Spa-Sieger Michael van der Mark (BMW) über Endurance- und Superbike-WM
Michael van der Mark ist ein vielbeschäftigter BMW-Mitarbeiter. Als Teil der Siegermannschaft im Rennen der Endurance-WM 2026 in Spa wurde der Niederländer zur Superbike-WM nach Misano berufen.
Nach seinem Aus als Stammfahrer in der Superbike-WM blieb Michael van der Mark bei BMW und verstärkte das Endurance-Werksteam des bayerischen Herstellers. Nach dem unglücklichen Saisonauftakt in Le Mans gelang am vergangenen Wochenende in Spa der Sprung auf das oberste Podest.
«Das Team hat den ganzen Winter über fantastische Arbeit geleistet. In Le Mans waren wir so stark, hatten aber leider Pech. Und auch hier in Spa waren wir vom ersten Tag an unter allen Bedingungen schnell», betonte der Familienvater aus der Käsestadt Gouda. «Im Rennen wussten wir, dass wir das Tempo hatten, aber das schwierige Wetter ist typisch für Spa. Dennoch traf das Team die richtigen Entscheidungen. Steven und Markus hatten zur richtigen Zeit das richtige Tempo und gingen keine unnötigen Risiken ein. Deshalb freue ich mich unglaublich für das Team nach all dem Pech, das es in der Vergangenheit hatte, und es ist etwas Besonderes, hier zu gewinnen.»
Während sich seine Teamkollegen Markus Reiterberger und Steven Odendaal bis zum dritten Saisonevent vier Wochen lang ausruhen können, ist der Niederländer am kommenden Wochenende bei der Superbike-WM 2026 als Ersatz von Danilo Petrucci im Einsatz. Das Umschalten auf die andere Serie mit einem Motorrad in unterschiedlicher Konfiguration und anderen Reifen ist kein leichtes Unterfangen.
«Es ist schon etwas anderes, das merkte ich schon in Most. Der Speed ist zwar noch da, aber wenn man mit anderen Jungs die erste Kurve anbremst, fehlt einem die gewisse Schärfe», erklärte van der Mark im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach. «Über die Jahre verinnerlicht man, wie jeder einzelne fährt und sich verhält, aber man vergisst es auch schnell.»
Der 33-Jährige weiter: «Das Racing unterscheidet sich komplett – wer etwas anderes behauptet, redet Unsinn», schmunzelte der Supersport-Weltmeister von 2014. «Das Level in Endurance ist ohne Zweifel sehr hoch und die Piloten werden auch immer schneller, man ist aber nicht in jeder Runde am absoluten Limit. Es geht ja auch um die Taktik und man muss sich das Rennen einteilen. Der erste Stint ist anspruchsvoller, weil man sich in eine gute Position bringen möchte, aber dann kommt man in den Rhythmus und es wird einfacher.»
Van der Mark weiter: «Kommt man von der Superbike-WM mit einem gewissen Speed, fällt einem der Wechsel auf den Endurance-Rhythmus recht leicht. Schwieriger ist es umgekehrt, weil in der Superbike-WM das absolut Letzte aus dem Paket herausgeholt. Jedes Wochenende eine andere Serie zu fahren, ist schon eine Herausforderung.»
Dafür erledigte der 30-Jährige seine Aufgabe zuletzt im MotorLand Aragón ganz hervorragend. Vor allem als Siebter der Superpole überrascht der Niederländer. In den Rennen erreichte er die Plätze 11, 11 und 10. «Tatsächlich wollte ich noch etwas mehr, aber die Runde im Qualifying war schon ziemlich gut – ich war selbst positiv überrascht. Im ersten Lauf haben wir den falschen Vorderreifen gewählt, da wäre ein besseres Finish drin gewesen. Als Zehnter im zweiten langen Rennen war ich mit meiner Pace zufrieden. Ich konnte gut mit den anderen mithalten.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach