Cremona, Lauf 2: Debüt-Sieg von Yamaha - WM-Kampf spitzt sich zu
Mit einer beeindruckenden Performance sorgte Carter Thompson in Lauf 2 in Cremona für den ersten Sportbike-Sieg von Yamaha. Xavi Artigas erhöhte mit Platz 2 den Druck auf WM-Leader David Salvador.
In keiner anderen Superbike-Klasse geht es in der Gesamtwertung so eng zu wie in der neuen Sportbike-WM. Nach dem Sieg von Xavi Artigas im ersten Lauf schrumpfte der Vorsprung von WM-Leader David Salvador auf 21 Punkte. Die Weltmeisterschaft kann daher nicht an diesem Wochenende in Cremona entschieden werden, sondern ist auf das Saisonfinale in Jerez (16. bis 18. Oktober) vertagt.
Vorher gab es im zweiten Lauf jedoch noch einmal 25 Punkte zu gewinnen. In der Einsteigerserie basiert die Startaufstellung für das Sonntagsrennen nicht allein auf der Superpole. Für die ersten neun Positionen wird die schnellste Rennrunde vom Samstag herangezogen, ab dem zehnten Startplatz das Qualifying.
So rückte Lauf-1-Sieger Artigas (Kawasaki) von Startplatz 4 auf die Pole-Position nach vorn. Im Gegensatz dazu fiel Salvador von der zweiten auf die fünfte Position zurück. Superpole-Gewinner Carter Thompson (Yamaha) verlor drei Plätze und war Vierter der Startaufstellung.
Das um 13:00 Uhr gestartete Rennen ging über zwölf Runden. Bei Sonnenschein und 25 Grad Celsius war das Wetter spätsommerlich schön. Kurios: Der erste Sturz passierte bereits auf der Aufwärmrunde, als Troy Sovicka (Yamaha) in Kurve 10 ausrutschte.
Den Sprint zur ersten Kurve gewann Artigas, dahinter reihten sich Alvaro Fuertes (Kawasaki), Fenton Seabright (Triumph), Ferre Fleerackers (Suzuki), Thompson und Salvador ein. Artigas versuchte die Flucht nach vorn, doch die Gegner hielten mit und Thompson nahm zu Beginn von Runde 2 die Führung. Derweil waren Matteo Vannucci (Aprilia) und Julian Correa (Kawasaki) gestürzt und Tonn-Ersatz Hugo De Cancellis (Kove) fiel mit Defekt aus.
Marco Gaggi (Yamaha) und Xavi Artigas (Kawasaki) ein. Durch den Windschatten auf dem Weg zur Adelaide-Haarnadelkurve änderte sich die Reihenfolge aber komplett: Aus der ersten Runde kam Pepe Osuna (Kawasaki) vor Salvador und Thompson und Matteo Vanucci (Aprilia) als Führender.
Während an der Spitze die Führung mehrfach zwischen Fuertes, Fleerackers und Thompson wechselte, krachten mit Harry Dessoy (Triumph) und Loris Veneman (Kawasaki) zwei weitere Piloten ins Aus. Der Niederländer schien zwischen den Motorrädern eingeklemmt und wurde ins Medical-Center gebracht. Mit der schnellsten Rennrunde machte Pepe Osuna (8./Kawasaki) in 1:36,755 min auf sich aufmerksam.
Nach sechs Runden hatte sich Thompson mit der schnellsten Runde in 1:36,225 min um 1,9 sec abgesetzt. Dahinter folgte ein Quintett, in dem auch Salvador und Artigas mitmischten. Bis Platz 10 betrug der Rückstand aber nur 3,4 sec.
In der zweiten Rennhälfte beeindruckte Thompson weiter mit starken Zeiten; mit jeder Runde wuchs sein Vorsprung um 0,3 bis 0,6 sec und in 1:36,157 min legte der Australier auch bei der schnellsten Rennrunde nach. Nach zwölf Runden sorgte der 18-Jährige mit souveränen 5,3 sec Vorsprung für den ersten Sportbike-Sieg von Yamaha.
Um die weiteren Podestplätze kämpften bis in die letzte Runde Artigas, Fleerackers, Fuertes, Seabright und Salvador. Die Positionen wechselten ständig, aber den stärksten Eindruck machte Artigas. Der Spanier ging auf Platz 2 liegend in die letzte Runde und verteidigte seine Position vor Fleerackers bis zur Ziellinie. Damit machte Artigas weitere Punkte auf Salvador gut, der nur Fünfter wurde.
Für das beste Finish von Triumph sorgte Seabright als Siebter. Die beste Aprilia brachte Thomas Benetti auf Platz 15 ins Ziel. Tayo Aksu mit der einzigen Honda wurde 21., unmittelbar dahinter wurde Kove-Pilot Benat Fernandez 22.
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