DTM

BMW: Große DTM-Ziele, emotionale Ehrung für Lamm

Von - 08.12.2018 14:41

Zwischen Saisonabschluss und -start liegt eine Woche. Oder man ist mittendrin. Denn nachdem BMW Freitag in den ehrwürdigen Münchner Classic-Hallen Bilanz zog, ist die «Winterpause» für andere gar keine.

Schon am nächsten Samstag müssen Antonio Felix da Costa und Rookie Alex Sims in Riad im Auftakt der fünften Formel-E-Meisterschaft ihre Favoritenstellung beweisen, die sie sich im Valencia-Test erarbeitet haben.

Und für die WEC-Fahrer ist in der «Super Season» gerade Halbzeit. In München erhielten Sportchef Jens Marquardt und sein großes Team auch prominenten Besuch: WEC-Boss Gérard Neveu war ebenso angereist wie Andretti-Motorsport-Boss Michael Andretti.
«Schon morgen geht es zurück nach Indianapolis. Den Formel-E-Auftakt unserer Mannschaft werde ich nicht live verfolgen. Mir wurde von der Reise nachj Saudi-Arabien abgeraten», stellte Michael fest. Ihn vertritt Geschäftsführer und Teamchef Jean-Francois Thormann.

Andretti traf aber einen alten Freund: Gerhard Berger. Mit dem heutigen ITR-Boss hatte er in seiner verkürzten F1-Saison 1993 einige «Rencontres» auf den Pisten. Berger dazu schmunzelnd: «Michael und ich hatten einiges gemeinsam, zum Beispiel ein Problem. Das hieß Senna.»

Berger war ein von Marquardt mehrfach Bedankter: «Wir haben alle um den Fortbestand der DTM gekämpft, und Gerhard ist wirklich ein tolles Stück mit dem Einstieg von Aston Martin gelungen. Unser Kampf hat sich jedenfalls gelohnt.»

Zu den eigenen Zielen wurde Marquardt präzise: «Auch wenn 2012 mit allen Titeln beim Comeback ein Traum war, der nicht jedes Jahr gelingen kann, hat mich 2018 ohne einen Titel richtig gewurmt. 2019 soll das nicht wieder passieren. Der Anspruch ist, bis zuletzt um die Meisterschaft zu kämpfen.»

Dann mit einem Neuling statt Augusto Farfus, die Nachwuchstests in Jerez am 10./11. 12. sollen vielleicht schon Aufschluss über den neuen Mann bringen (SPEEDWEEK.com berichtete). Auf jeden Fall freut sich Marquardt auf die neue Turbo-Ära: «Genau 60 Jahre nach unserem ersten Turbo im 2002er.»

Wie im Tourenwagen Masters erwartet sich BMW auch auf der Langstrecke, vor allem in Le Mans, eine Steigerung: «Wir haben aus der Lektion von heuer, als wir in Le Mans nur 11 Stunden mithielten, gelernt. Unser Hauptaugenmerk für 2019 muss der Zuverlässigkeit gelten.»

Im Kader gibt es in der Saisonmitte keine Veränderungen, in den USA (IMSA) ersetzt Tom Blomqvist den «elektrisierten» Sims. Ein «Hypercar» wie von ACO/WEC ab 2020 reglementmäßig beschlossen komme für BMW nicht in Frage: «Das könnte man nur überlegen, wenn man eine passende Basis im Portfolio hat, die gibt es aber bei uns nicht. Das wäre zu kostspielig.» Auf dem Nürburgring soll 2019 der lang erhoffte 20. Gesamtsieg in den 24 Stunden gelingen.

Den Abschluss nach 2018er-Rückblick samt Sportpokal für die besten Privatfahrer und -teams bildete die Ehrung für den angehenden «Rennpensionisten» Karl «Charly» Lamm. Der Freilassinger tritt ja die Führung von Schnitzer – das 2019 in die Internationale GT-Challenge geschickt wird – an Herbert Schnitzer jun. ab.

Der 63-Jährige erhielt stehende Ovationen – und eine M6-Motorhaube (die vom Siegerauto in Macao), auf der viele aus der BMW-Familie mit Unterschriften Lamm Glück wünschten.

Marquardt: «Ich möchte Charly Lamm für all seinen Einsatz, seine Leidenschaft und seine Verdienste um die Marke BMW als Teamchef von Schnitzer Motorsport danken. Niemand sonst verkörpert unsere einzigartige Erfolgsgeschichte im Tourenwagen- und GT-Sport besser als Charly. Dass er mit seiner Mannschaft beim FIA GT World Cup in Macau zum Abschied von der Boxenmauer noch einmal den Sieg holen konnte, kommt einem wahren Motorsport-Märchen gleich.»

Abgesehen von der Formel E ist auch für einige andere Werkfahrer die Pause nur kurz: Philipp Eng, Martin Tomczyk & Co. müssen schon Anfang Jänner zum Daytona-Vortest. Und dort wird Ende Jänner der nächste Auftritt von Alex Zanardi im Spezial-M8 ein Highlight sein. «Dass ich zu einem Comeback in den USA, wo ich so viele Erfolge feierte, komme, ist eine unglaubliche Geschichte. Danke an alle», meinte der Bologneser bescheiden und gerührt.


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