Ansage von Bulegas Manager in Richtung Ducati: «Werden nicht ewig warten!»
Vieles deutete auf einen MotoGP-Aufstieg von Nicolo Bulega mit Ducati für 2027 hin. Doch es ist still geworden um den Superbike-Spitzenreiter. Jetzt meldete sich Manager Alberto Martinelli zu Wort.
Nicolo Bulega gilt als Mann der Zukunft – insbesondere dank der engen Verbindung zu Ducati Corse. Der Italiener landete nach seinem Abgang aus der Moto2-WM zunächst in der Supersport-Abteilung. Nach erfolgreicher Titelmission entwickelte sich der Schlaks auch in der Königsdisziplin im seriennahen Rennsport zügig zum Siegfahrer und zum einzigen harten Gegenspieler von Toprak Razgatlioglu.
2024 und 2025 musste Bulega zurückstecken, 2026 liegt der Ducati-Panigale-Pilot aktuell auf Titelkurs. Neben der Mission «Superbike-Weltmeister» ist der 26-Jährige zudem auf die MotoGP angesetzt. Corse-Chef Dall’Igna vertraut Bulega die Entwicklung der 2027er-850er-Desmosedici nicht allein wegen dessen umfassenden Erfahrungen mit Pirelli-Reifen an. Aufgrund Bulgas geplantem Einsatz in der zweiten Jahreshälfte 2026 als Nummer-1-Tester für die MotoGP wäre dessen Beförderung – erst recht wenn der Titelgewinn in der Superbike-WM wie geplant klappt – der konsequente Aufstieg. Ein Platz für Nicolo Bulega zumindest in einem der beiden Ducati-Kundenteams Gresini und VR46 schien gesichert.
Wo ist Platz für Nicolo Bulega?
Doch Stand heute deutet wenig auf einen Umstieg des erfolgreichen Superbikers hin. Denn Ducati gehen die Plätze in der MotoGP aus. Unerreichbar scheint ein Platz für Bulega im Ducati-Werksteam. Zwar haben weder Marc Márquez noch Pedro Acosta unterschrieben, doch alles andere als das Duo aus Spanien wäre für 2027 eine große Überraschung.
Eng dürfte es auch bei VR46 werden – obwohl Bulega selbst in der Akademie des Doktors aufwuchs und sowohl in der Moto3 als auch in der Moto2 für VR46 GP-Erfahrung sammelte. Denn dort hat Fabio Di Giannantonio als derzeit bestplatzierter Ducati-Pilot seinen Vertrag mit Ducati Corse zu verlängern. Als zweiter Pilot ist Fermin Aldguer im Gespräch. Dessen Anrecht auf Werksmaterial im offiziellen Junior-Ducati hängt aber auch von Ergebnissen ab – und die konnte der lange verletzte Spanier 2026 noch nicht einliefern.
Bleibt Gresini – und hier hat allein die Teamleitung selbst das Sagen über die Besetzung. Wie auf SPEEDWEEK.com berichtet wurde, hat sich die Paarung Enea Bastianini und Dani Holgado als wahrscheinliche Konstellation herauskristallisiert. Zwar sind auch hier noch keine Unterschriften gesetzt, aber die Ausgangslage ist zunächst wenig vielversprechend, dass Nicolo Bulega 2027 über Ducati den Wiedereinstieg ins GP-Fahrerlager schafft.
Martinelli: Auch ein Umstieg ohne Ducati ist vorstellbar
Um ein Durchsacken zu verhindern, ist Bulegas Management auch aktiv, um mögliche Alternativen für einen MotoGP-Vertrag auszuloten. Gegenüber der italienischen Plattform moto.it sagte Manager Alberto Martinelli: «Wir müssen abwarten, bis die großen Namen ihre Absichten offiziell bekanntgeben, und sobald die «Chefs» der Teams feststehen, werden die Strukturen über ihre Teamkollegen nachdenken.»
Martinelli räumte ein, dass Ducati zwar Bulegas erste Wahl für einen Wechsel in die MotoGP sei, es sei für ihn jedoch «nicht unmöglich», mit einer anderen Marke ins Grand-Prix-Fahrerlager zurückzukehren. «Schwierig, aber nicht unmöglich. Bei Ducati wissen sie, dass es auch für uns Priorität hat, in der MotoGP bei ihnen zu bleiben, aber es gehören immer zwei dazu, und wenn wir nicht rechtzeitig ein Angebot erhalten, können wir den Kontakt zu anderen Teams wieder aufnehmen», so Martinelli.
Und weiter: «Wir wissen nicht, welche Prioritäten das Unternehmen aus Borgo Panigale hat und wie die Vereinbarungen mit den Satellitenteams aussehen, daher können wir nur abwarten, aber das werden wir nicht auf unbestimmte Zeit tun.»
Der Italiener unterstrich auch die gegenwärtigen Prioritäten: «Nicolo ist ein Profi und er verfügt über große Entschlossenheit. Er weiß, dass der Gewinn der Superbike-Weltmeisterschaft eine Leistung ist, die ihn zu einem der Top-Fahrer im Motorradsport machen wird.»
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