Johann Zarco kämpferisch: «Wir haben alles aus der Situation herausgeholt»
Der erfahrenste MotoGP-Pilot verblüffte beim Spanien-GP mit Startplatz 2 – und auch im Rennen macht Johann Zarco das Beste aus seinen Möglichkeiten. Als Siebter kam Zarco noch vor der ersten KTM an.
Honda-Pilot Johann Zarco lieferte beim Spanien-GP den Beweis, wie wichtig ein guter Startplatz ist. Der hätte für den Franzosen kaum besser sein können, denn am nassen Samstag zog der Routinier alle Register. Im nassen FP2 machte er sich mit den Regenreifen vertraut – im Q2 verpasste er mit Platz 2 hinter Marc Márquez nur knapp die Sensation.
Beim Sprint lief es lange ebenfalls sehr gut, doch dann musste auch der älteste MotoGP-Athlet einmal durch den Kies. Mit Platz 8 holte Zarco aber Punkte. Dass der Pilot aus Cannes dieses Ergebnis bei Traumwetter noch einmal verbessern konnte, damit hatte kaum jemand gerechnet. Auch Zarco nicht.
«Platz 7 – mehr hätte ich auf keinen Fall schaffen können, wir haben alles aus der Situation herausgeholt. Es fühlt sich gut an, wieder an der Spitze mitgefahren zu sein», so Zarco. Und weiter: «Es gab eine Strategie. Die sah so aus, dass ich die Topfahrer ziehen lasse und dann dahinter ein Loch zu den Verfolgern um Platz 5 aufmache. Und genauso ist es auch gekommen.»
Wie so oft analysierte der 35-Jährige blendend: «Marc und Alex, sie fuhren in einer anderen Welt. Ich hatte nicht einmal Zeit zu verstehen, was sie besser machen. Auch «Diggia» hatte ein klar höheres Tempo. Aber noch nachvollziehbar und dann kam schon Jorge. Er war lange fast gleich schnell und ich, es gab Stellen, da konnte auch ich meine Waffen nutzen. Damit gelang es, nach hinten Luft zu schaffen.»
Doch aus dem Traumergebnis Rang 5 wurde nichts. Johann Zarco: «Ich war mir schon fast sicher, dass ich Raul unter Kontrolle halten kann. Bis fünf Runden vor Schluss, dann machte der Hinterreifen einen signifikanten Rückschritt, der mich jede Runde vier Zehntel kostete. Und während die Trackhouse-Jungs einen zweiten Frühling hatten, bin ich in den letzten beiden Runden eingebrochen – es fehlten dann zwei Sekunden pro Runde und ich bin froh, dass ich mich noch vor Enea halten konnte.»
Ich muss sagen, es war dennoch ein super Rennen, auch das Tempo war mit 1:38er-Zeiten richtig hoch. Beeindruckend: Im schnellsten Umlauf kam das Honda-Ass sogar auf eine 1:37,3 min – es war die fünftbeste Zeit des Tages und nur 0,271 s langsamer als die Bestmarke von Sieger Alex Marquez.
Hätte Zarco das Potenzial gehabt, auch Gegner zu überholen? Der Franzose antwortete amüsiert: «Überholen in der MotoGP, wenn du langsamer bist als der Pilot vor dir – unmöglich. Wir sind hier nicht bei einem Trackday. Wenn du das probierst und einfach mal zehn Meter später bremst, dann wirst du die nächste Kurve nicht erleben.»
Nach dem schwachen Saisonstart hatte der Jerez-GP nur wenig Auswirkungen auf die WM-Tabelle. Zarco verbesserte sich aber auf Position 14 und ist hinter Marini (12.) zweitbester Fahrer der Honda RC213V.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach