Superbike WM • Neu
Xavi Vierge und Yamaha: Niccolo Canepa lässt Tür für Rückkehr offen
Durch den Sieg von Iker Lecuona im Superpole-Race muss die Titelfeier von Nicolò Bulega in Cremona warten. Eine schöne Steigerung zeigten Miguel Oliveira (BMW) und Jake Dixon (Honda).
Für Nicolò Bulega war das Superpole-Race auf dem Cremona Circuit die nächste Gelegenheit, die Superbike-WM 2026 für sich zu entscheiden. Durch den Sieg von Iker Lecuona am Samstag hatte sich jedoch die Wahrscheinlichkeit stark verringert, dass es bereits im Sprintrennen passiert – würde Bulega gewinnen, dürfte der beim zehnten Saisonmeeting bisher so dominante Spanier maximal Sechster werden.
Das um 11:10 Uhr gestartete Rennen über nur 10 Runden fand bei einem Sonnen-Wolken-Mix und angenehmen 23 Grad Celsius statt. Dass die Piloten nicht auf den Reifenverschleiß achten müssen und jede Runde ans Limit gehen, macht den Reiz dieses Formats aus. Die Bezeichnung des Sprintrennens kommt daher, weil das Ergebnis in die Startaufstellung für den zweiten Lauf einfließt. Die Top-9 erhalten bis zu zwölf WM-Punkte und nehmen die ersten neun Startplätze ein, die weiteren Positionen entsprechen der Superpole vom Samstag.
Die Startaufstellung für den Sprint entsprach wiederum der Superpole, mit einer Ausnahme. Aus der ersten Reihe ging Lauf-1-Sieger Iker Lecuona vor seinem Aruba.it-Teamkollegen Bulega und Ducati-Pivatier Alberto Surra ins Rennen. Weil sich aber Yamaha-Pilot Remy Gardner mit Schmerzen in der linken Hand für Sonntag abmeldete, rückten alle Piloten ab Platz 12 um eine Position nach vorn. Der Australier war am Freitag im zweiten Training gestürzt und quälte sich am Samstag im ersten Lauf als Zwölfter ins Ziel.
Lecuona gewann den Start und bog vor Bulega, Surra und Yari Montella als Führender in die erste Kurve ein. Alex Lowes (Bimota) auf Platz 6, dahinter Xavi Vierge. In Kurve 7 räumte Lorenzo Baldassarri (Ducati) den machtlosen Garrett Gerloff (Kawasaki) ab. Nach Runde 1 belegte Miguel Oliveira (BMW) Platz 11, Jake Dixon (Honda) Platz 14.
Runde 2 brachte das Aus durch Sturz für Álvaro Bautista (Ducati), während Stefano Manzi (Yamaha) das Rennen nach einem Ausflug neben die Piste als Letzter fortsetzen konnte. Vorn gaben Lecuona und Bulega das Tempo vor und führten bereits um 1,5 sec vor Surra, Montella, Sam Lowes und Alex Lowes. Einen ersten Angriff des WM‑Leaders wehrte der Spanier ab.
Bei Halbzeit führten die Ducati-Werkspiloten in unveränderter Reihenfolge. Um Platz 3 kämpften Surra und Montella. Alex Lowes (6.), Oliveira (8.) und Andrea Locatelli (9./Yamaha) waren die einzigen Nicht-Ducati-Piloten in den Top-9. Twan Smits musste seine Yamaha mittlerweile mit einem Defekt abstellen. Wenig später lag die Yamaha von Manzi in Kurve 10 im Kies.
Bulega hielt mit seinen Teamkollegen mit, der sich aber keine erkennbare Schwäche leistete. Drei Runden vor dem Ende waren die beiden Aruba-Piloten um nur 0,6 sec getrennt, während Montella (4.) den Druck auf Surra erhöhte. Dixon lief derweil mit Geschwindigkeitsüberschuss auf Locatelli auf und nahm dessen neunten Platz ins Visier.
In den letzten Runden begnügte sich Bulega mit dem zweiten Platz – das Risiko eines Überholversuchs war dem Italiener offenbar zu hoch. Lecuona gewinnt mit 1,5 sec vor Bulega und Surra, der Montella erfolgreich in Schach hielt. Montella und Sam Lowes machen einen Ducati-Fünffacherfolg perfekt.
Best of the Rest wurde Alex Lowes auf Platz 6. Die Top-9 komplettieren Tommy Bridewell (Ducati), Miguel Oliveira (BMW) und Jake Dixon (Honda) – der Honda-Pilot verbessert sich für den zweiten Lauf um acht Startpositionen!
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