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Scheeßel: Erik Riss überragender GP-Sieger – Daniel Spiller schwer gestürzt

Der GP zum Auftakt der Langbahn-WM in Scheeßel dauerte mehr als sechs Stunden. Mehrere Stürze, der schlimmste von Daniel Spiller, sorgten für Verzögerungen. Erik Riss war der überragende Sieger.

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Das hatte man sich beim MSC Eichenring Scheeßel, der jetzt sein 75-jähriges Bestehen feierte, ganz anders vorgestellt. Die 1000 m lange Sandbahn war im Vorfeld des Grand Prix mit aufwändiger Bearbeitung in eine Top-Form gebracht worden, das Wetter war ok und zirka viereinhalb Tausend Zuschauer gaben dem Rennen einen schönen Rahmen.

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Wären da nicht verschiedene Stürze gewesen. Gleich im fünften Lauf erwischte es Andrew Appleton. Der Brite hatte im ersten von insgesamt 20 Vorläufen noch mit großem Vorsprung gesiegt, geriet in seinem zweiten aber kurz nach dem Start mit Keijo Busch aneinander, stürzte und musste danach zur Untersuchung ins Krankenhaus. Er wurde fortan durch Fabian Wachs vom MSC Werlte ersetzt, der aber chancenlos blieb.

Für Daniel Spiller kam es ganz böse

Und was für ein Drama um Daniel Spiller. Der Nürnberger wurde in Heat 6 für eine Startbandberührung disqualifiziert, nachdem er in seinem ersten Lauf Zweiter hinter dem wieder bärenstarken Niederländer Dave Meijerink geworden war. Aber es kam noch viel schlimmer. In Heat 12 führte Spiller schon mit großem Vorsprung das Feld an, doch dann stürzte der Brite Jake Mulford und der Lauf wurde abgebrochen.

Im Rerun kam der Deutsche nicht so gut vom Start weg, raste in Kurve eins von innen kommend gegen das Hinterrad des Franzosen Anthony Chauffour und schlug furchterregend in die Airfences ein. Sein Motorrad wurde dabei in die Luft gewirbelt, schlug von oben auf die Luftsäcke und wurde fast noch über die Sicherheitszone katapultiert.

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Nach langer Behandlung auf der Bahn auch durch einen herbei gerufenen Notarzt landete der Rettungshubschrauber auf dem Eichenring. Es vergingen viele lange und bange Minuten, ehe Spiller ins Krankenhaus gefahren werden konnte. Auch die Polizei war zur Bestandsaufnahme vor Ort. Näheres über den Gesundheitszustand des Verunglückten war nicht zu erfahren.

Nach langer Bahnpräparation ging es gut weiter

Die Bahn wurde danach mit zusätzlich geordertem schweren Gerät teilweise oberflächlich aufgemacht und gewalzt. Das dauerte verständlicherweise seine Zeit, aber der Großteil des Publikums harrte geduldig aus.

Gegen 18 Uhr konnte dann der Wiederholungslauf mit diesmal nur zwei Fahrern, Glenn Moi und Chauffour, ausgetragen werden. Der Franzose schied aber wegen eines technischen Defektes aus.

Danach lief alles reibungslos. Die Sonne schien wieder und Erik Riss, der vorher schon dreimal in überragender Weise Laufsieger geworden war, schließ auch seine letzten beiden Vorläufe mit je einem Blitzstart und darauffolgendem Sieg ab. Der Schwabe war somit mit 20 Punkten für das alles entscheidende Finale qualifiziert, genauso wie der wieder sehr starke Dave Meijerink (18 Punkte) und Weltmeister Zach Wajtknecht mit 17 Zählern. In zwei Semifinalläufen gelang Chris Harris und Kenneth Kruse Hansen mit je vier weiteren Punkten ebenfalls die Finalteilnahme.

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Erik Riss verdienter GP-Sieger

Im Finale zählte dann nur der Einlauf. Riss startete von innen und bog als Führender in die erste Kurve ein. Dahinter Meijerink Harris, Kruse Hansen und Wajtknecht. Der Däne schied schnell wegen eines Defekts aus. Erik Riss war uneinholbar, mit sauberem Strich und Vollgas holte er sich den GP-Sieg vor dem in den letzten Wochen sehr erfolgreichen Niederländer, ‚Bomber’ Harris und Zach Wajtknecht.

«In der letzten Woche habe ich mich schon wohlgefühlt und heute Nacht hatte ich gut geschlafen und bin dann sehr zuversichtlich ins Rennen gegangen», sagte Riss nach der Siegerehrung zu SPEEDWEEK.com. Und: «Meine Starts waren heute gut, ich bin eigentlich auch ein guter Starter, aber wenn man so lange nicht fährt und wenig Fahrpraxis hat, war ich heute vor dem Rennen nicht so selbstbewusst wie sonst. Aber es hat dann ja doch geklappt.»

Lukas Fienhage hatte insgesamt nur einen Laufsieg zu verzeichnen und musste in Heat 11 einen Ausfall hinnehmen. Nach den 22 Läufen hatte der Fahrer des AC Vechta 14 Punkte gesammelt. Er wurde in der Gesamtwertung Siebter.

Ergebnis Langbahn-GP Scheeßel (D):

  • 1. Erik Riss (D), 26 WM-Punkte

  • 2. Dave Meijerink (NL), 24

  • 3. Chris Harris (GB), 22

  • 4. Zach Wajtknecht (GB), 20

  • 5. Kenneth Kruse Hansen (DK), 18

  • 6. Jesse Mustonen (SF), 16

  • 7. Lukas Fienhage (D), 15

  • 8. Patrick Kruse (DK), 14

  • 9. William Kruit (NL), 13

  • 10. Glenn Moi (N), 12

  • 11. Mika Meijer (NL), 11

  • 12. Tero Aarnio (SF), 10

  • 13. Jake Mulford (GB), 9

  • 14. Tino Bouin (F), 7

  • 15. Andrew Appleton (GB), 6

  • 16. Anthony Chauffour (F), 5

  • 17. Timo Wachs (D), 4

  • 18. Keijo Busch (D), 3

  • 19. Jordan Dubernard (F), 2

  • 20. Daniel Spiller (D), 1

  • 21. Fabian Wachs (D), 0

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