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Billy Monger: 30.000 Pfund von Button und Verstappen

Von - 21.04.2017 09:16

​Die Anteilnahme am Schicksal von Billy Monger bleibt anhaltend gewaltig: Formel-1-Stars wie Jenson Button und Max Verstappen spendeten je 18.000 Euro, vor allem aber erreichen sie Millionen von Fans.

Die Motorsportwelt wird oft als kalt und zynisch bezeichnet, und natürlich ist sich letztlich jeder selbst der Nächste, wenn es darum geht, im Rennsport Erfolge anzustreben. Aber in schweren Zeiten ist immer wieder festzustellen, wie die Renngemeinde zusammenrückt, und der schwere Unfall von Billy Monger ist das beste Beispiel dafür.

Der 17jährige Engländer war am Wochenende beim Formel-4-Rennen in Donington Park mit voller Wucht auf den liegengebliebenen Wagen von Patrik Pasma geprallt. Es dauerte gut zwei Stunden, bis die Rettungskräfte Monger aus dem Wagen holen konnten. Die Unterschenkel des jungen Mannes aus Charlwood (Surrey) waren so schlimm verletzt, dass die Ärzte keine Wahl hatten – Amputation.

Steven Hunter, Besitzer des Rennstalls JHR Developments, für das Monger seine ganze, kurze Autosportkarriere lang gefahren ist, rief daraufhin auf der Sammelplattform JustGiving zu Spenden auf. Um sicherzustellen, dass die Familie von Krankenhausrechnungen, Reha und dem Kauf von Prothesen nicht finanziell ruiniert wird, wollte er als Ziel 260.000 Pfund finden.

In der Historie von JustGiving hat sich keine Spendenaktion so schnell entwickelt: Derzeit sind bald 650.000 Pfund (777.000 Euro) zusammengekommen, von annähernd 16.000 Menschen.

Steven Hunter sagt: «Wir sind absolut überwältigt von der Unterstützung und den Spenden aller.»

Ein Grund dafür, dass das Spendenziel so schnell erreicht und inzwischen weit übertroffen werden konnte: Das Engagement von Stars.

Max Verstappen schrieb: «Ich bin in Gedanken bei Dir und Deinen Liebsten. Bleib stark, Billy!» Der niederländische Red Bull Racing-Pilot spendete 15.000 Pfund (18.000) Euro.

Jenson Button, Formel-1-Champion 2009, nahm kurz nach dem schrecklichen Unfall mit der Familie Kontakt auf. Auch er spendete 15.000 Pfund und schrieb dazu: «Spüre die Liebe Deiner Familie und Deiner Freunde in dieser harten Zeit Deines Lebens und werde bald gesund. JB.»

Die grösste Spende derzeit kommt von der Familie von Mongers früherem Renngegner Devlin DeFranceso. Die Kanadier spendeten 26.000 Pfund.

Auf der Seite, die für Monger eingerichtet worden sind, sind auch Spenden von Kindern zu finden, viele schreiben im Sinne von: «Es tut mir leid, dass ich nur 1 Pfund spenden kann, aber mehr habe ich nicht.»

Damon Hill, Formel-1-Weltmeister von 1996, twittert regelmässig über das Schicsla von Billy. Er sagt: «Eine sagenhafte Reaktion auf den Aufruf. Niemand kann die Uhr zurückdrehen, aber es ist unfassbar viel Solidarität da draussen.»

Stars wie Verstappen, Button, Hill und auch Lewis Hamilton sind der Grund dafür, warum die Aktion ein solcher Erfolg ist: Alleine Lewis Hamilton hat auf seinen sozialen Plattformen Millionen von Anhängern, die auf das Schicksal von Billy Monger aufmerksam gemacht werden.

Die Familie schreibt über Billy Monger: «Wir richten derzeit eine Stiftung ein, um das eingegangene Geld zu verwalten. Billy ist ein ganz besonderer Junge, der voller Tatkraft ist und einen Raum erhellt. Seine positive, beherzte Art sind eine Inspiration. Es ist phänomenal zu sehen, welche Liebe und welcher Respekt ihn zuteil werden.»

Monger hatte mit zahlreichen Erfolgen in acht Jahren Kartsport auf sich aufmerksam gemacht, bevor er in die Ginetta-Junior-Serie wechselte und 2016 bereits in der britischen Formel 4 fuhr. Seit Monger Autsport betreibt, fuhr er für den Rennstall von Steven Hunter.

Für Hunter ist das ein neuer Schicksalsschlag: 2001 verlor der Teamchef seinen Bruder Jamie, ebenfalls Rennfahrer, bei einem Verkehrsunfall.

Viele Fans fragen sich: Sind die ganzen jungen Piloten für solche Fälle nicht versichert? Antwort von Damon Hill: «Die meisten aufstrebenden Piloten haben schon genug Mühe, ihren Sport zu finanzieren. Wir müssen uns die Versicherungsfrage generell ansehen.» Formel-1-Piloten bezahlen sündhaft teure Prämien, um sich abzusichern. Es ist zu bezweifeln, dass sich junge Fahrer solche Prämien leisten können.

In England hat sich auch Anthony Hamilton zu Wort gemeldet, der Vater von Lewis Hamilton und von Nicolas Hamilton, der mit einer zerebralen Kinderlähmung geboren wurde und mit einem besonders auf ihn angepassten Rennwagen fährt. Anthony Hamilton gegenüber der BBC: «Nicolas will Billy unbedingt treffen, um ihm zu sagen – schau, ich bin mit einer Behinderung geboren worden, aber das hat mich nicht vom Rennsport ferngehalten.»

Inspiration wird Billy Monger auch durch Alex Zanardi erhalten, der bei einem IndyCar-Unfall in der Lausitz 2001 seine Beine verlor – aber seinen Weg weiterging. Er gewann wieder Autorennen und holte mehrfach Olympia-Gold mit dem Handrad.

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