Motorrad-Frauen-WM
Lucy Michel holte in Donington WM-Punkte: «Entspannt war da nichts mehr»
Sechster und Neunter in Donington: Für Philipp Öttl aus dem Team Feel Ducati lief es in der Supersport-WM nicht schlecht, aber auch nicht gut. Der Bayer stellt die Balance of Performance in Frage.
Zwölf Teilnehmer pilotieren in der Supersport-WM 2026 eine Ducati Panigale V2, einige von ihnen starke Fahrer in hervorragenden Teams. In Donington Park wurde Philipp Öttl Sechster und Neunter und war damit einmal bester und einmal zweitbester Ducati-Fahrer. In der Gesamtwertung liegt Markenkollege Jaume Masia auf Platz 3, der Süddeutsche ist Sechster.
Nur fünf der bislang 16 Rennen wurden auf einer Ducati gewonnen: drei von Masia und jeweils eines von Öttl und Alessandro Zaccone. Vorbei sind die Zeiten, als der Hersteller aus Bologna der Maßstab war, diese Rolle haben Yamaha und ZX Moto eingenommen. Und
«Die Ergebnisse sind nicht schlecht, alle liegen super eng beisammen», meinte Philipp im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com zu den Rängen 6 und 9 auf dem Donington Park Circuit. «Es war schwierig, das hat schon im Qualifying begonnen. Meine Idealzeit hätte ganz entspannt für die Top-6 gereicht, aber wenn es in jeder Runde eine gelbe Flagge gibt und du das Gas zudrehen musst – ich war glücklich, dass der zehnte Platz rausgeschaut hat. In den Warm-ups war ich Vierter und Fünfter, das war unser Speed.»
Wir haben nur noch 70 Prozent Drosselklappenöffnung, da läuft nicht mehr viel Sprudel rein.philipp öttl über seine ducati
Der 30-Jährige weiter: «Die Ducati sind beschnitten ohne Ende, wir haben weder eine gute Höchstgeschwindigkeit noch eine starke Beschleunigung. Am Samstag war nur eine Ducati unter den ersten zehn, am Sonntag zwei. Warum bekam Yamaha Zugeständnisse, obwohl sie die Fahrer- und Konstrukteurs-WM anführen, und uns nimmt man etwas weg? Ich verstehe nicht, auf welche Art und Weise sie das entscheiden, wir können nicht mal im Windschatten dranbleiben. Wenn wir vorne starten, dann fahren wir vorne mit. Aber wir kommen nicht in die Position, dass wir jemanden überholen. Wir müssen auf einen Fehler eines Gegners warten, um in diese Position zu kommen. Ich habe eine schnelle und gute Ducati und weiß, dass ich nicht schlecht fahre. Ich bin mit einem sechsten und neunten Platz normal nicht zufrieden, aber ich muss zufrieden sein, weil ich nicht schlecht fuhr und alles gut passte.»
Welches Ziel setzt sich Öttl für das finale Saisondrittel, wenn es nach der fast achtwöchigen Sommerpause Anfang September in Frankreich weitergeht? «Letztes Jahr haben wir mit der Verletzung ganz schlecht angefangen und stark aufgehört und sind Sechster geworden», überlegte der Ainringer. «Das Ziel wäre, besser zu sein. Aber wenn sie das Motorrad so einbremsen, wie sie das jetzt tun – wir holen unter diesen Regeln das Maximale raus und haben nur noch 70 Prozent Drosselklappenöffnung. Da läuft nicht mehr viel Sprudel rein. Als Bulega fuhr, hatte er 83 Prozent Öffnung, er war auf den Geraden teilweise utopisch schnell. Aber davon ist nichts mehr da, das ist alles weg.»
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