Rupert Hollaus: «Showroom» erinnert an Österreichs Motorrad-Weltmeister
Pünktlich zur 100-Jahr-Feier der Marktgemeinde Traisen wurde ein Schauraum eröffnet, in dem ab sofort die persönlichen Gegenstände des Motorrad-Weltmeisters Rupert Hollaus bestaunt werden können.
Die Marktgemeinde Traisen ist untrennbar mit Rupert Hollaus verbunden. Anfang der 1950er-Jahre zog der junge Motorradmechaniker aus, um die Motorsportwelt zu erobern. 1953 wurde der damals weltweit größte Fahrrad-, Motorrad- und Automobil-Hersteller auf das außergewöhnliche Talent aufmerksam und nahm ihn für die folgende Saison unter Vertrag.
Und tatsächlich hatten die Verantwortlichen bei NSU ein gutes Händchen bewiesen: Hollaus eilte 1954 in der Achtelliterklasse von Erfolg zu Erfolg. Nach Siegen bei den Großen Preisen von Großbritannien, Irland, der Niederlande und Deutschland stand er bereits vorzeitig als Weltmeister fest. Nach dem Ausfall seines Teamkollegen Werner Hass gewann der auch noch die 250er-Klasse beim GP der Schweiz und sicherte Platz 2 in der WM-Endabrechnung.
Eine Woche nach seinem 23. Geburtstag verunglückt Rupert Hollaus tödlich
Das Jahr, in dem es für den jungen Mann aus Niederösterreich so viel zu feiern gab, endete tragisch. Nur wenige Tage nach seinem 23. Geburtstag verunglückte er im Training zum Großen Preis der Nationen in Monza. Nachdem er in der Runde davor die Bestzeit aufgestellt hatte, kam er in der zweiten Lesmo-Kurve zu Sturz und zog sich tödliche Verletzungen zu.
Tagelang stand Traisen im Zeichen des tragischen Ereignisses. Gefühlt die ganze Ortschaft trauerte mit den Eltern des verunglückten Weltmeisters. Welch hohen Stellenwert Hollaus für die österreichische Sportgemeinschaft hatte, zeigt die Tatsache, dass er in der Wiener Votivkirche öffentlich aufgebahrt wurde, damit man vom Sportidol Abschied nehmen konnte.
Am 18. September wurde fand er auf dem Friedhof in Traisen seine letzte Ruhestätte. Neben Vertretern öffentlicher Stellen und des italienischen Automobilklubs in Monza nahmen auch NSU-Rennleiter Germer und seine Teamkollegen Werner Haas, H. P. Müller und Hans Baltisberger sowie die Spitze der heimischen Rennfahrerelite teil. Im NSU-Werk in Neckarsulm blieben sogar für drei Minuten die Förderbänder stehen.
Nicht nur in seiner Heimatgeeinde ist das Jahrhunderttalent unvergessen
Vor Jahren erhielt die Marktgemeinde von den Nachkommen den Nachlass als Dauerleihgabe. Rechtzeitig zur 100-Jahr-Feier wurde dieser Tage ein «Showroom» eröffnet. An Hand der persönlichen Gegenstände wird das sportliche Leben des Jahrhunderttalents, vom Junior bei den heimischen Rennen bis hin zum Werksfahrer von NSU, von seinen ersten Siegen bei regionalen Veranstaltungen bis hin zu den Triumphen bei Weltmeisterschaftsläufen, aufgezeigt.
Dieser Schauraum ist dem interessierten Publikum ab sofort gegen Voranmeldung auf dem Gemeindeamt jederzeit zugänglich. In sieben Vitrinen sind u. a. Sturzhelm, Lederdress, Pokale, Urkunden und Zeitungsausschnitte zu bewundern. Als erster interessierter Besucher stellte sich der österreichische Kabarettist und «Benzinbruder» Roland Düringer ein.
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