Mattia Binotto: «Ferrari prüft bereits neue Konzepte»

Von Rob La Salle
Formel 1

Die Updates, die Ferrari beim jüngsten Kräftemessen in Spanien dabei hatte, zeigten zwar Wirkung, doch der erhoffte Fortschritt im Vergleich zur Konkurrenz blieb aus. Nun wird in Maranello an neuen Konzepten gearbeitet.

Nach dem Spanien-GP rätselte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto noch: «In den langsamen Kurven hat das Auto zu viel Untersteuern. Wir müssen gründlich analysieren, woran das liegt. Es geht hier um die Balance, um den Abtrieb, vielleicht sogar um konzeptionelle Fragen.» Vor dem sechsten Saisonlauf auf dem legendären Strassenkurs von Monte Carlo bestätigt er nun: «Wir arbeiten in Maranello bereits daran und prüfen neue Konzepte, ausserdem bringen wir weitere Updates an die Strecke.»

Der Italiener betont auch: «Der Barcelona-Test von letzter Woche und die Analyse, die wir im Werk in Maranello durchgeführt haben, bestätigten unseren Eindruck von den diesjährigen Reifen, die sich deutlich von den Vorjahres-Mischungen unterscheiden. Die mechanischen und aerodynamischen Anforderungen haben sich dadurch natürlich auch geändert.»

Trotzdem hofft Binotto auf einen starken Auftritt seiner Mannschaft im Fürstentum. Der Ingenieur erklärt: «Dieser GP feiert seinen 90. Geburtstag, genauso wie die Scuderia, was dieses Wochenende noch spezieller macht. Es ist ein sehr spezielles Rennen, die Streckencharakteristik kann das Feld ganz schön durcheinanderwirbeln und wie immer wird es sehr wichtig sein, ein gutes Qualifying hinzulegen, weil das Überholen auf dieser Piste nahezu unmöglich ist. Monaco ist natürlich auch das Heimrennen von Charles Leclerc, und wir alle wissen, wie viel es ihm bedeutet – und es bedeutet auch uns sehr viel.»

Lokalmatador Leclerc: «Das ist mein erstes Heimspiel als Ferrari-Pilot und deshalb ein ganz spezielles Wochenende. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich als Kind den Nachmittag bei einem Freund verbrachte, von dessen Balkon man die St. Devote-Kurve sieht. Wir beschäftigten uns mit unseren Spielzeugautos, während unter uns die echten Renner vorbeiflitzten. Ich habe mir immer gesagt, dass es grossartig wäre, dieses Rennen selbst einmal zu bestreiten. Und ja, dieser Traum erfüllte sich. Dass ich in diesem Jahr in einem Ferrari mitkämpfen darf, ist die Erfüllung eines Kindheitstraums. Um hier ein gutes Ergebnis einzufahren musst du alles richtig hinbekommen. Ich hoffe, dass ich meinem Fans eine gute Show zeigen kann und werde ganz bestimmt mein Bestes geben.»

Sein Teamkollege Sebastian Vettel sagte seinerseits: «Monaco ist zweifelsohne das berühmteste Rennen der Saison. Zuerst geht es bergauf, dann runter durch die Strassenschluchten, bevor man mit Highspeed durch den Tunnel flitzt, dann folgt die Hafenpassage. Es ist wirklich einmalig. Für uns Fahrer und auch für die Ingenieure ist dieser Kurs eine grosse Herausforderung, weil er sich so deutlich von den restlichen Strecken unterscheidet.»

«Man braucht maximalen Abtrieb und eine Fahrzeug-Abstimmung, die dem Fahrer das nötige Selbstvertrauen schenkt, um ganz nah an die Mauern zu kommen und eine schnelle Rundenzeit zu erzielen», weiss der vierfache Weltmeister. «Da ist kein Platz für Fehler, sieben Kurven und keine echte Gerade, da ist das Überholen praktisch unmöglich. Weil die Strecke so kurz ist, kommst du hier schnell in den Verkehr, deshalb musst du einfach weitermachen und versuchen, eine saubere Runde hinzubekommen.»

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