Paolo Campinoti (Pramac) über Yamaha: «Objektiv nicht das beste Motorrad»
Pramac-Yamaha-Teamchef Paolo Campinoti sprach im Podcast von Andrea Migno über die schwierige MotoGP-Saison und sein Ass Toprak Razgatlioglu, in dem er noch viel Potenzial sieht.
Die Zahlen sind unbarmherzig. Nach dem Wechsel von Ducati zu Yamaha beendete Pramac die MotoGP-Saison 2025 auf dem letzten Platz der Teamwertung. Auch zur Sommerpause 2026 steht der Rennstall aus Casole d’Elsa ganz hinten.
Jack Miller (19 Punkte) und Rookie Toprak Razgatlioglu (12) belegen die Plätze 20 und 21 der Fahrerwertung. Zum Vergleich: Fabio Quartararo hat auf der Werks-Yamaha 55 Zähler gesammelt.
Pramac-Boss sieht sein Team besser aufgestellt als Yamaha-Werksteam
Trotz dieses negativen Gesamtbilds bleibt Pramac-Teamchef Paolo Campinoti gelassen. «Mir geht es gut, und es läuft gut», sagte der Pramac-Eigner im Podcast «Mig Babol» von Andrea Migno. «Jetzt warten wir auf Weiterentwicklungen am Motorrad, und sind dann zuversichtlich für nächstes Jahr, wo wir einen substanziellen Wandel haben sollten, was das Motorrad betrifft.»
In diesem Jahr tritt Yamaha erstmals mit einem V-Motor an, nachdem man bisher auf einen Reihenmotor setzte. 2027 startet die MotoGP mit einem neuen Reglement, man spricht von einem «Reset». Für Pramac ist dieser Neustart die große Hoffnung.
Selbstbewusst gibt sich Campinoti im Vergleich mit dem Werksteam. «Ich will nicht den Angeber spielen, aber im Moment sind wir immer vorne, wie bei den letzten Rennen, wo wir die beste Yamaha waren», sagte er. Da das Gespräch zwischen dem Rennen von Assen und Sachsenring aufgenommen wurde, lassen wir diese Aussage gelten, zwischen Assen und Brünn holte das Yamaha-Ass Fabio Quartararo nämlich keine Punkte, die Pramac-Piloten lagen zudem vor Alex Rins. Ab Assen stellte Quartararo die übliche Rangordnung wieder her.
Campinoti erkennt das Weltmeister-Gen in Razgatlioglu
Ausführlich äußerte sich Campinoti zu seinem prominenten Neuzugang, dem dreifachen Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu. «Toprak wird von Rennen zu Rennen besser.» Die Anfangsschwierigkeiten führt er auf die Reifen zurück. «Er hatte Mühe mit der Anpassung an die Michelin-Reifen. Er kam von Pirelli und hatte deshalb einen etwas anderen Fahrstil. Er passt sich an, und ich hoffe, dass er nächstes Jahr, wenn es zurück zu Pirelli geht, wieder das Gefühl findet, das er vorher hatte.»
Der dreifache Superbike-Weltmeister profitiere womöglich doppelt vom 2027er-Reset. An Razgatlioglus Mentalität habe Campinoti ohnehin keine Zweifel: «Er hat das Mindset eines Champions. Nach so vielen Jahren siehst du, wer ein guter Fahrer ist und wer wirklich das Auge eines Champions hat.»
Was er damit meint, erklärte der Italiener am Beispiel dieser schwierigen Saison: «Objektiv ist das Motorrad nicht das beste in der Startaufstellung. Toprak hätte eine Million Ausreden.» Stattdessen sehe er einen Fahrer, der in jeder Session besser werden wolle. «Er achtet auf die Details, er ist wütend, wenn er hinten liegt. Du siehst, dass er körperlich leidet.»
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