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Max Neukirchner: «Manchmal ist die WM wichtiger als ein Sieg»

Bei der Langstrecken-WM in Spa setzte YART das führende BMW-Werksteam lange unter Druck. Crewchief Max Neukirchner gewährt in seiner Gastkolumne einen Blick hinter die Kulissen.

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Das Ergebnis liest sich am Ende einfach: Platz zwei bei den 8 Stunden von Spa und die Führung in der FIM Endurance World Championship weiter ausgebaut. Doch was hinter diesem Podium steckt, lässt sich kaum in Zahlen ausdrücken.

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Unser Wochenende begann alles andere als einfach. Nach Stürzen am Donnerstag und Freitag musste unser Team gleich zwei Motorräder komplett neu aufbauen. Die Mechaniker haben Unglaubliches geleistet. Nach dem Crash am Donnerstag wurde bis ein Uhr nachts gearbeitet, am Freitag bis Mitternacht. Niemand hat aufgegeben, niemand hat den Kopf hängen lassen. Jeder wusste, worum es geht.

Genau dieser Teamgeist hat uns durch das gesamte Wochenende getragen. Am Samstagmorgen konnten wir im Warm-up bereits spüren, dass etwas möglich ist. Jeder im Team war hoch konzentriert. Die Fahrer, die Mechaniker und die gesamte Crew hatten nur ein Ziel: das Maximum herauszuholen.

Der Rennstart verlief für Karel Hanika nicht optimal, doch er kämpfte sich schnell wieder nach vorne. Schon früh wurde klar, dass Spa seinem Ruf als Wetterlotterie gerecht werden würde. Trocken, nass, feucht und immer wieder nur eine schmale trockene Linie – schwierigere Bedingungen kann man sich kaum vorstellen.

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Duell mit BMW um den Sieg in Spa

Im Laufe des Rennens kristallisierte sich heraus, dass es um den Sieg zwischen der BMW #37 und unserer YART Yamaha #1 gehen würde. Nach den Problemen der Konkurrenz – einem Sturz der Suzuki #12, einem Defekt der Honda #5 und einem Ausrutscher der Kawasaki #11 – war klar, dass die Entscheidung zwischen diesen beiden Teams fallen würde.

BMW hatte an diesem Wochenende einen klaren Vorteil. Auf den langen Geraden von Spa verloren wir jedes Mal zwischen einer halben und fast einer Sekunde, weil die BMW in Sachen Topspeed in einer eigenen Liga unterwegs war. Markus Reiterberger, Michael van der Mark und Steven Odendaal konnten ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauen.

Dazu kam das Wetter, das uns mehrfach einen Strich durch die Rechnung machte. Zweimal mussten wir ungeplant zusätzliche Boxenstopps einlegen. Jedes Mal, wenn wir ohnehin zum Nachtanken und Reifenwechsel an die Box kamen, änderten sich die Bedingungen wieder und wir mussten direkt erneut auf Regenreifen oder Slicks wechseln. Das kostete uns wertvolle Zeit und BMW konnte seinen Vorsprung auf über eine Minute ausbauen.

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Doch dann kam unsere Phase. Als die Strecke richtig nass wurde und wir auf Regenreifen unterwegs waren, zeigte die YART Yamaha ihre Stärke. Teilweise waren wir zwischen zwei und fünf Sekunden pro Runde schneller als die Konkurrenz. Runde für Runde schrumpfte der Rückstand und zeitweise waren wir bis auf weniger als 20 Sekunden an BMW herangekommen.

Das Team, die Fahrer und die gesamte Box glaubten wieder an den Sieg.

Wichtiger zweiter Platz für die Meisterschaft

Leider trocknete die Strecke für die letzten beiden Stints erneut ab. Unter diesen Bedingungen wussten wir, dass wir gegen den Topspeed-Vorteil der BMW kaum noch eine Chance hatten. Wir mussten akzeptieren, dass Platz zwei an diesem Tag das Maximum war.

Und genau deshalb fühlt sich dieser zweite Platz fast wie ein Sieg an. Wir haben niemals aufgegeben. Nach den Rückschlägen zu Beginn des Wochenendes, den schwierigen Wetterbedingungen und dem Pech bei der Strategie hat das gesamte Team bis zur letzten Runde gekämpft.

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Besonders stolz bin ich auf unsere Fahrer Karel Hanika, Marvin Fritz und Leandro Mercado. Jeder hat seinen Beitrag geleistet und unter extrem schwierigen Bedingungen einen großartigen Job gemacht. Genauso stolz bin ich auf unsere Mechaniker und die gesamte Crew, die mit unermüdlichem Einsatz die Grundlage für dieses Ergebnis geschaffen haben.

Für die Weltmeisterschaft war Spa ein wichtiger Schritt. Unser Ziel war es, die Führung auszubauen – und genau das haben wir geschafft. Wir verlassen Belgien mit einem größeren Vorsprung auf unsere direkten Konkurrenten und haben bewiesen, dass wir auch an schwierigen Wochenenden als Team funktionieren.

Natürlich hätten wir gerne gewonnen. Dafür gehen wir schließlich an den Start. Aber manchmal ist eine Weltmeisterschaft wichtiger als ein einzelner Rennsieg. Spa hat einmal mehr gezeigt, was YART ausmacht: Leidenschaft, Zusammenhalt und der Wille, niemals aufzugeben.

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Wir nehmen diesen zweiten Platz mit Stolz mit und richten unseren Blick jetzt nach vorne.

Suzuka wartet. Und wir werden alles dafür tun, unserem großen Ziel – der Titelverteidigung – wieder einen entscheidenden Schritt näherzukommen.

Max Neukirchner


Crewchief YART Yamaha EWC

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