Marvin Fritz (YART): «Dieser zweite Platz ist wie ein Sieg für uns»
YART musste sich in Spa zwar BMW geschlagen geben, baute die Führung in der EWC aber weiter aus. Marvin Fritz sieht den zweiten Platz als wichtigen Schritt Richtung Titelverteidigung.
Mit Platz 2 bei den
«Wir sind mit 15 Punkten Vorsprung auf SERT nach Spa gekommen. Unser Hauptziel war es, unseren Vorsprung zu vergrößern», erklärte der Deutsche im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Dieses Ziel wurde erreicht. «Jetzt haben wir 22 Punkte Vorsprung vor SERT und 23 Punkte Vorsprung auf BMW.»
Warum sich Fritz bereits um das Saisonfinale sorgt
Dass Fritz den Blick bereits auf das Saisonfinale richtet, kommt nicht von ungefähr. Das Bol d'Or in Le Castellet gilt traditionell als schwieriges Pflaster für die Yamaha R1, die gegenüber der Konkurrenz bei der Motorleistung Nachteile hat.
«Uns ist bewusst, dass es mit unserem Motorrad beim Bol d'Or schwieriger ist als mit einer BMW, Honda oder Suzuki, das Rennen zu gewinnen», sagte Fritz. «Der Topspeed-Unterschied ist so krass, auch wenn wir die letzten vier Jahre immer auf dem Podium standen und im letzten Jahr den WM-Titel dort gewonnen haben. Aber dennoch ist es immer wichtig, einen Vorsprung vor dem Finale zu haben.»
Der Sieg in Spa war möglich, doch das Timing warf YART zurück
Vor diesem Hintergrund stimmte Fritz das Ergebnis beim zweiten Saisonlauf in Spa sehr zufrieden. «Dieser zweite Platz ist wie ein Sieg für uns», so der Weltmeister. Sportlich hatte YART durchaus Chancen, BMW ernsthaft unter Druck zu setzen. Vor allem im Regen erwiesen sich Fritz und seine Teamkollegen als extrem stark. Zwei zusätzliche Boxenstopps für Reifenwechsel kosteten jedoch wertvolle Zeit.
«Das Rennen lief aus unserer Sicht eigentlich perfekt, abgesehen von den beiden unglücklichen Reifenwechseln», erklärte Fritz. «Ich fuhr auf die Strecke und musste nach nur einer Runde erneut an die Box kommen, um mir Regenreifen abzuholen.»
Trotzdem gelang dem Deutschen eine starke Aufholjagd. «Ich bin einen Doppelstint gefahren, Karel ist auch einen super Doppelstint im Regen gefahren. In meinem letzten Regenstint konnte ich 35 Sekunden gutmachen auf 'Reiti'.»
Nach Einschätzung des YART-Piloten hätte der Kampf um den Sieg noch einmal richtig spannend werden können. «Wenn es nass geblieben wäre, dann hätten wir gute Chancen gehabt, das Rennen zu gewinnen, weil wir um einiges schneller waren als BMW.»
Gleichzeitig fand Fritz anerkennende Worte für die Konkurrenz. «Glückwunsch an BMW, sie sind ein sehr starkes Rennen gefahren. Das hier ist deren Heimrennen und zuletzt hatten sie viel Pech. Ich freue mich besonders für Steven (Odendaal), dass er mal wieder ganz oben stand.»
Ob YART ohne die beiden zusätzlichen Reifenwechsel tatsächlich noch einmal an BMW herangekommen wäre, lässt sich im Nachhinein nicht beantworten. Fritz glaubt jedoch, dass das Rennen dann einen besonders spannenden Verlauf genommen hätte.
«Das wäre spannend gewesen, klar», meinte der Deutsche. «Aber bei diesen Bedingungen kann man schnell Fehler machen. Die Strecke ist sehr lang und hat große Höhenunterschiede. Da ist es immer schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen.» Selbst erfahrene Fahrer seien vor den Wetterkapriolen in Spa nicht gefeit gewesen. «Randy de Puniet hat in einem Stint fünf Mal gewechselt. Es kann den Erfahrensten passieren.»
Yamaha liefert Upgrades für Suzuka
Besonders zufrieden zeigte sich Fritz mit der Arbeitsweise seiner Mannschaft. «Das Team hat super Arbeit geleistet mit der Strategie und uns Fahrern immer die richtigen Infos auf die Boxentafel gegeben. Wir sind mit Kopf gefahren, das war unsere Anweisung. Das haben wir super gemacht.»
Der Fokus lag dabei ausschließlich auf der eigenen Leistung. «Wir haben uns auf uns konzentriert und nicht auf die Konkurrenten geschaut.» Mit dem ausgebauten WM-Vorsprung richtet sich der Blick nun auf die Suzuka 8 Hours. Dort erhält YART zusätzliche Unterstützung von Yamaha Japan und verbindet mit dem traditionsreichen Rennen viele positive Erinnerungen.
«In Suzuka haben wir die Unterstützung vom Werksteam», sagte Fritz. «Vor zwei Jahren standen wir als Zweite auf dem Podium. Vor zwei Jahren habe ich das Top-10-Trial vor Zarco gewonnen. Das sind tolle Erinnerungen.» Entsprechend optimistisch reist der Titelverteidiger nach Japan. «Für Suzuka erhalten wir Upgrades und die Unterstützung von Yamaha. Ich denke, dass wir dort stark sein werden.»
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