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Marco Wittmann/Philipp Eng: «Können noch einiges erreichen»

Der idyllische Road America-Kurs nahe Elkhart Lake in Wisconsin bietet dem vollen IMSA-Feld heuer Neues: Denn es geht Sonntag erstmals über sechs Stunden und damit auch um Punkte zum Endurance Cup.

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Der Salzburger Philipp Eng gewann im Vorjahr (mit Dries Vanthoor) auf dieser klassischen Old-School-Strecke. Er ergänzt aber: «Das war im Vorjahr ein Sprintrennen, heuer ist es erstmals ein Langstreckenbewerb. Das macht einen großen Unterschied. Auf dem Papier stehen wir gut da, aber man muss bedenken: Im Vorjahr gab es fünf Gelbphasen, ich erwarte Sonntag noch viele mehr. Der M Hybrid V8 ist schnell, wir sollten in die Top Fünf kommen können. Und wenn wir bei den Neutralisationen ein wenig Glück haben, könnte auch mehr gehen.»

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In Bezug auf die Saisonwertung rechnet sich Eng «nicht mehr viel aus. Wir hatten einen schlechten Start bei den zwei längsten Rennen in Daytona und Sebring und lagen damit von Beginn an zurück. Im Vorjahr waren wir von Start weg gut dabei und hielten uns im Spitzenfeld. Heuer wird es in den letzten drei Rennen schwierig, noch vorzukommen.»

Interessant ist, dass BMW in der IMSA schneller stark auftrat als im WEC, jetzt in Amerika aber im Hintertreffen ist und im WEC um den Titel fährt. Eng: «Es wäre schön, könnten wir in beiden Programmen mitmischen. Marco und ich hatten heuer schon einiges Pech. In Long Beach habe ich es vermurkst, das kostete viele Punkte. In Laguna Seca waren wir auf dem Podium, aber Watkins Glen wurde wieder sehr schwierig. Aber eine richtige Erklärung dafür habe ich nicht.»

Marco Wittmann sieht das genauso: «Das Rennglück war wirklich selten auf unserer Seite. BMW schaffte am Anfang des LMDh-Programms in der IMSA einige Topplätze, da waren wir richtig schnell und vorn dabei. Derzeit sind wir zu inkonstant mit unseren Leistungen.»

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Die Umstellung auf zwei unterschiedliche Rennautos macht dem Fürther keine Probleme: «Der Wechsel zwischen GT3 und Prototyp ist mittlerweile Routine. Mit den Tests und den freien Trainings bist du schnell wieder drinnen. Vom M Hybrid V8 in den GT3-M4 ist noch einfacher, weil du im GT3 mit ABS viel schneller am Limit bist. Umgekehrt ist es etwas schwieriger, aber nach ein paar Runden ist alles eingespielt.»

Blick auf die DTM von Wittmann

Dem Thema DTM-Ärger wegen der Fahrzeugeinstufung kann Wittmann schon wieder mit etwas Humor begegnen: «Welcher Ärger?», meint er lächelnd. Und ergänzt: «Wenn ich hier in der IMSA bin, ist das, was vorher in der DTM war, vergessen. Ich will nicht mit Frust oder schlechter Laune ins Wochenende gehen, das wäre auch nicht fair Philipp und dem Team gegenüber. Aber klar, was in der DTM derzeit läuft, ist für uns nicht zufriedenstellend. Wenn man drei Wochenenden unter ferner liefen fährt ohne Chance auf Spitzenplätze, ist das natürlich belastend. mein Abstand zur Spitze war einmal sieben Punkte, jetzt sind es 54…»

Doch die Hoffnung stirbt auch für den Schubert-Piloten zuletzt: «Der Nürburgring ist eine Strecke, die uns eher entgegenkommt, daher bin ich ein wenig zuversichtlicher. Aber an einen Doppelschlag wie Thiim in Nürnberg oder fast auch Preining in Oschersleben ist sicher nicht zu denken. Mathematisch ist noch alles offen, in den letzten sechs Rennen kann noch viel passieren. Aber man muss Realist bleiben, es müsste viel gelingen, dass wir aus eigener Kraft noch vorn mitspielen. Die Top Fünf sollten möglich sein, mehr wird schwierig. Aber wie wir bei Nicki (Thiim) gesehen haben, geht es ganz schnell vom Dominator zum Nachzügler am nächsten Rennwochenende. Dass man das in der DTM zu sehen bekommt, ist eigentlich traurig. Nichts ist vorhersagbar.»

Übrigens: Die BMW-Verträge von Wittmann (Werkfahrer seit 2012) und Eng (2016) laufen heuer aus. Über Verlängerungen wird schon gesprochen. Wittmann: «Ich finde die IMSA eine starke Meisterschaft. Das viele Fliegen ist zwar anspruchsvoll, aber das Racing hier ist cool.» Und Eng, der seit 2018 regelmäßig in den USA eingesetzt ist, ist sowieso Amerika-Fan.

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