Toprak Razgatlioglu fragte sich: Fuhr er ein GP-Bike?
BMW-Star Toprak Razgatlioglu hatte im ersten Rennen der Superbike-WM auf dem Circuito Jerez gegen Nicolo Bulega (Ducati) keine Chance. Trotzdem kam er seinem dritten Titel einen gewaltigen Schritt näher.
Nicolo Bulega zeigt am Jerez-Wochenende bislang keine Schwäche, agiert fehlerlos – und ist sauschnell. Er fuhr Bestzeiten in allen drei freien Trainings und
"Eine unglaubliche Rundenzeit", staunte Toprak Razgatlioglu, der selbst schon 24 Mal auf Startplatz 1 stand. "Ich respektiere ihn sehr dafür. Ich habe ihm gleich gratuliert – und ihn gefragt, ob er eine GP-Maschine fuhr oder ein Superbike. Meine Rundenzeit ist eine für Superbikes, seine nicht."
Für den Titelverteidiger wurde schon früh klar, dass er gegen Bulega nicht viel zu bestellen hat. Was im Kontext der Weltmeisterschaft aber egal ist, da der Türke mit 39 Zählern Vorsprung nach Andalusien kam. Durch Bulegas Sieg im ersten Rennen und Topraks zweiten Platz verringerte sich das Polster auf 34 Punkte.
Das bedeutet: Gewinnt Bulega am Sonntagvormittag den Sprint, dann reicht Razgatlioglu Position 7 zur erfolgreichen Titelverteidigung und das zweite Hauptrennen spielt für die Gesamtwertung keine Rolle.
Den Start in den ersten Lauf gewann Toprak gegen Nico und führte auch ein paar Kurven, doch dann übernahm der Italiener die Führung und ward nicht mehr gesehen – im Ziel hatte er 3,766 sec Vorsprung.
"Ohne meine Fehler und die Kämpfe mit Iannone hätte ich vielleicht mit Nicolo mithalten können", grübelte Razgatlioglu. "Als ich an allen vorbei war, machte ich viel Druck, um Bulega einzuholen, am Abstand änderte sich aber kaum etwas. Ich wusste, dass er mehr in der Hinterhand hat. Aber wenn ich mit ihm hätte fahren können, dann wäre er eine gute Referenz für mich gewesen. Sobald der Rückstand mehr als eine Sekunde beträgt, hast du keine Referenz mehr und fährst wie allein. Ich könnte mir vorstellen, dass ich am Sonntag im Sprint, oder auch im zweiten Hauptrennen, mit ihm kämpfen kann, wenn ich es schaffe, vom Start weg dranzubleiben."
"Bulega kann sein Bike ganz leicht fahren, als wäre es eine 600er", ist dem BMW-Giganten aufgefallen. "Ich muss immer alles geben, weil das Bike nur so funktioniert. Würde ich wie Bulega fahren, ginge das mit meinem Motorrad nicht. Dann hätte mein Bike kein Turning, das ist das größte Problem. Aber egal, ich muss aus meinem Paket das Beste herausholen. Das Team sagte mir, dass Platz 2 reichen würde. Das stimmt natürlich, ich denke aber immer an den Sieg."
Toprak hat diese Saison seinen eigenen Rekord von 13 Siegen in Folge eingestellt. In Jerez fuhr er zum 25. Mal am Stück aufs Podium – gelingt ihm am Sonntag im Sprint ein weiterer Podestplatz, ist er alleiniger Rekordhalter. "Das wäre schön, bevor ich in die MotoGP wechsle", grinste der 29-Jährige. "Wie es heute aussieht, wird Bulega diesen Rekord im nächsten Jahr verbessern."
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach


