Manuel Gonzalez (IntactGP) trotzt Rückschlägen: Starkes Podium in Brasilien
Trotz schwieriger Bedingungen und persönlicher Rückschläge holt IntactGP-Pilot Manuel Gonzalez beim Moto2-Rennen in Brasilien Platz 3 – und beweist im Titelkampf mentale Stärke.
Der Moto2-Grand-Prix im brasilianischen Goiania verlangte Manuel Gonzalez und dem IntactGP-Team alles ab. Am Ende stand dennoch ein hart erkämpfter dritter Platz zu Buche – ein Ergebnis, das angesichts der Umstände weit über die reinen Zahlen hinausgeht. In der Weltmeisterschaft musste der Spanier zwar die Führung an Daniel Holgado abgeben, liegt als Zweiter aber nur 4,5 Punkte zurück.
Schon die Vorzeichen für das zweite Rennwochenende der Saison waren alles andere als einfach. Der tragische Tod von Mechaniker Roberto Lunadei nach einem Verkehrsunfall sorgte im gesamten Team für eine gedämpfte Stimmung. «Wir hatten in den letzten zehn Tagen wirklich viel zu bewältigen», erklärte Teammanager Jürgen Lingg. «Zu wissen, dass Roby nicht bei uns sein würde, war für uns alle schwer zu ertragen. Wir haben Robys Fehlen immer gespürt.»
Auch sportlich stellte Brasilien Gonzalez vor große Herausforderungen. Nach einem soliden zweiten Platz im Zeittraining verpasste er im Qualifying durch einen Fehler die Pole-Position und startete von Rang 4. Im Rennen fiel er zunächst zurück, kämpfte sich aber konstant nach vorne und schnappte sich in der Schlussrunde noch Platz 3 – mit 3,9 Sekunden Rückstand auf den Sieger.
Gonzalez bewies in Brasilien Anpassungsfähigkeit
«Es war ein sehr hartes Wochenende, weil wir nicht so viele Runden fahren konnten, wie nötig gewesen wären», erklärte Gonzalez. «Die Abstimmung war nicht optimal, und ich hatte schon ab der ersten Runde mit dem Bike zu kämpfen.» Dennoch gelang es ihm, sich anzupassen: «Ich habe immer darüber nachgedacht, wie ich das Motorrad so fahren könnte, wie es die Spitzenfahrer taten. Ich habe versucht, das umzusetzen, und konnte das Tempo halten.»
In der Medienrunde wurde der 23-Jährige noch deutlicher, wie schwierig das Rennen tatsächlich war: «Ich bin zu 200 Prozent zufrieden mit dem Resultat, aber nicht mit dem Rennen, weil ich weiß, dass wir es noch besser hätten machen können.» Vor allem das Gefühl für das Motorrad fehlte ihm: «Ich habe ab der ersten Runde extrem gelitten.» Besonders der Vorderreifen bereitete Probleme: «Ich hatte große Schwierigkeiten mit dem Vorderreifen – eigentlich mit dem ganzen Motorrad, um zu verstehen, wie ich schneller fahren kann.»
Trotz dieser Schwierigkeiten bewies Gonzalez Rennintelligenz. Statt zu viel Risiko zu gehen, setzte er auf Konstanz: «Ich habe mir gesagt: 'Okay, pass dich an, fahr konstante Runden, und bring das Rennen ins Ziel.'» Diese Strategie zahlte sich aus – auch, weil er in der Schlussphase von Problemen bei Alex Escrig profitierte.
Bemerkenswert: Während Gonzalez einmal mehr glänzte, blieb Teamkollege Senna Agius deutlich zurück. Der Australier, der den Verlust seines Mechanikers besonders schwer verkraften musste, kam nach einem schwierigen Wochenende nur als 19. ins Ziel.
Wichtiges Ergebnis für die WM, auch wenn die Führung verloren ging
Für Gonzalez ist das Podium von Brasilien ein Schlüsselresultat im Titelkampf. An schwierigen Tagen dritte Plätze zu holen, ist entscheidender, als an den perfekten Tagen zu gewinnen. «Das sind die entscheidenden Tage. Natürlich kann jeder Fahrer sagen, dass er gelitten hat, auch Holgado, aber das ist normal.»
«Wir machen weiter. Wir arbeiten. Wir analysieren die Daten. Wir analysieren den Fahrstil. Wir analysieren alles. Also ja, ich bin mehr als zufrieden», bilanziert der Spanier. «Dieses Ergebnis zählt sogar mehr als der Sieg in Thailand, weil es ein super schwieriges Rennen war», betonte er.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach