Warum das Konzept der Kawasaki ZX-10RR nicht mehr zur Superbike-WM passt
Der Stop-&-Go-Stil ist Geschichte: Garrett Gerloff erklärte SPEEDWEEK.com in Ungarn, warum die Kawasaki ZX-10RR nicht mehr zum heutigen Stil der Superbike-WM passt.
Von 2015 bis 2020 galt die Kawasaki ZX-10RR als Maßstab der Superbike-WM. Jonathan Rea feierte mit dem japanischen Hersteller sechs WM-Titel in Folge, doch in den vergangenen Jahren verlor das Konzept zunehmend an Konkurrenzfähigkeit. Seit der Saison 2025 steht nur noch eine Kawasaki in der Startaufstellung, parallel treibt der Hersteller das Bimota-Projekt voran. Immerhin gelang Garrett Gerloff am zurückliegenden Rennwochenende
Für 2026 hat Kawasaki die ZX-10RR moderat überarbeitet. Neben einigen Detailänderungen fallen vor allem die neuen Winglets an der Verkleidung auf. Nach vier Rennwochenenden mit dem aktualisierten Motorrad erkennt Gerloff durchaus Fortschritte.
Der Charakter muss an die moderne Superbike-WM angepasst werden
«Ja, ich habe schon das Gefühl, dass die Winglets etwas bewirken», erklärte der US-Amerikaner auf Nachfrage von SPEEDWEEK.com. «Die Flügel wirken aber erst bei über 240 km/h richtig. In den schnellen Kurven fühlte ich mich an diesem Wochenende aber wirklich gut. Und die Änderungen, die wir an der Geometrie des Motorrads vorgenommen haben, helfen deutlich mehr, als ich erwartet hätte. Es ist also eine Kombination aus allem.»
Dennoch sieht Gerloff weiterhin großen Handlungsbedarf. Vor allem in einem Bereich habe sich die Superbike-WM in den vergangenen Jahren stark verändert. «Wir müssen weiter den Kurvenspeed verbessern», betonte der Kawasaki-Pilot. «Diese Meisterschaft ist heute eine Kurvenspeed-Serie. Wenn du die Geschwindigkeit in der Kurve nicht halten kannst, um mit höherem Tempo auf die Gerade zu kommen, dann bekommst du Probleme mit durchdrehendem Hinterrad und Wheelies – genau das ist aktuell unser Problem.»
Deshalb arbeitet Kawasaki intensiv daran, das Gesamtpaket in diese Richtung weiterzuentwickeln. «Wir versuchen ständig, mehr Kurvenspeed zu finden», sagte Gerloff. «Dadurch wird beim Beschleunigen alles viel einfacher. Und du musst auch nicht mehr so hart bremsen, weil du mehr Geschwindigkeit durch die Kurve mitnehmen kannst.»
Dabei sieht der Texaner auch einen grundlegenden Unterschied zwischen der früher erfolgreichen Kawasaki und den aktuellen Anforderungen in der Weltmeisterschaft. «Ich denke, die Kawasaki wurde über lange Zeit für einen Stop-and-Go-Fahrstil entwickelt», erklärte Gerloff. «Aber genau das ist die Meisterschaft heute nicht mehr. Die Serie hat sich verändert. Genau deshalb versuchen mein Team und ich, das Projekt in diese Richtung weiter voranzubringen.»
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