DTM

Ekström packt aus: Mit BMW kam die Politik in die DTM

Von - 12.06.2018 09:24

Mattias Ekström sprach bei seinem Abschiedswochenende in Hockenheim Klartext. Der Schwede kritisierte zum Beispiel: Mit dem Einstieg von BMW 2012 fingen die politischen Spielchen an.

Wir hatten das Thema zuletzt: Die tollsten Partys, die fettesten Sausen, die geilste Zeit in der neuen DTM war Anfang der 2000er. Damals, als die Konkurrenz das Bier mit Gabelstaplern in die Hospitalitys der Sieger karrte, wo zusammen gefeiert wurde. Da war die Welt noch in Ordnung, sagen im Grunde fast alle, die damals dabei waren.

Auch Ekström betont das immer wieder. «Das waren die Jahre, die von der Laune, der Gelassenheit am coolsten waren. Da war die DTM noch unbeschadet. Die "alte" DTM bis 2011 war ein harter Kampf auf der Strecke, und eine Politik und einen Streit neben der Strecke gab's praktisch nicht», sagte Ekström.

Bis einschließlich 2005 war Opel noch mit von der Partie, nach dem Ausstieg kämpften dann bis 2011 Audi und Mercedes gegeneinander um Siege und Titel, ehe 2012 BMW zurückkehrte. Und damit begannen die Probleme, so Ekström.

«Da fing das ganze Drumherum an. Wir als Fahrer waren ja nicht in alles involviert, aber wir bekommen schon alles mit. Die ganzen Diskussionen haben den ganzen Sport ein bisschen getötet, denn das Gefühl war immer, dass ab 2012 keiner mehr Bock hatte zu verlieren», so Ekström.

«Keiner konnte akzeptieren zu verlieren. Davor, ganz egal ob es Mercedes oder Audi war, war die Kultur eine ganz andere. Verlieren kann man schon, das ist ja nicht schlimm. Aber danach wurde es von Jahr zu Jahr wilder. Alle wollten ums Verrecken gewinnen», sagte der zweimalige Meister.

In der Tat gab es in der jüngeren Vergangenheit viele politische Spielchen hinter den Kulissen, war jeder Hersteller auf seinen eigenen Vorteil bedacht, koste es, was es wolle. Dabei verloren die Beteiligten das große Ganze zwischenzeitlich aus den Augen. Mercedes durfte zum Beispiel 2014 nachrüsten, weil die Konkurrenz enteilt war. 2016 bekam BMW Zugeständnisse wie den breiteren Heckflügel und weniger Gewicht. Der Titelgewinn von Marco Wittmann hatte dann automatisch einen faden Beigeschmack. Bei den umstrittenen Performance-Gewichten brauchten die Verantwortlichen auch fast eine ganze Saison, um sich auf die Abschaffung zu einigen.

Ekström hat in dieser Zeit etwas gelernt: «Dass Siegen und Verlieren immer einen Preis haben. Wenn keiner gratuliert oder in die Hände klatscht, dann ist das Siegen weniger wert. Und wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es dies: Siegen hat nur den wahren Wert, wenn die Fans sagen, dass man auch ein moralischer Sieger ist, sodass man hinterher auch ein bisschen Respekt neben der Strecke hat. Das ist leider etwas verloren gegangen. Alle versuchen mit der Brechstange zu gewinnen. Und das spüren auch die Fans.»

Sein früherer Audi-Teamkollege und Ex-BMW-Pilot Martin Tomczyk hatte bei seinem Rücktritt 2016 die Politik ebenfalls angeprangert. «Als Rennfahrer willst du immer, dass der Pilot im Mittelpunkt steht. Du willst selbst etwas erreichen können. Letztendlich muss ich sagen, dass die DTM sehr technisch und politisch ist. Das ist meiner Meinung nach keine perfekte Situation für einen Rennfahrer. Für mich persönlich steht der Fahrer zu wenig im Mittelpunkt», sagte Tomczyk.

Sieht es Ekström ähnlich? «Wenn man in allem sehr tief drinsteckt, dann wird man ein bisschen blind. Mit etwas Abstand stimme ich ihm zu. Jeder fängt mit Motorsport an und denkt an das ganz Große. Man hat eine Vorstellung, wie es sein soll. Aber hier in der DTM ist es ganz extrem „Big Business“ und sehr hardcore. Eigentlich ist es nicht das, was ich mir vorgestellt habe, wie Motorsport Spaß machen soll. »

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