Martin auf der Suche nach Selbstvertrauen: «Vielleicht liegt es an mir!»
Aprilia-Pilot Jorge Martin ging unter Schmerzen ins MotoGP-Wochenende in Mugello. Ein Sturz bei den Testfahrten in Barcelona steckt ihm noch in den Knochen – und macht ihm mental zu schaffen.
«Ein Gefühl, das ich nicht kannte. Das bedeutet für mich, dass ich meine Grenzen ausgereizt habe!» Eine Feststellung von Jorge Martin über sein Zeittraining in Mugello, bei dem er mit etwas mehr als einer Zehntelsekunde Rückstand auf Marco Bezzecchi den achten Rang und damit den direkten Einzug ins Q2 am Samstag sicherte. Der Weltmeister von 2024 geht mit Nachwirkungen eines Sturzes beim Barcelona-Test ins Heimrennen seines Arbeitgebers Aprilia. «Vormittags ging es mir noch super. Am Nachmittag hatte ich starke Schmerzen. Doch das gehört zu unserem Sport manchmal dazu. Wir konnten uns trotzdem verbessern.»
Der «Martinator» beschrieb die Auswirkungen auf seine schnellen Runden: «Ich konnte nicht mehr atmen!» An ein schmerzfreies Qualifying oder Sprintrennen sei nicht zu denken: «Ich werde in jedem Fall Schmerzmittel nehmen. Jetzt fühle ich mich zwar okay, aber die Verletzung kann sich entzünden und das müssen wir im Griff behalten.»
Jorge Martin: «Ich hatte heute kein gutes Gefühl!»
Die schlechten körperlichen Voraussetzungen beeinflussten auch die Abstimmungsarbeit des Madrilenen an seiner Aprilia. Die RS-GP sei ständig in Bewegung: «Ich hatte heute kein gutes Gefühl. Daran müssen wir noch arbeiten, denn Mugello ist die Strecke, auf der sich das Motorrad in diesem Jahr bislang am schlechtesten anfühlt. Zum Glück haben wir inzwischen mehr Erfahrung mit dem Motorrad sammeln können und wissen darum, was wir tun müssen. Schon eine kleine Änderung kann auf diesem Kurs eine große Hilfe sein.»
Der Fahrer mit der Nummer 89 gibt zu, nach seinem von zahlreichen Stürzen geprägten Wochenende beim letzten MotoGP-Event in Barcelona sein Selbstvertrauen erst zurückerlangen zu müssen: «Vielleicht ist mein Motorrad ja völlig okay und es liegt eigentlich an mir! Ich hatte beim Anbremsen heute mehrmals das Gefühl zu stürzen, obwohl das nicht der Fall war.» Auch eine Einschätzung zum eigenen Leistungsvermögen und dem Kräfteverhältnis im Vergleich zur Konkurrenz gelang dem Spanier nicht: «Ich weiß es nicht. Vielleicht reicht es für uns für einen Platz unter den ersten Fünf, vielleicht fahren wir auch um den Sieg.»
Priorität habe, das Sprintrennen und den Grand Prix am Sonntag überhaupt beenden zu können. Seine körperliche Verfassung könne dem Moto3-Weltmeister von 2018 einen Strich durch die Rechnung machen: «Wir werden es sicher langsamer angehen lassen müssen, denn sonst können wir nicht bis zum Ende durchhalten. Diese Strecke ist selbst für Fahrer in bester körperlicher Verfassung hart!»
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