Red Bull Romaniacs: Exklusiv-Interview mit Dominator Manuel Lettenbichler
Der bayerische KTM-Werksfahrer Manuel Lettenbichler deklassierte die Konkurrenz bei der 23. Auflage der legendären Hard-Enduro-Rallye Red Bull Romaniacs und versetzte auch die Experten in Ekstase.
Mit einem Vorsprung von über einer Stunde über die gesamten fünf Renntage (ein Prolog und vier Offroad-Renntage) auf den Zweitplatzierten Bulgaren Teo Kabakchiev (Sherco) zeigte Ausnahmekönner Manuel Lettenbichler in Rumänien in diesem Jahr eine Leistung, die von einem anderen Planeten zu sein scheint. Besonders am letzten und mit Abstand schwersten Tag war die Differenz bei fast 45 Minuten. SPEEDWEEK.com sprach nach den Romaniacs exklusiv mit Lettenbichler.
Gratulation zum 7. Triumph bei den Romaniacs. Ist dieser Sieg trotz der Serie von vier in Folge noch etwas Besonderes für dich? Na klar. Dieses Rennen zu gewinnen, das ist ein riesiges Abenteuer. Da muss einfach alles passen – das Bike, das Team, alles. Das ist immer ein großer Erfolg für den Fahrer, aber eben auch für das Team. Aber der siebte fühlt sich nicht ganz so gut an wie der erste Sieg.
Besonders am letzten Tag hat deine Leistung selbst Experten sprachlos gemacht. Wie hast du den Tag erlebt und was hat den Unterschied zum Rest ausgemacht? Der letzte Tag war wirklich ein klassischer Red Bull Romaniacs Tag, besonders bis zum Service Point. Der letzte war diesmal definitiv der härteste Tag, technisch am anspruchsvollsten. Und daher habe ich so viel Zeit rausfahren können. Normalerweise machen sie hier den ersten Tag gerne am schwierigsten, heuer war es der letzte und ich glaube, da ist bei einigen Fahrern einfach auch der Saft ausgegangen – was mich bei einigen selbst etwas gewundert hat. Die anderen Tage waren eher auf der schnelleren Seite.
Welche Sektionen waren am letzten Tag entscheidend? Bedtime Alarm, Skydive und Pandora. Das waren eigentlich die Abfahrten vom letzten Jahr, die sie zu Auffahrten in diesem Jahr gemacht und etwas geändert hatten. Das war schon sehr knackig.
Die jungen Fahrer wie Mitch & Ashton Brightmore und nun immer deutlicher auch James Moore zeigen sich. Wie siehst du ihre Entwicklung? Das ist mega cool, dass die Jungen jetzt nachziehen. James Moore hat am letzten Tag wirklich gut abgeliefert. Und Matt Green hatte auch einen krass guten Tag. Wenn es wirklich schwer wird, dann fühlt er sich dabei aktuell sehr gut. Dritter und vierter Platz für die beiden. Die Jungen kommen so langsam. Speziell bei den langen Rennen wie den Romaniacs spielt die Erfahrung schon auch eine Rolle, ebenso wie die Fitness und die Einteilung – da habe ich noch die Oberhand. Aber sonst: Sie kommen und sie werden immer stärker!
Als nächstes Rennen in der HEWC steht das Forza Orza in Schweden an. Was erwartest du dort? Richtig, ein neues Rennen und ich freue mich darauf und bin gespannt. Es ist immer gut, wenn man ein neues Rennen vor sich hat.
Im Hard Enduro World Ranking hast Du mit den Ergebnissen vom Erzberg und den Romaniacs einen soliden Vorsprung. Wie siehst du die Entwicklung des Rankings? Ich bin gespannt, wie sich das Ranking entwickelt. Karl Katoch und Martin Freinademetz haben gemeint, sie wollen die Fahrer auch über die Arbeitsgruppe ins Boot holen. Jetzt steht irgendwann das erste Meeting an, um über das nächste Jahr zu sprechen, wie es genau ausschauen könnte. Jetzt im ersten Jahr ist es sicherlich eine Lernkurve, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das Ranking wirklich interessant wird, um den Sport globaler zu sehen und auch das Ranking selbst globaler zu machen.
Hard Enduro World Ranking – Saisonwertung, Stand 3. August 2026:
1. Manuel Lettenbichler (D, KTM), 7.240 Punkte
2. Teodor Kabakchiev (BG, Sherco), 5.280
3. Mitch Brightmore (GB, GASGAS), 4.960
4. Trystan Hart (CDN, KTM), 4.260
5. Mario Roman (E, Rieju), 3.884
6. James Moore (ZA, Beta), 3.675
7. Matthew Green (ZA, KTM), 3.248
8. Ashton Brightmore (GB, GASGAS), 3.100
9. Lorenzo Gandola (I, Sherco), 2.888
10. Ryder LeBlond (USA, Husqvarna), 2.293
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