Superbike WM • Neu
Danilo Petrucci weit zurück: Was ist los beim ehemaligen Cremona-Sieger?
ZX Moto will nach dem erfolgreichen Einstieg in die Supersport-WM auch in der Superbike-WM antreten. Gründer Zhang Xue plant dafür einen V5-Motor. Doch genau der steht dem Vorhaben im Weg.
ZX Moto hat sich in der Supersport-WM auf Anhieb als ernstzunehmender Hersteller etabliert. Valentin Debise gewann mit der 820RR in deren Debütsaison bereits sechs Rennen und liegt in der Fahrerwertung auf Platz 2. Nun nimmt die chinesische Marke die Superbike-WM ins Visier.
Beim Rennwochenende in Cremona bestätigte ZX-Moto-Gründer Zhang Xue, dass ein Superbike mit V5-Motor geplant ist. Der Einstieg in die Superbike-WM soll voraussichtlich 2028 erfolgen. So ungewöhnlich das Konzept klingt, so offensichtlich ist das Problem: Das aktuelle Reglement lässt keinen Motor mit fünf Zylindern zu.
Weitere Fragen wirft der Antrieb auf. Medienberichten zufolge soll der V5-Motor mit einem Kompressor ausgestattet sein. Bestätigte technische Daten zum Serienmodell liegen bislang nicht vor. Sollte sich die Aufladung bewahrheiten, wäre sie nach den geltenden Superbike-Regeln ein weiteres Hindernis für die Homologation.
Zwar hat die Superbike-Kommission bereits Änderungen am technischen Reglement angekündigt. Ab 2030 sollen Vierzylindermotoren mit bis zu 1200 ccm Hubraum zugelassen werden. Von einer Freigabe für fünf Zylinder oder aufgeladene Motoren ist in diesem Fahrplan jedoch keine Rede. Außerdem käme die Hubraumerweiterung für ZX Motos angestrebten Einstieg 2028 zu spät.
Hat ZX Moto bei der Entwicklung die Regeln der Superbike-WM außer Acht gelassen? Oder rechnet Zhang Xue damit, dass die Verantwortlichen das Reglement für einen weiteren Hersteller öffnen? Beides ist derzeit Spekulation. Ebenso offen ist, ob das geplante V5-Motorrad überhaupt jenes Modell ist, das später in der Weltmeisterschaft antreten soll.
Fest steht: Die Erfolge in der Supersport-WM verleihen den Superbike-Plänen Glaubwürdigkeit. Mit dem angekündigten V5-Konzept könnte ZX Moto nach heutigem Regelstand allerdings nicht an den Start gehen. Vor einem WM-Debüt muss der Hersteller klären, welches Motorrad homologiert werden kann – oder ob sich die Regeln doch noch ändern.
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