und der mich in Führung liegend unter Druck setzte.»
«Aber das Gefühl mit dem Motorrad war gut, und ich war mir sicher alles unter Kontrolle zu haben, bis ein paar kleine Probleme auftraten, deren Ursache wir noch finden müssen», so Schötter. «Jedenfalls musste ich mehr pushen als gewollt und auch von der Elektronik her mehr freischalten, um diese Probleme zu überfahren und den Anschluss nicht zu verlieren. Alles zusammen ging das auf Kosten der Reifen. Ich war also an einem Punkt angelangt, an dem man innerhalb einer Runde ziemlich einbrechen kann, was bei mir der Fall war. In diesen ein, zwei Runden habe ich meinen Hinterreifen kaputtgemacht und konnte die Pace der Vorderen leider nicht mehr halten.»
«Das zeigt», so das Fazit des BMW-Piloten, «wie schnell es gehen kann, dass ein dritter Platz eine Enttäuschung ist. Diese ist aber längst überwunden, denn viel wichtiger ist, wieder ganz vorne dabei zu sein, auf dem Podium zu stehen. Die Bilanz von Brünn mit Pole-Postion, Platz 1 und 3 kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Daher ein großer Dank an das gesamte Team. Brünn war ein super Wochenende, an dem wir einen sehr guten Job gemacht haben. Wir haben mit dem Motorrad einen Weg eingeschlagen, mit dem ich sehr happy bin. Ich hoffe, dass das eine Basis ist, die auch bei den nächsten Rennen gut funktioniert. Danke Jungs, ich freue mich schon auf das nächste Event mit euch.»
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