Millimetergenau: So erwischt die FIM mögliche Betrüger in der Superbike-WM
Zur Überwachung der Einhaltung des Reglements der Superbike-WM setzt der Weltverband FIM ab dem Meeting in Magny-Cours modernste Techniken ein.
Die Superbike-WM ist eine seriennahe Weltmeisterschaft. Das bedeutet, dass nur Motorräder verwendet werden dürfen, die in Asien, Europa oder den USA für den Straßenverkehr zugelassen sind. Dies gilt für alle Kategorien, also auch für die Supersport- und Sportbike-WM.
Vor dem Renneinsatz müssen die Hersteller für die Modelle beim Weltverband FIM eine Homologation beantragen, wofür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, etwa eine Mindestmenge gebauter Exemplare. So soll verhindert werden, dass sich Werke mit verkappten Prototypen einen Vorteil verschaffen.
Modifikationen an den Motorrädern sind nur im begrenzten Umfang erlaubt und im Reglement detailliert beschrieben. Bei den Kontrollen kommen modernste Methoden zum Einsatz, etwa bei der Einhaltung der Abmessungen der Verkleidung. Grundsätzlich müssen die montierten Teile in Form und Dimension der Serie entsprechen, eine Abweichung um 15 mm mehr oder weniger ist gestattet. Die Definition im Reglement ist umfangreicher.
Seit der Superbike-WM 2026 kann die FIM die Verkleidungen vor Ort mit einem Sieben-Achsen-Messarm mittels Laser-Vermessung auf Konformität überprüfen. So wird der Homologationsprozess vereinfacht und beschleunigt.
Neu ab Magny-Cours: Dass das Regelwerk eingehalten wird, wird an den verbleibenden Rennwochenenden von Ludovic Reignier kontrolliert. Der Franzose ist seit 2023 bei der FIM als technischer Direktor für die Superbike-Serien zuständig. Für die Vermessung verwendet der Weltverband ein Produkt der Firma Hexagon.
«Es ist spannend zu sehen, dass die Digitalisierung nicht nur der FIM zugutekommt – die zunehmende Verbreitung präziser 3D-Modelle hilft auch den Motorradherstellern, schneller wettbewerbsfähigere Motorräder zu entwickeln, ohne gegen das technische Reglement der FIM zu verstoßen», sagte Stephan Amann vom Weltmarktführer. «Sie trägt zur Professionalisierung des gesamten digitalen Entwicklungsprozesses bei – von der Konstruktion über die Fertigung und Prüfung bis hin zur Homologation – und gewährleistet gleichzeitig einen fairen Wettbewerb bei FIM-Veranstaltungen. Für Hexagon bedeutet die enge Zusammenarbeit mit der FIM und den Motorradherstellern, dass wir unsere Produkte weiter verbessern und den hohen Anforderungen dieses rasanten und präzisen Sports gerecht werden können.»
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