Valentin Debise (ZX Moto): Ein lachendes und weinendes Auge beim Heimrennen
Mit zwei dritten Plätzen fuhr Valentin Debise bei seinem Heimrennen in Magny-Cours erneut starke Ergebnisse ein. Insgeheim hatte sich der Zweite der Supersport-WM 2026 mehr erhofft.
Valentin Debise fährt in diesem Jahr seine beste Supersport-Saison und wenn kein Unglück geschieht, wird der Franzose in den Top-3 landen – nach neun Events belegt das Aushängeschild von Neueinsteiger ZX Moto den zweiten Rang.
Sechs Siege hat der 34-Jährige bereits eingefahren, bei seinem Heimrennen in Magny-Cours sollten idealerweise zwei weitere folgen – es wurden dritte Plätze. Debise wurde knapp geschlagen: Im ersten Rennen hatte er 0,392 sec Rückstand auf den Sieger, im zweiten Lauf 0,761 sec. «Im ersten Rennen hätte ich mehr erreichen können», ärgerte sich Debise. «Zu Rennbeginn war ich in Kurve 5 übermotiviert und konnte einen Highsider gerade noch abfangen. Aber ich knallte mit dem Kopf gegen die Verkleidung und fuhr das Rennen deshalb ohne Scheibe. Auf der Geraden war ich viel langsamer als sonst. Ansonsten war das Bike großartig und das Potenzial war da – deshalb bin ich ein wenig enttäuscht. Ich wollte noch Platz 2 angreifen, aber als ich sah, dass Arenas gestürzt war, habe ich lieber die Punkte mitgenommen.»
Das zweite Rennen wurde nach einem Sturz von Tom Booth-Amos (Triumph) abgebrochen und über nur noch fünf Runden neu gestartet. «Das war eine Katastrophe für mich – ich habe in einem solch kurzen Rennen noch nie eine Top-3-Platzierung geschafft. Jetzt war es das erste Mal», erzählte Debise im Vieraugengespräch mit SPEEDWEEK.com-Chefredakteur Ivo Schützbach. «Fahrerisch glaube ich, dass ich mich im Verlauf der Saison verbessert habe. Auf der anderen Seite bin ich schon etwas traurig, denn mein Motorrad fühlte sich fantastisch ein – das Team hat großartige Arbeit geleistet – und vom Gefühl her war mehr möglich. Aber darüber zu reden, ist das eine, es abzuliefern das andere. Mein Team sah glücklich aus, also passt das.»
Was überwiegt bei Debise? Die Freude über Podestplätze oder die Enttäuschung über verpasste Siege? «Ich bin zufrieden! Wenn man in zwei Rennen auf dem Podium steht, ist das kein Grund, sich zu ärgern. Man muss ja bedenken, welches Level die Supersport-WM erreicht hat und dass viele potenzielle Fahrer siegfähig sind. Es geht so eng zu, dass man selbst mit einer Top-7-Platzierung einen herausragenden Job abgeliefert hat«, betonte der Franzose. «Bei einem Heimrennen gute Ergebnisse einzufahren, ist meiner Meinung nach schwieriger als auf anderen Strecken. In Magny-Cours hatte ich keine freie Minute: hier ein Interview, dann Treffen mit Fans und Sponsoren und viele weitere Aktivitäten. Normalerweise bin ich in mich gekehrt und bereite mich vor.»
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